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Ein Denkmal für die ehemalige Synagoge

Wilhelm-Busch-Schüler im Gespräch mit Tonne und Wettberg / Eine Stolperschwelle für die Erinnerungskultur schaffen

REH­BURG (jan). Mit der Ver­le­gung ei­ner Stol­per­schwelle am Frei­tag, dem 2. März, 9 Uhr, will der Ar­beits­kreis Stol­per­steine Reh­burg-Loc­cum einen blei­ben­den Hin­weis auf den Ort ge­ben, an dem ü­ber rund 100 Jahre die Jü­di­sche Ge­meinde Reh­burg ihre Syn­agoge hat­te. Jede und je­der ist will­kom­men, da­bei zu sein. Die Syn­agoge be­fand sich in Reh­burg in dem Haus, das nun die An­schrift Mühlen­tor­straße 7 trägt.

Der Künst­ler Gun­ter Dem­nig wird auch zu die­ser Ver­le­gung an­rei­sen und dort, wo in 2016 be­reits zwei Stol­per­steine für das Ehe­paar Stern in das Pflas­ter des Geh­wegs ein­ge­las­sen wur­den, die Schwelle ver­le­gen. Im An­schluss daran la­den der Ar­beits­kreis und die Reh­bur­ger Wil­helm-Busch-Schule in de­ren Mensa ein. Dort wer­den die Schü­ler der Ab­schluss­klasse mit zwei Gäs­ten der Stol­per­schwel­len-Ver­le­gung ins Ge­spräch kom­men. So­wohl Nie­der­sach­sens Kul­tus­mi­nis­ter Grant Hen­drik Tonne als auch die Vor­sit­zende der Li­be­ra­len Jü­di­schen Ge­meinde Han­no­ver, In­grid Wett­berg, wol­len sich den Fra­gen der Schü­ler stel­len. Im Po­li­tik-, Ge­schichts- und Deutsch-Un­ter­richt set­zen sich die För­der­schü­ler zur Vor­be­rei­tung auf die­ses Ge­spräch be­reits seit ei­ni­gen Wo­chen mit dem Thema Na­tio­nal­so­zia­lis­mus aus­ein­an­der und be­fas­sen sich da­bei auch in­ten­si­ver mit der Ge­schichte der jü­di­schen Ge­meinde Reh­burg, de­ren Ende nach der Po­grom­nacht be­sie­gelt war. Jede Er­kennt­nis in die­sen Un­ter­richts­stun­den wirft für die Schü­ler neue Fra­gen auf: Wie schaff­ten es die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten, den Ju­den­hass in der Be­völ­ke­rung der­art zu schüren? Was hat Ju­den nach dem Ho­lo­caust be­wo­gen, wie­der in Deutsch­land le­ben zu wol­len? Wie ist das ei­gent­lich mit den Flücht­lin­gen heut­zu­tage – gibt es Par­al­le­len zu den vie­len Ju­den, die zur NS-Zeit flo­hen? Gab es in klei­nen Ge­mein­den wie Reh­burg, wo Ju­den ein selbst­ver­ständ­li­cher Teil der Be­völ­ke­rung wa­ren, auch Men­schen, die ih­nen hel­fen woll­ten, als die Ver­fol­gun­gen mehr und mehr zu­nah­men? Und wozu ist das Er­in­nern mit sol­chen Denk­ma­len wie den Stol­per­stei­nen gut? Zuhö­rer sind zu dem Ge­spräch der Schü­ler mit In­grid Wett­berg und Grant Hen­drik Tonne will­kom­men. Mo­de­riert wird es von Si­mone Schad-Smith, Stu­dien­lei­te­rin in der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie Loc­cum und dort zu­stän­dig für Schü­ler­ta­gun­gen. Fo­to: jan

vom 08.02.2018 | Ausgabe-Nr. 6A

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