Plötzlich Bürgermeister – was jetzt? | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Plötzlich Bürgermeister – was jetzt?

Gelassen und für alle Themen aufgeschlossen beginnt Carsten Kölling sein Amt als Samtgemeindebürgermeister von Rodenberg. (Foto: gk)
Gelassen und für alle Themen aufgeschlossen beginnt Carsten Kölling sein Amt als Samtgemeindebürgermeister von Rodenberg. (Foto: gk)
Gelassen und für alle Themen aufgeschlossen beginnt Carsten Kölling sein Amt als Samtgemeindebürgermeister von Rodenberg. (Foto: gk)
Gelassen und für alle Themen aufgeschlossen beginnt Carsten Kölling sein Amt als Samtgemeindebürgermeister von Rodenberg. (Foto: gk)
Gelassen und für alle Themen aufgeschlossen beginnt Carsten Kölling sein Amt als Samtgemeindebürgermeister von Rodenberg. (Foto: gk)

Eine besondere Amtsübergabe durch seinen Vorgänger oder auch eine amtliche Urkunde gab es für den neuen Rodenberger Samtgemeindebürgermeister Carsten Kölling am 2. November nicht. Der Hintergrund: Der Souverän, die Bürgerinnen und Bürger, haben durch die Wahlen entschieden und ihn gewählt; somit tritt er ohne weitere Beurkundung seinen Dienst an.

Nach seiner Wahl hat Carsten Kölling das Angebot für Neulinge unter den Bürgermeistern gern aufgegriffen und die Schulung des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes sowie des Bildungswerks Niedersachsen zur Vorbereitung auf seine Aufgaben als Samtgemeindebürgermeister von Rodenberg besucht.

Unter dem Titel „Plötzlich Bürgermeister – was jetzt?“ holte er sich das notwendige Handwerkszeug, wofür er sehr dankbar ist, bevor er in dieser Woche das Amt offiziell angetreten hat und sich im Rathaus den Mitarbeitenden vorstellte.

Bereits einen Tag nach der Wahl habe er „die ersten Gespräche geführt mit Anfragen zu verschiedenen Problemen, die die Bürger an mich herangetragen und geklärt haben möchten“, schildert Kölling.

„Auch die Verwaltung ist an mich mit Anfragen herangetreten.“ Es habe seit der Wahl für die Bürgerinnen und Bürger „im Prinzip eine Art luftleeren Raum vor dem offiziellen Amtsantritt“ gegeben, stellt er fest. „So musste ich mich auch gleich überall reinfinden.“

Bürger hätten ihn beim Einkaufen angesprochen oder sich per E-Mail, Instagram, Facebook und mit persönlichen Briefen bei ihm gemeldet. „Darüber war ich sehr überrascht, wie viele auf diese Weise direkt auf mich zugekommen sind, noch bevor ich im Dienst war.“ War das vielleicht schon eine von den Bürgerinnen und Bürgern vorweggenommene Amtseinführung?

Auf diese Weise wurden ihm sehr schnell Themen an die Hand gegeben, mit denen er sich in Zukunft befassen muss: Fragen nach dem Gesundheitszentrum, Stellplätzen und Parkraum, Fragen zur Verkehrsanbindung der einzelnen Ortschaften, Hochwasserschutz und Jugendprojekte. „Eine Fülle von Themen, die oftmals mit konkreten und sehr durchdachten Vorschlägen angereichert sind.“

Dieses Erleben komme ihm ganz entgegen, denn: „Was ich möchte, ist, dass die Bürger beziehungsweise die Einwohner unserer Samtgemeinde die Verwaltung auch als Servicedienststelle erleben. Das heißt, egal welches Problem man hat, egal welches Anliegen man hat: Man kann immer die Verwaltung aufsuchen, man wird nicht abgewiesen, man kriegt immer eine Hilfestellung, man wird gehört, man wird ernst genommen.“

In diesem Bereich gebe es viel Nachholbedarf. „In erster Linie in der Kommunikation und der Frage: Wie kommen wir zueinander? Vielleicht wurde manches auch missverstanden, vielleicht wurde manches auch falsch kommuniziert und vermittelt, aber ich denke, Kommunikation ist hier bei uns in der Samtgemeinde Rodenberg das A und O – ein vermittelnder Charakter, ein ausgleichender Charakter – und letztendlich ist das auch eine Erdung und trägt zur Klärung bei, was wir hier wirklich wollen.“

Zu seinem Weg des Kennenlernens der Samtgemeinde gehört, so betont er gegenüber dieser Zeitung, insbesondere auch der Besuch der Gremiensitzungen sowie der Fraktionen.

„So werde ich alle konstituierenden Sitzungen aufsuchen. Darüber hinaus strebe ich an, in verschiedenen Gemeinden das Amt des Gemeindedirektors zu übernehmen. Und mein Büro steht für alle offen.“

Das Lernen und Reflektieren solle in diesem Sinne auch nicht aufhören. „Ich habe mir vorgenommen, mindestens einmal im Jahr an einer Ratssitzung der jeweils anderen Gemeinden teilzunehmen, um zum Beispiel zu sehen, wie das läuft, was die Menschen und den Rat beschäftigt, ob es Probleme gibt und wo man sie unterstützen kann.“


Winfried Gburek
Winfried Gburek
Freier Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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