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"Das ist Stuart. Der bewegt sich nie!"

Schülerinitiative holt das Musical über die Beatles-Anfänge in die Region / Am Schluss gibt es "Standing Ovation"

 

WUNSTORF (jb). Harte Beats, ro­ckige Gi­tar­ren­riffs und schwarze Le­der­ja­cken: Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch war es so­weit. "­Back­beat - Die Bea­tles in Ham­bur­g", eine Pro­duk­tion des Al­to­naer Thea­ters, ließ Mu­sik­ge­schichte im fast aus­ver­kauf­ten Stadt­thea­ter le­ben­dig wer­den. Doch eine neue "­Bea­tles-Wel­le" löste es nicht aus.

Es ist 1960, wir be­fin­den uns in Ham­burg auf der Ree­per­bahn: Fünf blut­jun­ge, lei­den­schaft­li­che Mu­si­ker aus Li­ver­pool tre­ten ein En­ga­ge­ment im IN­DRA Mu­sik­club an. Ihre Na­men sind John Len­non (Jo­han­nes Merz), Paul Mc­Cart­ney (De­lio Malär), Ge­org Har­ri­son (Flo­rian Cly­de), Pete Best (Yan­nik Meyer) und Stu­art Sut­cliffe (Mar­cel Ro­d­ri­gue­z). Die Be­zah­lung ist mi­se­ra­bel, die Un­terkünfte sind arm­se­lig und der Welt­ruhm liegt in träu­me­ri­scher Fer­ne. Um­ge­ben von Be­trun­ke­nen, Pro­sti­tu­ier­ten und auf­ge­reg­ten Künst­lern ver­su­chen sie sich einen Na­men zu ma­chen. Doch das ist gar nicht so ein­fach, wenn der ei­gene Band­name "­The Bea­tles" zunächst nicht ü­ber­zeugt und gerne zu "­Die Biene erzähl­t" oder auch "­Die Schnie­dels" wech­selt. Zu­sätz­lich stel­len sich dann auch die ers­ten Pro­bleme ein: Die Behörde hat ihre Fin­ger im Spiel, denn sind alle Band­mit­glie­der ü­ber­haupt schon 18 Jahre alt? Und auch die Freund­schaft zwi­schen den Band­mit­glie­dern wird auf eine harte Probe ge­stellt, als Stu­art Sut­cliffe aus Liebe zur Fo­to­gra­fin Astrid Kirch­herr (Uta Krü­ger) die Band ver­lässt. "­Back­be­at" erzählt von den An­fän­gen der "Fab Four", lässt die da­ma­lige At­mo­s­phäre le­ben­dig wer­den und lud das Pu­bli­kum mit Ti­teln wie "Love me do" und "I saw her stan­ding the­re" auf eine mu­si­ka­li­sche Zeit­reise ein. Doch nicht nur die ge­wohnte Va­ri­ante ei­nes je­den Songs be­ka­men die Zu­schauer zu hören, bei "T­wist and Shout" durfte auch das Genre mal wech­seln – so wur­den ver­schie­dene Va­ria­tio­nen, un­ter an­de­rem auch mit chi­ne­si­schen Ge­sang, zum Bes­ten ge­ge­ben und zu Recht en­thu­sias­tisch ge­fei­ert. Meis­tens wur­den die Sze­nen von Li­ve­mu­sik un­ter­malt, so­dass der Abend mu­si­ka­lisch nicht an Tempo ver­lor. Auch nicht dann, wenn al­les erns­ter wurde und Zu­kunfts­ängste und Be­den­ken eine große Rolle spiel­ten. Dank ei­ner Schü­ler­in­itia­tive des Han­nah-Arendt-Gym­na­si­ums in Bar­sin­g­hau­sen wurde das Mu­si­cal in die Re­gion ge­holt. In Zu­sam­men­ar­beit mit Ca­len­ber­ger Cul­tour & Co. und dem Kul­tur­ring Wunstorf küm­mer­ten sich die drei Schü­ler Ka­tha­rina Prü­fer, Ju­lia-So­fie Franke und Mar­tin Spier um Ver­trä­ge, die Kos­ten­kal­ku­la­tion, den Sta­ge­plan, den Ticket­ver­kauf und um das Mar­ke­ting. Ge­mein­sam mit Nor­bert Wels, seit 25 Jah­ren CC&Co-Vor­sit­zen­der, plan­ten die Gym­na­sias­ten den Auf­tritt von An­fang an und saßen schließ­lich selbst in der ers­ten Zu­schau­er­rei­he. "Ins­ge­samt 470 Zu­schauer konn­ten sich an dem Spek­ta­kel er­freu­en", resü­miert Wels, "auch wenn ei­nige Sze­nen et­was ü­ber­zeich­net wa­ren, so könnte die Mu­sik und das Kön­nen der Band ü­ber­zeu­gen. Al­les ver­lief plan­mäßig, auch Dank der 25-jäh­ri­gen Er­fah­rung des Teams von CC&­Co. Die Schü­ler wur­den auch da­durch ge­ehrt, dass sie nach der Ver­an­stal­tung mit auf die Bühne ge­holt wur­den. Schließ­lich wa­ren Sie die Ide­en­ge­ber und In­itia­to­ren." Die mu­si­ka­li­sche Rund­reise lie­ferte künst­le­ri­sche Höchst­leis­tun­gen, muss­ten die Dar­stel­ler doch Band und Schau­spie­ler zu gleich sein, rich­tig mit­ge­ris­sen wur­den die Zu­schauer al­ler­dings erst zum Ende hin. Dann wurde aber auch be­geis­tert ap­plau­diert und es gab "­Stan­ding Ova­tion". Fo­to: jb

vom 03.02.2018 | Ausgabe-Nr. 5B

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