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Einen Kindertraum wahr werden lassen

Erste Großtagespflegestelle besteht seit zehn Jahren im Landkreis / Anke Luthers "Pünckelchen und seine Freunde"

REH­BURG (jan). Die erste Groß­ta­gespfle­ge­stelle im Land­kreis Ni­en­burg hat ih­ren ers­ten "run­den" Ge­burts­tag ge­fei­ert. Zum 1. März 2008 eröff­nete die Reh­bur­ge­rin Anke Lu­ther "Pün­ckel­chen und seine Freun­de".

Das win­zige Sofa im Ein­gangs­be­reich ist ein oft be­setz­ter Platz. Ge­nau die rich­tige Größe hat es, um mit kur­zen Bei­nen, die ma­xi­mal drei Jahre alt sind, dar­auf zu sit­zen. Ein Ge­schenk von ei­ner Großmut­ter sei es, sagt Anke Lu­ther – wie so vie­les an­dere im Pün­kel­chen auch Ge­schenke sei­en, die im Lauf der Jahre von je­nen ü­ber­reicht wur­den, die ihre Kin­der in die Ob­hut der Groß­ta­gespfle­ge­stelle ge­ge­ben ha­ben. Der Ses­sel zum Bei­spiel, in dem sich die Kin­der um sie scha­ren, wenn vor­ge­le­sen wird. Der komme von ei­nem Ehe­paar, das seine drei Kin­der al­le­samt nach­ein­an­der ins Pün­ckel­chen ge­bracht ha­be. Ein Ab­schieds­ge­schenk nach vie­len ge­mein­sa­men Jah­ren. 2007 wollte sich die ge­lernte Kin­der­pfle­ge­rin Lu­ther be­ruf­lich ver­än­dern. Nach wie vor mit Kin­dern zu ar­bei­ten war ihr Ziel, eine Selbstän­dig­keit nicht aus­ge­schlos­sen. Sie fragte beim Land­kreis nach und be­kam dort die Aus­kunft, dass es et­was Neues gebe – so ge­nannte Groß­ta­gespfle­ge­stel­len. Mehr Kin­der als bei ei­ner Ta­ges­mut­ter, we­ni­ger Kin­der als in ei­ner Kin­derkrippe und ein Be­treu­ungs­al­ter von bis zu drei Jah­ren. Im Land­kreis habe das zwar noch nie­mand aus­pro­biert, aber wenn sie In­ter­esse ha­be, könne sie gerne mehr In­for­ma­tio­nen be­kom­men. Anke Lu­ther hatte In­ter­esse und be­gann einen Weg zu ge­hen, der nicht im­mer ein­fach war, den sie aber nie­mals be­reut hat. Ge­eig­nete Räume fand sie in der Mar­dor­fer Straße in Reh­burg, stellte An­trä­ge, machte Kon­zep­te, machte Wer­bung für das, was sie eröff­nen woll­te, und legte im März 2008 los. Mehr als 100 Kin­der hat sie seit­dem be­treut und je­des von ih­nen sei et­was Be­son­de­res ge­we­sen, sagt sie. Glück­li­che Kin­der seien im­mer ihr An­lie­gen ge­we­sen. Es sei zwar nicht im­mer ein­fach ge­we­sen, alle An­for­de­run­gen der Kin­der, der El­tern und der Behör­den zu er­fül­len, aber letzt­lich stehe für sie fest, dass sie kei­nen Tag in ih­rem Pün­ckel­chen missen wol­le. Zum zehn­ten Ge­burts­tag hat sie ent­schie­den, dass sie kein Fest ge­ben möch­te. Lie­ber wollte sie mit dem Geld, das solch eine Feier kos­ten wür­de, ein Stück dazu bei­tra­gen, ein Kind glück­lich zu ma­chen. Das tut sie mit ei­ner Spende für die kleine Ka­tha­ri­na, die an ei­ner fe­ta­len Al­ko­hol­spek­trumstörung lei­det und sich nichts sehn­li­cher wünscht als einen The­ra­pie­hund, der sie in ih­rem All­tag un­ter­stützt. Ge­fun­den hat Lu­ther Ka­tha­ri­nas Wunsch auf der Web­site der "Ak­tion Kin­der­traum" ww­w.ak­tion-kin­der­traum.­de. Dort wird schon be­reits seit 20 Jah­ren darum ge­be­ten zu spen­den, um schwer­kran­ken Kin­dern einen Her­zens­wunsch zu er­fül­len. Be­son­ders ge­freut hat sich Lu­ther darü­ber, dass sich die El­tern der Pün­ckel­chen-Kin­der an ih­rer Spen­den-Ak­tion be­tei­ligt ha­ben – als ge­burts­tags-Ge­schenk für die Groß­ta­gespfle­ge­stel­le. Der Wunsch der klei­nen Ka­tha­rina ist also da­mit noch ein Stück­chen wei­ter in greif­bare Nähe gerückt. Fo­to: jan

vom 08.03.2018 | Ausgabe-Nr. 10A

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