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Zauber der rauen, kalten Polarinsel

Polarforscher Arved Fuchs ist zu Gast beim Seglertreff / Multivisionsshow "Grönland – 35 Jahre in Eis und Schnee"

STEIN­HUDE (em). Es ist ein Event der be­son­de­ren Art und ein High­light für die ge­samte Re­gion Han­no­ver, wenn Ar­ved Fuchs beim Seg­ler­treff Re­gion Han­no­ver am 1. März um 19.30 Uhr mit sei­ner Mul­ti­vi­si­onss­how "­Grön­land – 35 Jahre in Eis und Schnee" zu Gast sein wird und ü­ber seine ark­ti­schen Ge­schich­ten und For­schungs­tätig­kei­ten in Grön­land erzählt. "Und man spürt es ü­ber­all ganz deut­lich, die Re­gion heißt die­sen cha­ris­ma­ti­schen Mann herz­lich will­kom­men! Wir ren­nen mit un­se­ren Vor­be­rei­tun­gen of­fene Türen ein und er­fah­ren im Vor­feld ganz viel Un­ter­stüt­zung". An­drea Ku­schetz­ki, Ko­or­di­na­to­rin des Seg­ler­treff Re­gion Han­no­ver, freut dies ganz be­son­ders, "… denn er ist nicht nur ei­ner der be­kann­tes­ten Po­lar­for­scher un­se­rer Zeit, son­dern auch ein sehr am­bi­tio­nier­ter Um­welt­schüt­zer, den es in sei­nen Ak­ti­vitäten zu un­ter­stüt­zen gil­t!"

