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Klerikaler Umschlagplatz wird aufgemöbelt

Bauarbeiten im Kloster Loccum sollen bis 2020 andauern / Größtes Bauvorhaben der Landeskirche in Nachkriegszeit

LOC­CUM (jan). Al­ler­hand wird in die­sen Jah­ren im Klos­ter Loc­cum ge­tan. Um das his­to­ri­sche Ge­bäude-En­sem­ble fit zu ma­chen für die Er­wei­te­rung des Pre­di­ger­se­mi­nars der Evan­ge­lisch-lu­the­ri­schen Lan­des­kir­che Han­no­vers, soll noch bis 2020 ge­baut wer­den.

Das neue Gä­stehaus ist na­hezu fer­tig, die Bau­ar­bei­ten am Kon­vents­ge­bäude aus dem 18. Jahr­hun­dert sind in vol­lem Gang, mit dem Bau ei­ner neuen Bi­blio­thek soll in ab­seh­ba­rer Zeit be­gon­nen wer­den und die Ar­bei­ten an den Frei­an­la­gen ste­hen am Ende der Bau­zeit. Un­ge­fähr so fasst der lan­des­kirch­li­che Bau­di­rek­tor Wer­ner Lemke das zu­sam­men, was dort auf Klos­ter­gelände der­zeit ge­schieht. Zum Pres­se­ge­spräch hat er ein­ge­la­den, um den Bau­fort­schritt an der in­ne­ren Klos­ter­an­lage vor­zu­stel­len und gleich­zei­tig Dank an einen der För­de­rer des Pro­jekts aus­zu­spre­chen. Dazu sind Mar­tina Wolff von der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz und Pe­tra Bo­nitz von der "Glückss­pi­ra­le" nach Loc­cum ge­kom­men – im Gepäck ha­ben sie einen Scheck ü­ber 100.000 Eu­ro. Das helfe bei dem nach sei­nem Wis­sen größte Bau­vor­ha­ben, das die Lan­des­kir­che in Nach­kriegs­zei­ten je­mals be­gon­nen ha­be, sagt Lem­ke. Die tatsäch­li­chen Bau­kos­ten sind in­des un­gleich höher. Rund 13 Mil­lio­nen Eu­ro, führt der Bau­di­rek­tor aus, koste die Sa­nie­rung je­ner "in­ne­ren Klos­ter­an­la­ge". Ins­ge­samt werde das Bau­vo­lu­men der­zeit auf 24,5 Mil­lio­nen Euro ge­schätzt. Ein großer Teil des Gel­des wird in die Sa­nie­rung des Kon­vents­ge­bäu­des und des "S­la­phuses" - des ehe­ma­li­gen Schlaf­saals der Mön­che - fließen. Das Fach­werk des Kom­ple­xes, der zu Tei­len be­reits im Mit­tel­al­ter ent­stand, hat arg ge­lit­ten und auch an­dere Holz­bau­teile seien von so ziem­lich al­lem be­fal­len ge­we­sen, was all­ge­mein Holz an­grei­fe, sagt Jan Knopp vom aus­führen­den Ar­chi­tek­tur­büro "wo­elk wil­kens" aus Han­no­ver. Von Grund auf werde nun sa­niert, be­gon­nen mit der Ent­sor­gung zahl­rei­cher As­best-Be­stand­tei­le, die bei zahl­rei­chen Re­stau­rie­rungs- und Ver­schö­ne­rungs­ar­bei­ten in vie­len Jahr­zehn­ten ein­ge­bracht wur­den. Das Sla­phus wird ein­mal der ver­län­gerte Arm des Bi­blio­theks-Neu­baus sein. Le­sesäle und Be­spre­chungs­zim­mer sol­len dort un­ter an­de­rem ent­ste­hen. Man­che Türen und Fens­ter, die seit lan­gem hin­ter Putz ver­bor­gen wa­ren, sind im Laufe der Bau­ar­bei­ten wie­der­ent­deckt wor­den. Neue be­zie­hungs­weise alte Öff­nun­gen in den Räu­men soll es nun ge­ben. Die Be­lange des Denk­mal­schut­zes und jene An­for­de­run­gen, die das Pre­di­ger­se­mi­nar hat, um seine Aus­bil­dung un­ter bes­ten Vor­aus­set­zun­gen an­bie­ten zu kön­nen, müs­sen nicht nur da­bei in Ein­klang ge­bracht wer­den. Die­ses Span­nungs­feld deckt sich in etwa mit dem, was Hel­mut Aß­mann als Haupt­li­nien des Klos­ters Loc­cum um­schriebt. Aß­mann sitzt in zwei­fa­cher Funk­tion in der Run­de. Zum einen ist er im Lan­des­kir­chen­amt Lei­ter des Re­fe­rats Aus-, Wei­ter- und Fort­bil­dung und so­mit nah dran am Pre­di­ger­se­mi­nar um des­sen Di­rek­to­rin Adel­heid Ruck-Schrö­der. Zum an­de­ren ist er aber auch Mit­glied des Kon­vents des Klos­ters Loc­cum – das wie­derum der Ei­gentü­mer der Klos­ter­an­lage ist. Das Klos­ter, sagt Aß­mann, sei zum einen ein sel­te­nes Zeug­nis der His­to­rie. Sel­ten un­ter an­de­rem auch des­halb, weil in sei­ner mehr als 850-jäh­ri­gen Ge­schichte "­sel­ten et­was ka­putt ge­gan­gen" sei. So­wohl von ma­rodie­ren­den Hor­den als auch von Krie­gen oder Brän­den blieb es wei­test­ge­hend ver­schont. Zum an­de­ren sei das Klos­ter "­der kle­ri­kale Um­schlag­platz Nord­deutsch­lands"– wo­mit Aß­mann die Aus­bil­dungs­stätte meint, die mitt­ler­weile als ein­zige die Vi­kare aus fünf Lan­des­kir­chen auf das Pfarr­amt vor­be­rei­tet. So sei das Loc­cu­mer Klos­ter auf der einen Seite sehr kon­ser­va­tiv, auf der an­de­ren aber hoch dy­na­misch. Diese bei­den Sei­ten zu­sam­men zu brin­gen, sei ein span­nen­der Pro­zess, der im­mer mehr Früchte tra­ge. Be­vor diese Früchte ge­mein­sam auf ei­nem Gelände ge­tra­gen wer­den kön­nen, geht al­ler­dings noch et­was Zeit ins Land. We­gen der Bau­ar­bei­ten ist das Pre­di­ger­se­mi­nar der­zeit auf drei Ein­rich­tun­gen ver­teilt. Le­ben und ar­bei­ten für die Vi­kare spielt sich der­zeit in der Evan­ge­li­schen Heim­volks­hoch­schule Loc­cum ebenso ab, wie auch in der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie Loc­cum und auf dem Pfarr­hof Berg­kir­chen. Auf Klos­ter­gelände soll al­les bis 2020 wie­der zu­sam­men­ge­fasst wer­den. Fo­to: jan

vom 01.02.2018 | Ausgabe-Nr. 5A

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