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Wellness und Romantik hervorheben

Dauerausstellung der "Romantik Bad Rehburg" soll modernisiert werden / Kuratorin sieht Potential

REH­BURG-LOC­CUM (jan). Die Dis­kus­sion um die Neu­ge­stal­tung der Dau­er­aus­stel­lung in der "Ro­man­tik Bad Reh­bur­g"– und womög­lich wei­te­rer Flächen des En­sem­bles – währt schon lan­ge. In der jüngs­ten Sit­zung des Kul­turaus­schus­ses Reh­burg-Loc­cums ist des­sen Mit­glie­dern nun ein neuer Vor­schlag un­ter­brei­tet wor­den.

Kö­ni­gin Frie­de­rike von Han­no­ver in den Mit­tel­punkt der Aus­stel­lung zu stel­len, die der­zeit noch den Schwer­punkt "­Kur­le­ben der Ro­man­ti­k" hat, ist für ei­nige Jahre der Plan ge­we­sen. Ei­nig­keit be­stand nie­mals ü­ber diese Aus­rich­tung, wenn­gleich Mehr­hei­ten im Aus­schuss zu­stande ka­men. Ins­be­son­dere aus den Rei­hen des För­der­ver­eins der "Ro­man­ti­k" kam der Wunsch, nicht die Kö­ni­gin zu fo­kus­sie­ren, die ein- oder zwei­mal für einen Kur­auf­ent­halt in Bad Reh­burg weil­te, son­dern viel­mehr die Ge­schichte des ehe­ma­li­gen Kur­or­tes in we­sent­lich höhe­rem Maße zu berück­sich­ti­gen. Vor et­li­chen Mo­na­ten schwenkte die Ver­wal­tung dann um. Sie hät­ten fest­ge­stellt, sagte Reh­burg-Loc­cums Bür­ger­meis­ter Mar­tin Fran­ke, dass bei al­len Pla­nun­gen ein Ku­ra­tor für die Aus­stel­lung ge­fehlt ha­be. Dar­auf­hin wur­den alle ex­ter­nen Ex­per­ten, die bis­lang mit der Pla­nung be­auf­tragt wa­ren, aus der Ver­ant­wor­tung ent­las­sen. Auf der Su­che nach ei­nem Ku­ra­tor seien sie schließ­lich auf das Büro "­Con­Cul­tu­ra" aus Bonn ge­stoßen, be­rich­tete Fran­ke, das sich auf klei­nere Mu­seen spe­zia­li­siert ha­be. Dem Büro sei der Auf­trag er­teilt wor­den, ein Grob­kon­zept zu er­stel­len zu der Neu­aus­rich­tung. Die­ses Kon­zept stellte Elke Hart­kopf, Ge­schäfts­füh­re­rin von "­Con­Cul­tu­ra" dem Aus­schuss vor. Im We­sent­li­chen zielt es dar­auf ab, zwei Schwer­punkte zu set­zen: Ro­man­tik und Well­ness. Kö­ni­gin Frie­de­rike solle zwar auch the­ma­ti­siert wer­den, führte Hart­kopf aus. Sie habe für Bad Reh­burg aber zum einen keine ü­ber­ge­ord­nete Be­deu­tung. Ein wei­te­rer Grund liege dar­in, dass aus dem "Haus Han­no­ver­" - den Nach­fah­ren Frie­de­rikes - wenn ü­ber­haupt, dann nur we­nige und we­nig re­prä­sen­ta­tive Ex­po­nate zu er­war­ten sei­en, die zu­dem nur als Leih­gabe auf Zeit ge­ge­ben wür­den. Das Kö­nigs­haus sei außer­dem in Han­no­ver stark ver­tre­ten in Aus­stel­lun­gen, so­dass kaum mit Be­su­chern zu rech­nen sei, die ei­gens zum Zweck der Be­sich­ti­gung nach Bad Reh­burg fah­ren wür­den. Po­ten­tial sieht Hart­kopf je­doch in der Aus­rich­tung auf das Mo­dethema "Well­ness", das schließ­lich in frühe­ren Zei­ten in Bad Reh­burg mit sei­ner Funk­tion als Kur­ort schon wich­tig ge­we­sen sei. Einen Flü­gel des Neuen Ba­de­hau­ses die­sem The­ma, einen an­de­ren der Ro­man­tik wid­men, ist der Vor­schlag der Ku­ra­to­rin. Be­glei­tend dazu soll­ten An­ge­bote ge­macht wer­den, die es er­laub­ten, die Aus­stel­lung mit al­len Sin­nen zu er­fah­ren, wie bei­spiels­weise der Mög­lich­keit, einen ro­man­ti­schen Lie­bes­brief mit Fe­der und Tinte zu schrei­ben. Führun­gen mit Er­leb­nis­cha­rak­ter und kleine Work­shops, even­tu­ell die Nut­zung der "Ro­man­tik Bad Reh­bur­g" als außer­schu­li­scher Lern­ort, die Ein­rich­tung ei­nes La­bors, in dem Schü­ler Seife oder ähn­li­ches her­stel­len könn­ten – zahl­rei­che Ideen trug Hart­kopf vor. Ein­be­zo­gen wer­den soll­ten in das Kon­zept auch die Wech­selaus­stel­lun­gen im Ober­ge­schoss des Ba­de­hau­ses. Sie soll­ten the­ma­tisch an­ge­glie­dert wer­den – etwa mit ei­ner Aus­stel­lung in 2018 zum Ro­man "­Fran­ken­stein", der in die "schwarze Ro­man­ti­k" ein­zu­ord­nen sei und ge­nau 200 Jahre zu­vor er­schien. Der Aus­schuss, dem der Ent­wurf zu­vor nicht vor­ge­le­gen hat­te, rea­gierte nach den Aus­führun­gen zunächst mit ei­nem Mo­ment der Stille – um den Vor­schlag dann ü­ber­wie­gend po­si­tiv zu be­wer­ten. Franke bat den Aus­schuss um ein State­ment, ob Hart­kopf auf der Grund­lage des vor­lie­gen­den Kon­zep­tes wei­ter­ar­bei­ten sol­le. Die wei­te­ren Pla­nungs­kos­ten lie­gen bei rund 67.000 Eu­ro, die Um­set­zung der Ideen wird mit 250.000 Euro grob ge­schätzt an­ge­setzt. Die Zu­stim­mung gab es vom Aus­schuss, le­dig­lich Os­man Ti­mur ent­hielt sich der Stim­me. Die wei­te­ren Pla­nun­gen wür­den nun rund ein drei­vier­tel Jahr in An­spruch neh­men, sagte Hart­kopf. Da­nach könne mit der Um­set­zung be­gon­nen wer­den.

vom 02.11.2017 | Ausgabe-Nr. 44A

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