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Leitplanke für zehn Jahre

Plan für den Naturpark Steinhuder Meer zeigt Entwicklungen und Optimierungen

RE­GION/­STEIN­HUDE (jb). Vi­sio­nen, Kon­zepte und Mas­ter­pläne wur­den auch schon in der Ver­gan­gen­heit ent­wor­fen und dis­ku­tiert, einen fun­dier­ten Fach­plan als Weg­wei­ser für die Wei­ter­ent­wick­lung des vor ü­ber 40 Jah­ren ge­grün­de­ten Na­tur­parks Stein­hu­der Meer gab es aber bis­lang noch nicht. Das hat die Re­gi­ons­ver­samm­lung jetzt geän­dert: Auf ü­ber 200 Sei­ten ana­ly­siert das mit großer Mehr­heit be­schlos­sene Plan­werk die Stär­ken und Schwächen des Na­tur­parks und zeigt von die­ser Grund­lage aus­ge­hend das Ent­wick­lungs- und Op­ti­mie­rungs­po­ten­tial der Kul­tur­land­schaft rund um den größten See Nord­west­deutsch­lands auf. Der Be­schluss der Re­gi­ons­ver­samm­lung ist die erste von drei Ent­schei­dun­gen.

"­Der Na­tur­park­plan ist nun die Richt­schnur für die Ar­beit der Na­tur­park­ver­wal­tung, eine Ent­schei­dungs­hilfe für die po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen in der Re­gion und den Part­ner-Land­krei­sen Schaum­burg und Ni­en­burg bei zukünf­ti­gen Vor­ha­ben; er ist zu­gleich ein An­ge­bot an viele wei­tere Ak­teu­re, un­ser ge­mein­sa­mes Pro­jekt auch in Zu­kunft mit­zu­ge­stal­ten", be­tonte Prof. Dr. Axel Priebs, De­zer­nent für Um­welt, Pla­nung und Bauen der Re­gion Han­no­ver. "Als Fach­plan ohne bin­dende Vor­ga­ben soll er nach außen do­ku­men­tie­ren, dass die Trä­ger des Na­tur­parks sich auf einen Hand­lungs­rah­men und we­sent­li­che or­ga­ni­sa­to­ri­sche Eck­punkte ver­bind­lich ver­stän­digt ha­ben", so Priebs. Ent­schei­dun­gen ü­ber Be­reit­stel­lung von Haus­halts­mit­teln oder ver­bind­li­che Kon­kre­ti­sie­rung von Pro­jek­ten seien aber ge­son­der­ten Be­schlüs­sen vor­be­hal­ten. Der Na­tur­park­plan Stein­hu­der Meer be­steht aus drei Tei­len. Vor­an­ge­stellt ist eine Be­stands­ana­ly­se, eine Er­he­bung des Ist-Zu­stan­des. Was in den nächs­ten zehn Jah­ren er­reicht wer­den soll, spie­gelt sich in den Ent­wick­lungs­kon­zep­ten wi­der. Die Grund­la­gen­mo­dule skiz­zie­ren die we­sent­li­chen Auf­ga­ben­be­rei­che der Na­tur­park­ver­wal­tung und ih­rer Ar­beit. Wie die ge­steck­ten Ziele er­reicht wer­den kön­nen, zei­gen die The­ma­ti­schen Mo­du­le. Hier um­reißen vier Schwer­punkt­the­men die ak­tu­el­len Her­aus­for­de­run­gen und zukünf­ti­gen Auf­ga­ben im Na­tur­park: Bar­rie­re­frei­heit – Na­tur­park für al­le, Nach­hal­tige und re­gio­nale Wert­schöp­fung, Na­tur­er­le­ben und Um­welt­bil­dung so­wie Tou­ris­mus und Er­ho­lung na­tur­ver­träg­lich. "­Bei der Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Thema Na­tur­park­plan ist uns aber auch ei­nes sehr schnell klar ge­wor­den: Es kann kei­nen ab­ge­schlos­sen Plan ge­ben, in dem al­les dar­ge­stellt ist, was den Na­tur­park jetzt und mit sei­nen zukünf­ti­gen Po­ten­zia­len ab­bil­det", so die Lei­te­rin des Fach­be­reichs Um­welt der Re­gion Han­no­ver, Sonja Pa­pen­fuß. "­Bei der Er­stel­lung des Na­tur­park­plans gehörte so­wohl der Blick zurück auf die bis­he­rige Ar­beit als auch der Blick nach vorn da­zu. Alle ein­ge­gan­ge­nen Hin­weise aus der öf­fent­li­chen Be­tei­li­gung wur­den aus­ge­wer­tet und flos­sen in den Na­tur­park­plan mit ein." Da­bei ka­men auch Wün­sche zu ei­ner Er­wei­te­rung des Na­tur­park­ge­bie­tes zum Tra­gen. "­Die Grenz­zie­hung zur Grün­dung in 1974 war teil­weise nicht mehr nach­voll­zieh­bar und ins­be­son­dere die Ent­wick­lung der letz­ten Jahre hat dazu ge­führt, ü­ber eine mög­li­che Neu­ab­gren­zung oder Er­wei­te­rung nach­zu­den­ken", er­klärt Pa­pen­fuß. "Für die Er­wei­te­rung der bis­he­ri­gen Na­tur­park­gren­zen gibt es kein for­mel­les Ver­fah­ren. Mit der Lage in ei­nem Na­tur­park sind keine Re­strik­tio­nen oder be­son­de­ren Vor­ga­ben ver­bun­den." Nach­dem die Ab­stim­mung mit den Land­kreis­part­nern er­folgt ist, wird die Na­tur­park­ver­wal­tung den Vor­schlag zur Neu­ab­gren­zung an das Um­welt­mi­nis­te­rium mel­den und von dort eine Bestäti­gung er­hal­ten. Zukünf­tig wird dann in Kar­ten des Na­tur­parks, aber auch der ü­ber­ge­ord­ne­ten Pla­nung der Na­tur­park Stein­hu­der Meer in sei­nen neuen Gren­zen dar­ge­stellt. Diese rei­chen dann vom Klos­ter in Ma­ri­en­see bis zum Klos­ter Loc­cum und ver­lau­fen zwi­schen Leine und Ful­de. Ins­ge­samt wächst das Na­tur­park­ge­biet um rund ein Drit­tel. Fo­to: Re­gion Han­no­ver Han

vom 08.03.2018 | Ausgabe-Nr. 10A

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