Das Freibad wird zur Bühne | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Das Freibad wird zur Bühne

Diesmal nicht allein auf dem Sprungturm: Ortsbürgermeister Rolf Hoch (li.) zusammen mit Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: tau)
Diesmal nicht allein auf dem Sprungturm: Ortsbürgermeister Rolf Hoch (li.) zusammen mit Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: tau)
Diesmal nicht allein auf dem Sprungturm: Ortsbürgermeister Rolf Hoch (li.) zusammen mit Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: tau)
Diesmal nicht allein auf dem Sprungturm: Ortsbürgermeister Rolf Hoch (li.) zusammen mit Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: tau)
Diesmal nicht allein auf dem Sprungturm: Ortsbürgermeister Rolf Hoch (li.) zusammen mit Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: tau)

Das NaturErlebnisBad Luthe ist bei sommerlichen Temperaturen am Samstag, 2. Mai, in die neue Saison gestartet und hat dabei gleich ein rundes Jubiläum gefeiert. Zum 20-jährigen Bestehen gratulierten zahlreiche Gäste. Es gab viel Lob, warme Worte und eine gut gefüllte Rednerliste. Anerkennung kam aus Politik, Verwaltung und von Wegbegleitern der ersten Stunde. Andreas Eisen vom Genoverband überbrachte Glückwünsche und eine Urkunde. Er hatte die Genossenschaft vor 20 Jahren bei der Entwicklung ihres Konzepts beraten und unterstützt. Der Vorsitzende der Betreibergenossenschaft, Reinhard Gräpel, blickte zufrieden zurück: „Luthe hat sich freigeschwommen“, sagte er. Zu Beginn habe es reichlich Skepsis gegeben, ob ein NaturErlebnisBad in Luthe dauerhaft funktionieren könne. Die Antwort darauf liefert das Bad bis heute selbst.

Schaulaufen der Politik

Erster Regionsrat Jens Palandt, die Landtagsabgeordnete Wiebke Osigus und Bürgermeister Carsten Piellusch hoben die Bedeutung des Bades für Luthe, Wunstorf und die gesamte Region hervor. Das NaturErlebnisBad sei ein Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Über 1000 Genossenschaftsmitglieder und rund 1000 Dauerkarteninhaber unterstrichen diese Rolle eindrucksvoll. Zu den Gratulanten zählten auch befreundete Vereine aus dem Ort. „Heimat ist dort, wo man sich wohl fühlt“, sagte etwa Holger Braun, Vorsitzender des Heimatvereins Luthe. Für die Betreibergenossenschaft gab es zudem eine Spende in Höhe von 1000 Euro sowie Dank für außergewöhnliches Engagement. Denn die Genossenschaft kann auf ein großes ehrenamtliches Team sowie zahlreiche Unterstützer zurückgreifen. Zu tun gebe es immer etwas. Jeden Mittwochvormittag treffen sich Ehrenamtliche, um die aktuellen Themen und Projekte zu besprechen. Mitstreiter sind willkommen.

Üblicherweise öffnet das NaturErlebnisBad am letzten Samstag im April. In diesem Jahr entschied sich die Genossenschaft bewusst für einen späteren Termin, passend zur ersten Eröffnung vor 20 Jahren, die ebenfalls im Mai stattfand, damals aber von Regen begleitet wurde. Diesmal zeigte sich der Frühling von seiner sonnigsten Seite. Vor allem die Kinder fieberten der offiziellen Eröffnung entgegen, die traditionell mit einem Sprung des Ortsbürgermeisters ins Wasser beginnt. Rolf Hoch musste diesmal aber nicht allein ins etwa 17 Grad frische Wasser hüpfen. Unterstützung bekam er von Bürgermeister Carsten Piellusch, der sich in ein Piratenkostüm warf, sowie von den Ortsbürgermeistern aus Kolenfeld und Blumenau, Karsten Grobe und Frank Zülich. Gemeinsam wurde der Sprung ins Wasser zur ebenso nassen wie fotogenen Angelegenheit. Dass das politische Aufgebot in diesem Jahr etwas größer ausfiel als sonst, überraschte kaum. Im Kommunalwahljahr ist das NaturErlebnisBad eben nicht nur ein Ort zum Schwimmen und Spaß haben, sondern auch zum Sehen und Gesehenwerden.

