Wunstorfer Stadtanzeiger - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Wunstorfer Region

Sprung

Inhalt

» Wunstorf

Stadtbibliothek auch technisch auf dem neusten Stand

Geschichte der Bücherei begann 1920 - bekannte Autoren und Lesungen bieten lebendiges Programm

WUNSTORF (so­wi). Die Stadt­büche­rei in der ers­ten Etage der Ab­tei prä­sen­tiert sich in ei­nem neu­en, an­spre­chen­den Er­schei­nungs­bild: Zu­meist in Ei­gen­leis­tung durch die Mit­ar­bei­te­rin­nen der Bil­bio­thek, un­ter­stützt durch Mit­ar­bei­ter des städ­ti­schen Bau­be­triebs­ho­fes, wur­den die Räume mo­dern und an­spre­chend aus­ge­stal­tet. Das Ge­bälk er­hielt einen weißen An­strich und ein neuer Tep­pich­bo­den ver­mit­teln eine freund­li­che At­mo­s­phäre. Auch tech­nisch wurde die Stadt­büche­rei auf den neues­ten Stand ge­bracht: Der In­ter­ne­t­auf­tritt wurde kom­plett ü­ber­ar­bei­tet und prä­sen­tiert sich un­ter ei­nem Link ü­ber ww­w.wun­stor­f.­de. Hier kann man sich so­wohl ü­ber die Sat­zung in­for­mie­ren, für Kin­der und Ju­gend­li­che die Be­rech­ti­gung für die Nut­zung des An­ge­bo­tes der Büche­rei her­un­ter­la­den und un­ter­schrei­ben, Ka­ta­log­re­cher­chen be­trei­ben und re­gis­trierte Le­ser sich ü­ber das Vor­han­den­sein von Büchern in­for­mie­ren, für das Aus­lei­hen vor­mer­ken las­sen und die Leih­zeit ver­län­gern.

Zum Ab­schluss der ge­lun­ge­nen Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten wür­digte bei ei­nem Be­such Bür­ger­meis­ter Rolf-Axel Eber­hardt das En­ga­ge­ment des Büche­rei­teams un­ter der Lei­tung von Gu­drun Knie­per mit Kers­tin Knöl­ke, Bianca Kuhl­mann und Lisa Bud­den­siek. Er sprach von ei­nem mo­der­nen Am­biente in ei­nem his­to­ri­schen Ge­bäu­de. Einen fei­er­li­chen Rah­men bot das Pro­gramm mit dem Kin­der­buch­au­tor Chris­tian Al­brecht, der 2006 das Buch "­Der kleine Ohr­wur­m" ge­schrie­ben hat, das von der Wunstor­fer Gra­fi­ke­rin Diana Kohne il­lus­triert wur­de. Al­brecht stellte sein Buch mit ei­ner Di­a­folge vor - und mit dem ein­gän­gi­gen Lied, das als Ohr­wurm von den Kin­dern gleich mit­ge­sun­gen wer­den konn­te. Das Buch ist zu­sam­men mit der CD in der Büche­rei für 10.40 Euro er­hält­lich. Die ent­spre­chen­den Mal­vor­la­gen dazu kön­nen kos­ten­los her­un­ter­ge­la­den wer­den. Wei­tere Span­nung bo­ten ein Büche­rei­quiz für Kin­der und Ju­gend­li­che mit Buch­prei­sen und ein Bücher­floh­mark­t.

