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Arved Fuchs holt die Welt nach Steinhude

250 begeisterte Zuhörer sind anwesend beim Seglertreff Region Hannover in den Steinhuder Strandterrassen

STEIN­HUDE (e­w). Der Mond­schein ließ das Eis des Stein­hu­der Mee­res glän­zen. Ein wür­di­ger Rah­men für einen be­son­de­ren Abend. Der in­ter­na­tio­nal be­kannte Po­lar­for­scher Ar­ved Fuchs, man nennt ihn auch "Eis­fuchs", gas­tierte beim Seg­ler­treff Re­gion Han­no­ver. Fuchs ist ein ganz be­son­de­rer, cha­ris­ma­ti­scher Men­sch, der sich seit Jah­ren für den Um­welt­schutz en­ga­giert und das im­mer wie­der mit be­son­de­rer Be­geis­te­rung tut. So hat er vor kur­zem den "Na­tu­re­Life Um­welt­preis 2017" und den Bun­des­ver­dienstor­den für sein un­er­müd­li­ches En­ga­ge­ment er­hal­ten. An ihre Gren­zen ka­men da­bei auch die Stein­hu­der Strand­ter­ras­sen, denn eine ganze Re­gion wollte ge­fühlt da­bei sein. An­drea Ku­schetz­ki, Ko­or­di­na­to­rin des Seg­ler­treff Re­gion Han­no­ver, tat es in der Seele weh, so vie­len Men­schen im Vor­feld ab­sa­gen zu müs­sen: "­Man merkte je­dem Ein­zel­nen von ih­nen an, wel­chen Re­spekt und wel­che An­er­ken­nung sie der Ar­beit Ar­ved Fuchs und sei­ner For­schung ent­ge­gen­brin­gen und wie gerne sie da­bei ge­we­sen wären". Der be­kannte deut­sche Po­lar­for­scher und Um­welt­schüt­zer bricht schon in der ers­ten Mi­nute "das Eis”. Der Re­fe­rent schlägt den Bo­gen zwi­schen sei­nen Rei­sen nach Grön­land und dem zu­ge­fro­re­nen Ge­wäs­ser vor der Tür. "Das Wet­ter passt schon ein­mal", schmun­zelt der Ex­pe­di­ti­ons­rei­sen­de. Ei­nes der ers­ten Bil­der zeigt ein Ther­mo­me­ter mit deut­lich un­ter mi­nus 40 Grad. Und schon fühlt sich das hie­sige Wet­ter für die 250 Zuhö­rer gar nicht so furcht­bar kalt an.

Dann nimmt Fuchs die Gäste mit auf meh­rere Ex­pe­di­tio­nen zu je­ner In­sel, für die sein Herz schlägt. Daran lässt der Brams­ted­ter kei­nen Zwei­fel, als er von den Tref­fen mit Grön­län­der be­rich­tet, von ge­mein­sa­men Tou­ren mit Schlit­ten­hun­den und am Ende auch die Frage auf­wirft, wo­hin sich die In­sel und ihre Be­woh­ner ent­wi­ckeln. "Das Land braucht jun­ge, krea­tive Men­schen, aber auch je­ne, die die Tra­di­tion be­wah­ren", sagt Fuchs nach gut zwei Stun­den und be­tont, das Land habe kei­nes­wegs den An­schluss an die Neu­zeit ver­lo­ren: "­Die Grön­län­der nut­zen In­ter­net und se­hen fern, aber ihre Zeit­rech­nung ist ein­fach eine an­de­re", hat er be­ob­ach­tet. Und während sich so man­cher im Pu­bli­kum fragt, wes­halb sich je­mand durch reißende Schmelz­bäche kämpft, sich im In­land­eis ab­seilt oder sich meh­rere hun­dert Ki­lo­me­ter ü­ber zer­klüf­tete Eis­fel­der quält, weist Fuchs auf den Kli­ma­wan­del hin. "­Der ist längst sicht­bar", sagt er und ver­weist auf schwin­dende Eis­flächen, die sich mes­sen las­sen, und auf das wär­mer wer­dende Was­ser. Am Ende zol­len die Be­su­cher dem Ex­pe­di­ti­ons­lei­ter mit lang an­hal­ten­dem Ap­plaus ih­ren Re­spekt, für die Rei­sen und für den Vor­trag. Und wie vor ihm Max Leß­ner kün­digt auch Fuchs gleich eine Fort­set­zung an: Am 7. März 2019 kehrt er mit ei­nem neuen Vor­trag zurück zum Seg­ler­treff. Fo­to: pri­vat

vom 08.03.2018 | Ausgabe-Nr. 10A

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