Heimlicher Stargast

Der heimliche Stargast kam allerdings nicht aus den Reihen der Politik, sondern aus der Luft: Carlos, ein Falklandkarakara, sorgte für Aufmerksamkeit. Der Greifvögel ist Teil eines professionellen Konzepts zur Vogelvergrämung. Dabei wechselt sich Carlos mit seiner Schwester Zara ab, wie Artem Koltsov vom Unternehmen SkySailors erklärte. „Wir arbeiten nicht gegen die Natur, sondern mit ihr und sorgen dort für Sicherheit und Hygiene, wo technische Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen“, so der Experte. In der Vergangenheit hatten sich im NaturErlebnisBad gern andere Vögel regelmäßig am und im Becken niedergelassen und leider auch für Verunreinigungen gesorgt. Dies fiel dann bei routinemäßigen Messungen des Badewassers durch das Gesundheitsamt auf. Waren die Werte zu hoch, musste das Bad sogar schließen und die Crew umfangreiche Reinigungsarbeiten vornehmen.

Mit den Greifvögeln, die über das Gelände wachen, übrigens nicht unbedingt aus der Luft, sondern aufgrund von relativer „Flugfaulheit” auch gern zu Fuß, scheint das Problem auf elegante Weise behoben zu sein. So werden Brutplätze durch andere Vögel gar nicht erst angelegt, berichtete Koltsov. Präsenz und Geruch des Greifvogels seien der Grund dafür. Der Falklandkarakara erfüllt diese Aufgabe übrigens nicht nur im NaturErlebnisBad, sondern auch auf dem Fliegerhorst. Am Ende bleibt festzuhalten: Das NaturErlebnisBad ist auch nach 20 Jahren quicklebendig – als Badebetrieb, als Treffpunkt und, zumindest im Wahljahr, als beliebte Bühne.

Urkunde überreicht: Andreas Eisen (li.) und Reinhard Gräpel. (Foto: tau)
Hat den Greifvogel Carlos auf dem Arm: Artem Koltsov vom Unternehmen SkySailors. (Foto: tau)
Spaß am und in den Becken: Saisoneröffnung im NaturErlebnisBad. (Foto: tau)
Spaß am und in den Becken: Saisoneröffnung im NaturErlebnisBad. (Foto: tau)
Spaß am und in den Becken: Saisoneröffnung im NaturErlebnisBad. (Foto: tau)
Spaß am und in den Becken: Saisoneröffnung im NaturErlebnisBad. (Foto: tau)
Spaß am und in den Becken: Saisoneröffnung im NaturErlebnisBad. (Foto: tau)
Im Piratenkostüm: Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: tau)
Vor dem Sprung ins Becken: Eine kalte Dusche muss sein. (Foto: tau)
Vor dem Sprung ins Becken: Eine kalte Dusche muss sein. (Foto: tau)
Vor dem Sprung ins Becken: Eine kalte Dusche muss sein. (Foto: tau)
Spaß am und in den Becken: Saisoneröffnung im NaturErlebnisBad. (Foto: tau)
Hat den Greifvogel Carlos auf dem Arm: Artem Koltsov vom Unternehmen SkySailors. (Foto: tau)
Gratuliert: Andreas Eisen vom Genoverband (li.). (Foto: tau)
Hält eine Rede: Erster Regionsrat Jens Palandt. (Foto: tau)
Hält eine Rede und überreicht ein Präsent: Bürgermeister Carsten Piellusch. (Foto: tau)

André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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