35 Jahre in Eis und Schnee Fuchs be­schreibt mit sei­nem Vor­trag "­Grön­land – 35 Jahre in Eis und Schnee" den Zau­ber der rau­en, kal­ten In­sel, die für Schnee, Eis, end­lose Weite und Kälte steht. In sei­nem Li­ve­vor­trag be­rich­tet er von der Be­sie­de­lungs­ge­schichte Grön­lands bis hin zum Tou­ris­mus der Ge­gen­wart, von Jag­d­er­leb­nis­sen mit den Inuit und vor al­lem von sei­nen zahl­rei­chen Ex­pe­di­tio­nen. Fo­to­gra­fien und Film­auf­nah­men zei­gen die Wan­de­rung quer ü­ber das In­land­eis, die Ex­pe­di­tio­nen mit Hun­de­schlit­ten und natür­lich die vie­len Be­su­che mit sei­nem Se­gel­schiff, der "Dag­mar Aan" der West- und Ost­küs­te. Nicht zu ver­ges­sen die bei­den Ü­ber­win­te­run­gen mit dem Hai­kut­ter in der schier end­lo­sen, mo­na­te­lan­gen Po­lar­nacht. Seit mehr als 35 Jah­ren ist der in­ter­na­tio­nal be­kannte Po­lar­for­scher Ar­ved Fuchs in den po­la­ren Re­gio­nen der Erde un­ter­wegs. Er ist der erste Men­sch, der so­wohl den Nord­pol als auch den Süd­pol in­ner­halb ei­nes Jah­res zu Fuß er­reicht hat. Als her­aus­ra­gen­der Um­welt­schüt­zer er­hielt er vor kur­zem den Bun­des­ver­dienstor­den der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land so­wie den Na­tu­re­Life-Um­welt­preis. Die Di­plom-Geo­gra­fin An­drea Ku­schetzki möchte mit die­ser Ver­an­stal­tung einen klei­nen Teil dazu bei­tra­gen, dass die Men­schen Ar­ved Fuchs in Zei­ten des glo­ba­len Kli­ma­wan­dels bei sei­nen Bemühun­gen un­ter­stüt­zen, das für uns alle so wich­tige und zu­gleich sehr sen­si­ble Ö­ko­sys­tem zu schüt­zen. Denn der Po­lar­for­scher er­hält keine öf­fent­li­chen För­der­gel­der, son­dern er­wirt­schaf­tet das Geld für seine For­schungs­vor­ha­ben, auf die auch viele Eh­ren­amt­li­che mit auf die Reise ge­hen, durch ge­nau sol­che Ver­an­stal­tun­gen wie am 1. März in den Stein­hu­der Strand­ter­ras­sen, durch Pu­bli­ka­tio­nen und Spon­so­ren­gel­der. "Wenn wir alle hier einen klei­nen Teil dazu bei­tra­gen kön­nen, ist das auch ein wich­ti­ges Zei­chen. Und das diese Ver­an­stal­tung einen sol­chen Zu­lauf er­fährt, zeigt doch den Re­spekt und die Hoch­ach­tung vie­ler von uns, das wir der Per­son Ar­ved Fuchs und sei­nen Vor­ha­ben ent­ge­gen­brin­gen", ver­deut­licht An­drea Ku­schetz­ki. Un­ter­wegs mit Hai­kut­ter "Dag­mar Aaen" Ar­ved Fuchs hat während sei­ner zahl­rei­chen Ex­pe­di­tio­nen die ab­ge­le­gens­ten Re­gio­nen der Welt auf­ge­sucht, den Schwer­punkt da­bei im­mer wie­der auf die po­la­ren Zo­nen ge­legt. Zu den ab­so­lu­ten Lieb­lings­zie­len gehört aber nach wie vor Grön­land. "­Grön­land - das war in den sieb­zi­ger Jah­ren et­was für ab­so­lute In­si­der, für Fre­aks und Aben­teu­rer, die das Außer­ge­wöhn­li­che such­ten. Es war ge­nau das, was mich als jun­ger Mann an­sprach", fasst Fuchs die Gründe für seine ers­ten Rei­sen auf die größte In­sel der Welt zu­sam­men. Die Fas­zi­na­tion für Grön­land hat Ar­ved Fuchs nie los­ge­las­sen. Mit sei­nem Se­gel­schiff, dem Hai­kut­ter "Dag­mar Aaen" schaffte Ar­ved Fuchs 2002 im vier­ten Ver­such die erste kom­plette Um­run­dung des Nord­pols ohne Eis­bre­cher­un­ter­stüt­zung nach fast zwei­ein­halb Jah­ren - so­zu­sa­gen die erste Welt­um­se­ge­lung auf der ark­ti­schen Rou­te. Die Nord­west­pas­sage hat Fuchs ein­mal in Ost-West Rich­tung und ein zwei­tes Mal in West-Ost Rich­tung durch­se­gelt. Die si­bi­ri­sche Nord­ost­pas­sage hat er ins­ge­samt vier­mal auf­ge­sucht und eben­falls in der ge­sam­ten Länge durch­fah­ren. Mehr­fach hat er mit sei­nem Ex­pe­di­ti­ons­schiff im Pack­eis ü­ber­win­tert, bei dem sein Schiff schwers­ten Eis­pres­sun­gen aus­ge­setzt war. Auf Ski­ern zu den Po­len Ge­schichte schrieb Fuchs im Jahr 1989, als er als Teil­neh­mer der Ex­pe­di­tion ICE­WALK in 56 Ta­gen rund 1.000 Ki­lo­me­ter ü­ber das Pack­eis zum geo­gra­fi­schen Nord­pol ging. Noch im sel­ben Jahr er­reichte Fuchs zu­sam­men mit dem Süd­ti­ro­ler Rein­hold Mess­ner den Süd­pol und war da­mit der erste Men­sch, dem es ge­lun­gen war, in­ner­halb ei­nes Jah­res beide Pole auf Ski­ern zu er­rei­chen. In 92 Ta­gen leg­ten Fuchs und Mess­ner die Stre­cke von ü­ber 2.500 Ki­lo­me­tern zurück und durch­quer­ten den ge­sam­ten ant­ark­ti­schen Kon­ti­nent. Fo­to: pri­vat

vom 10.02.2018 | Ausgabe-Nr. 6B

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