Stän­dig wird das Sor­ti­ment an Sach­büchern, un­ter­halt­sa­mer Lek­türe, Zeit­schrif­ten wie Öko-Test, Spie­gel, PC-Welt, Geo oder El­tern und Hör­bücher für Kin­der und Er­wach­sene er­gänzt. Auf­grund der großen Nach­frage wur­den die Öff­nungs­zei­ten er­wei­tert und an­ge­passt: mon­tags 15 bis 18 Uhr, diens­tags und don­ners­tags 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, mitt­wochs ge­schlos­sen, frei­tags von 9 bis 13 Uhr. Gu­drun Knie­per hatte in ei­ner um­fang­rei­chen For­schungs­ar­beit die Ge­schichte der Stadt­bi­blio­thek Wunstorf auf­ge­ar­bei­tet, die ihre Ent­ste­hung 1920 ei­nem Aus­schuss zur Er­rich­tung der Volks­büche­rei ver­dankt, die "al­len Glie­dern des Vol­kes dient, alle mit gu­ter Speise zu ver­se­hen". Nach schon vier Wo­chen wa­ren ü­ber 4000 Mark und 75 Bücher zu­sam­men ge­kom­men, so dass am 23. Mai 1920 die Eröff­nung der Büche­rei in der Stadt­schule ge­fei­ert wer­den konn­te. Die Be­su­cher­zah­len stie­gen kon­ti­nu­ier­lich an.

Die Zeit zwi­schen 1934 und 1945 brachte viel Ver­äd­ne­run­gen: Um­zü­ge, zu­erst in das Au­to­haus Kra­mer, dann in das alte Pfarr­wit­wen­haus (1935). Der Buch­be­stand blieb von der "Säu­be­rungs­wut­" je­ner Zeit auch nicht ver­schont. Mit der Be­set­zung im Jahre 1945 kam es zur Be­schlag­nah­mung. Viele Bücher wur­den ver­nich­tet. Bei stän­di­gen Aus­la­ge­run­gen blie­ben zu­dem viele Bücher im wahrs­ten Sinne des Wor­tes "auf der Strecke".

Ende 1945 re­or­ga­ni­sierte Ar­min Man­del die Bi­blio­thek, 1949 ü­ber­nahm die Mit­tel­schul­leh­rein Lohse diese Auf­gabe und be­treute die er­neute Wan­der­schaft von der Lan­gen Straße 2 in den Rats­kel­ler und wie­der zurück, bis sie schließ­lich 1957 im Sport­heim ne­ben der städ­ti­schen Turn­halle Quar­tier fand. 1987 kam die Stadt­büche­rei in das re­no­vierte Ab­tei­ge­bäude und eta­blierte sich als Haupt­stelle des Wus­n­tor­fer Bi­blio­thek­sys­tems, zu dem acht Zweig­stel­len in der Bar­ne, Bo­keloh, Großen­hei­dorn, Klein Hei­dorn, Ko­len­feld, Lu­the, Ost­stadt und Stein­hude gehör­ten, die bis auf eine in Schu­len un­ter­ge­bracht wa­ren. Zwi­schen 1998 und 2004 ver­rin­gerte sich die Zahl der Büche­rei­aus­sen­stel­len von acht auf zwei in Lu­the und Stein­hu­de. Drei Büche­reien wurde als ei­genstän­dige Schulbüche­reien um­struk­tu­riert.

Die Stadt­bi­blio­thek in der Ab­tei und ihre Zweig­stel­len in Lu­the und Stein­hude stel­len nicht nur ein quan­ti­ta­tiv und qua­li­ta­tiv gu­tes Me­di­en­an­ge­bot be­reit, son­dern sie bie­ten auch ein in­ter­essan­tes Rah­men­pro­gramm wie Le­sun­gen und kleine Thea­ter­ver­an­stal­tung an. So konn­ten hier schon ei­ni­ge, teils be­kannte Künst­ler wie Do­ris Ger­cke, Wolf­gang Hohl­bein, Mir­jam Press­ler, Ingo Sieg­ner, Asta Scheib, Jens Spar­schuh, Gu­drun Pau­se­wang, Bodo Drin­gen­berg und an­dere be­grüßt wer­den. Ko­ope­ra­tio­nen mit Schu­len, Kin­der­gär­ten, dem Stadt­ar­chiv, der Ju­gend­pfle­ge, der Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten der Stadt, orts­ansäs­si­gen Buch­händ­lern oder auch mit der VGH-Stif­tung führen im­mer wie­der zu ge­mein­sam ge­plan­ten und er­folg­reich durch­ge­führ­ten, gut be­such­ten Ver­an­stal­tun­gen. Fo­to: sowi

vom 25.10.2007 | Ausgabe-Nr. 43A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten