Wenn am 29. April 2026 die Landesgartenschau Bad Nenndorf ihre Tore öffnet, wird im Landwirtschaftlichen Fenster sichtbar, was die Region hervorbringt. Auf über drei Hektar wächst ein Teil des Geländes, der vollständig von landwirtschaftlichen Verbänden und Initiativen entwickelt und betreut wird. Hier wird Landwirtschaft greifbar – mit Eindrücken aus dem Arbeitsalltag und Einblicken in das, was vor Ort wächst, entsteht und unsere Kulturlandschaft prägt.
„Nirgends bietet sich uns eine bessere Möglichkeit, Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken“, betont Koordinator Cord Lattwesen. Das Landwirtschaftliche Fenster versteht sich als lebendiger Begegnungsort, der Freude an der Natur und am Arbeiten mit ihr wecken möchte. Zugleich verdeutlicht es die Bedeutung regionaler Wertschöpfung und gelebter Tradition für die Zukunft unserer Kulturlandschaft. Hier wächst Zukunft.
Für ein vielfältiges Programm sorgt ein starkes Netzwerk aus Landvolk Weserbergland, Junglandwirten Weserbergland, Landfrauen Schaumburg, Landjugend Schaumburg und der Schaumburger Jägerschaft. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Begeisterung für Natur und Landwirtschaft zu wecken und die Bedeutung regionaler Erzeugnisse erlebbar zu machen. Zahlreiche Aktionen, Beiträge und Formate begleiten die Besucherinnen und Besucher durch die gesamte Laufzeit der Landesgartenschau.
Herzstück des Areals ist ein groß angelegtes Schaufeld, auf dem Kulturen präsentiert werden, die für Norddeutschland typisch sind – von Ackerbohne bis Zuckerrübe, von klassischen Getreidesorten bis zu Mais, Sojabohnen und Flachs, der für ein Projekt des Fördervereins angebaut wird. Viele Kulturen sind bereits ausgesät und beginnen zu wachsen. Spezielle Führungen über das Gelände, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Bunten Klassenzimmer, vermitteln anschaulich Wissen über Anbau, Ernte und regionale Zusammenhänge.
Auch die Entwicklung der Landtechnik wird eindrucksvoll dargestellt: Historische Maschinen des Treckerclubs der Samtgemeinde Nenndorf treffen auf moderne Technik in Kooperation mit Agravis Raiffeisen und LVB-Steinbrink. Mitunter liegen rund 100 Jahre technischer Fortschritt zwischen den Exponaten – etwa beim Vergleich von Aussaat und Dreschen früher und heute.
Ein Informations-Mobil des Milchland Niedersachsen ergänzt das Angebot mit fachkundigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern vor Ort. Ergänzend stehen digitale Informationsangebote über QR-Codes an verschiedenen Stationen zur Verfügung. Transparenz ist dabei ein zentrales Anliegen. „Wir möchten aufklären, diskutieren und Fragen beantworten – auch zur modernen Tierhaltung“, erklärt Lattwesen. Bewusst wurde auf eine dauerhafte Tierhaltung auf dem Gelände verzichtet, da diese die realen Bedingungen in den Betrieben nicht widerspiegeln würde. Stattdessen werden Exkursionen zu einem Milchvieh-Zuchtbetrieb in der Region angeboten.
Neben fachlichen Einblicken prägen auch kulturelle und gemeinschaftliche Beiträge das Landwirtschaftliche Fenster. Die Landfrauen Schaumburg gestalten verschiedene Aktionen, darunter gemeinschaftliche Formate wie das Rudelsingen. Die Landjugend Schaumburg beteiligt sich unter anderem mit dem Bau von Holzbänken und eigenen Veranstaltungen. Die Schaumburger Jägerschaft bringt sich mit Informationsangeboten und Jagdhornbläsern ein und bereichert das Programm um weitere Perspektiven auf Natur und Landschaft.
So entsteht ein lebendiger Ort der Begegnung, der Wissen vermittelt, Traditionen sichtbar macht und den Dialog zwischen Stadt und Land fördert. Das Landwirtschaftliche Fenster lädt dazu ein, Landwirtschaft aus nächster Nähe zu erleben, Zusammenhänge zu verstehen und die Vielfalt der Region neu zu entdecken.
Die Programmpunkte und Termine können im Veranstaltungskalender auf der Internetseite der Landesgartenschau Bad Nenndorf abgerufen werden: www.laga-badnenndorf.de/events