Neue Pflegetoilette im Kurhaus eingerichtet | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Neue Pflegetoilette im Kurhaus eingerichtet

Anke Mill, Rotraut Schiller-Specht, Verein Intensivkinder Niedersachsen präsentieren gemeinsam mit Sarah Lutz und Benjamin Lotz die neue Einrichtung. (Foto: gk)
Anke Mill, Rotraut Schiller-Specht, Verein Intensivkinder Niedersachsen präsentieren gemeinsam mit Sarah Lutz und Benjamin Lotz die neue Einrichtung. (Foto: gk)
Anke Mill, Rotraut Schiller-Specht, Verein Intensivkinder Niedersachsen präsentieren gemeinsam mit Sarah Lutz und Benjamin Lotz die neue Einrichtung. (Foto: gk)
Anke Mill, Rotraut Schiller-Specht, Verein Intensivkinder Niedersachsen präsentieren gemeinsam mit Sarah Lutz und Benjamin Lotz die neue Einrichtung. (Foto: gk)
Anke Mill, Rotraut Schiller-Specht, Verein Intensivkinder Niedersachsen präsentieren gemeinsam mit Sarah Lutz und Benjamin Lotz die neue Einrichtung. (Foto: gk)

Der Verein „Intensivkinder Niedersachsen e.V.“ mit Sitz in Seelze und die Stadt Bad Nenndorf sorgen für Zukunft in Bad Nenndorf, wenn es um Inklusion geht. Auf Initiative des Vereins wurde rechtzeitig zur Landesgartenschau eine „Toilette für alle“ im Kurhaus eingerichtet. Es ist eine geräumige Pflegetoilette, die unter anderem mit einer höhenverstellbaren Pflegeliege und einem Patientenlifter für den rückenschonenden Transfer vom Rollstuhl auf die Liege ausgestattet ist.

Einen Ausflug in den Zoo, in den Freizeitpark oder ganz einfach nur einen langen Stadtbummel machen mit ausführlichem Shoppen, das ist für die meisten Menschen kein Problem, denn öffentliche Toiletten gibt es. Doch nicht für alle geeignet.

„Viele Menschen kommen im Jahresverlauf auch in die Kurstadt Bad Nenndorf. Darunter auch viele mit körperlichen Einschränkungen und erhöhtem Pflegbedarf“, wie Rotraut Schiller-Specht vom Vereinsvorstand erklärt. „Für diese Menschen mit mehrfacher Behinderung oder schwerer Pflegebedürftigkeit, reicht eine übliche Behindertentoilette nicht aus.

Ein Rollstuhl-WC können sie nicht nutzen, sondern brauchen eine Pflegeliege beispielsweise zum Wechsel der Inkontinenzeinlage.“ Dies ist in der neuen Toiletteneinrichtung, im ersten Stock des Kurhauses eingeplant. In dieser Räumlichkeit können Familien ihre Angehörige „in einem auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Umfeld versorgen“.

Für diese Nutzung wurde die Rollstuhl-Bestandtoilette im Kurhaus umgebaut. „Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 10.000 Euro und werden zum Großteil von der Stadt Bad Nenndorf getragen”, schildert Sarah Lutz, Abteilungsleiterin des Gebäudemanagements der Stadt. Der Verein „Intensivkinder Niedersachsen e.V.“ unterstützt den Kauf von Liege und Lifter mit einer Spende in Höhe von 2.356 Euro.

Die WC-Anlage ist barrierefrei von zwei Ebenen aus zu erreichen: Zum einen ebenerdig vom Parkplatz hinter dem Kurhaus und zum anderen von der Promenade aus – dann mit Fahrstuhl, der in das Obergeschoss des Kurhauses führt.

Einzig ein eigenes Lifter-Tuch ist mitzubringen. „Das ist pflegenden Personen bekannt und für sie selbstverständlich. Zudem sind sie mit der Handhabe von Lifter und Liege gut vertraut, sodass sie ihre Angehörigen in einem nahezu vertrauten Umfeld bestmöglich versorgen können“, weiß Anke Mill, 1. Vorsitzende des Vereins Intensivkinder Niedersachsen e.V.

Die neue Einrichtung ermöglicht es explizit Menschen mit komplexen Behinderungen und ihren Begleitpersonen eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, „denn auch sie möchten Veranstaltungen wie die Landesgartenschau Bad Nenndorf genießen und schöne Momente erleben. Im Sinne der Inklusion ist es wichtig, die Infrastruktur für Behindertentoiletten neu zu denken,“ sagt Schiller-Specht.

„Wir freuen uns sehr über die Spende des Vereins und danken für die wichtige Initiative des Vereins Intensivkinder Niedersachsen e.V., der aktiv auf uns zukam und das Thema ‚Toilette für alle‘ bei uns platzierte“, erklärt Benjamin Lotz, Geschäftsführer der Landesgartenschau Bad Nenndorf gGmbH.

„Die ‚Toilette für alle‘ steht nicht nur während der Landesgartenschau Bad Nenndorf vom 29. April bis 18. Oktober zur Verfügung. Sie bleibt dauerhaft bestehen und stellt damit einen nachhaltigen Mehrwert für Bad Nenndorf dar – insbesondere als Kurort mit zahlreichen Reha-Einrichtungen“, führt er weiter aus.

Entsprechende Hinweisschilder im öffentlichen Raum sind geplant.


Winfried Gburek
Winfried Gburek
Freier Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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