„Es braucht endlich konkrete Maßnahmen“ | Wunstorfer-Stadtanzeiger

„Es braucht endlich konkrete Maßnahmen“

Der stellvertretende Stadtbrandmeister Benjamin Heidorn (v.li.) gratuliert Norman Brockhoff und Marcel Nellesen im Beisein von Robert Focke und Dennis Tatje zur Beförderung. (Foto: gi)
Der stellvertretende Stadtbrandmeister Benjamin Heidorn (v.li.) gratuliert Norman Brockhoff und Marcel Nellesen im Beisein von Robert Focke und Dennis Tatje zur Beförderung. (Foto: gi)
Der stellvertretende Stadtbrandmeister Benjamin Heidorn (v.li.) gratuliert Norman Brockhoff und Marcel Nellesen im Beisein von Robert Focke und Dennis Tatje zur Beförderung. (Foto: gi)
Der stellvertretende Stadtbrandmeister Benjamin Heidorn (v.li.) gratuliert Norman Brockhoff und Marcel Nellesen im Beisein von Robert Focke und Dennis Tatje zur Beförderung. (Foto: gi)
Der stellvertretende Stadtbrandmeister Benjamin Heidorn (v.li.) gratuliert Norman Brockhoff und Marcel Nellesen im Beisein von Robert Focke und Dennis Tatje zur Beförderung. (Foto: gi)

In der Stadt gibt es zehn Ortswehren, begonnen haben die Versammlungen in Klein Heidorn, sie endeten im März in Steinhude. Normalerweise sollte die Versammlung in Steinhude im Januar stattfinden, durch den plötzlichen Tod des ehemaligen Ortsbrandmeisters Ralph Nellesen kam es zu der Verlegung. Die Ortswehren und auch ihre Fördervereine haben mit großem Engagement ihre immer sehr gut besuchten Versammlungen durchgeführt. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind ein unverzichtbarer Teil für die Sicherheit der Bevölkerung. Es habe einen Zwischenfall (Pöbelei) an Neujahr bei einem Einsatz Klinikum gegeben. Und auch das ist einer zu viel. Unsere Zeitung war bei jeder Versammlung vor Ort dabei, nachstehend der Bericht des Steinhuder Ortsbrandmeisters Marcel Nellesen.

„Die Zahl der Aktiven ist leicht gesunken, sie liegt ohne die heutigen Neuzugänge aus der Jugendfeuerwehr bei 63, davon sind elf Frauen“, so Nellesen. Gesunken ist der Altersschnitt der Wehr mit 35,6 Jahren um mehr als ein Jahr. Insgesamt sei das Einsatzgeschehen ruhiger gewesen, doch einzelne Einsätze forderten die Ortswehr teils sehr kräftig. Es gab 66 Einsätze, davon elf Brände und 31 technische Hilfeleistungen. „Mit 26 Einsätzen auf dem Meer sehen wir weiter eine steigende Tendenz. Insbesondere die Anzahl an erkrankten Menschen auf den Fahrgastschiffen oder auf dem Wilhelmstein nimmt zu“, berichtete der Ortsbrandmeister. Es wurden 28 Menschen aus einer Notlage befreit. Insgesamt ergibt sich für die Wehr eine Summe von 10.771 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Der Fahrzeugpark sei Dank des Engagement der Gerätewarte Florian Pickert und Cedric Weerts in einem guten Zustand. Trotzdem bleibe der Altersdurchschnitt der Fahrzeuge mit über 20 Jahren eine Herausforderung. Doch eine Verjüngung sei in Sicht mit einem MTW für die Jugendfeuerwehr, ein Mittleres Löschfahrzeug und ein Tanklöschfahrzeug.

Bei dem Thema Gerätehaus spart Nellesen nicht mit Kritik an der Stadtverwaltung. Das 60 Jahre alte Gebäude zeige deutliche strukturelle und funktionale Defizite, die die Sicherheit der Helferinnen und Helfer beeinträchtigten. Der Ortsbrandmeister wies auf das gravierende Problem der Abgassauganlage hin, die Missstände seien der Stadt bekannt, 2023 wurden Haushaltsmittel zur Modernisierung beantragt worden, doch trotz mehrerer Hinweise und Nachfragen sei keine Umsetzung erfolgt. Auch die im Jahr 2024 beantragte Neubeschichtung des Hallenbodens sei bisher nicht erfolgt. Es dürfen nach Meinung von Nellesen die Entscheidung über die Reihenfolge künftiger Neubauten von Feuerwehrhäusern nicht allein anhand von Ortsgrößen abhängen. Maßgeblich müssten vielmehr Gefährdungen in den bestehenden Gebäuden berücksichtigt werden. Nellesen erwartet keine weiteren Prüfaufträge oder Absichtserklärungen, sondern konkrete Maßnahmen. „Unsere Kameradinnen und Kameraden steten jederzeit für die Sicherheit dieser Stadt ein, es ist an der Zeit, dass die Stadt dasselbe auch für sie tut“, so Nellesen.

Grußworte

Leiter Fachbereich Ordnung und Sicherheit, Markus Saars, erinnerte an den viel zu früh gestorbenen langjährigen Ortsbrandmeister Ralph Nellesen. Er leitete 23 Jahre die Geschicke der Ortswehr, Entscheidungen habe Ralph Nellesen zum Wohle der Bürger getroffen. Saars führte aus, dass die Stadt die Pflicht habe, für zeitgemäße Rahmenbedingungen zu sorgen. Die Mängel am Feuerwehrhaus müssten beseitigt werden, ein Standort für einen Neubau sei zu sichern. Ortsbürgermeisterin Christiane Schweer brachte ihre Betroffenheit zum Tod von Ralph Nellesen zum Ausdruck. Seine Persönlichkeit werde allen in guter Erinnerung bleiben. „Auf die Ortswehr können sich die Bürger in Notlagen immer verlassen“, sagte Schweer. Pastor Markus Weseloh dankte der Ortswehr für ihre Arbeit, er wird seiner Heimat ein Stück näherkommen und im Sommer in den Landkreis Stade wechseln. Der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Martin Höflich berichtete über die Aktivitäten in der Region, der stellvertretende Stadtbrandmeister Benjamin Heidorn informierte über Fahrzeugbeschaffungen und den Neubau der Feuerwehrhäuser. Insgesamt sei die Feuerwehr in der Stadt gut unterwegs. Grußworte richteten an die Anwesenden auch die Feuerwehren aus Großenheidorn und Hagenburg, der Schützenverein, die Wettfahrtvereinigung sowie die Johanniter.

Ehrungen

Für 25 Jahre aktiven Dienst in der Ortswehr Steinhude wurde Dominik Austermann und für 50 Jahre Bernd Wulf geehrt. Jürgen Walter ist 60 Jahre dabei, er ist Mitglied in der Altersgruppe. Mit der Hochwasserehrennadel des Landes Niedersachsen wurden 41 Kameradinnen und Kameraden geehrt.

    Beförderungen

    Befördert wurden zum Feuerwehrmann Felix Kauke und Mattis Waßmann, zur Oberfeuerwehrfrau und zum Oberfeuerwehrmann Mira Herrmann und Jan Ole Jakob, zum Hauptfeuerwehrmann Lukas Löw und Pascal Ziadek, zur 1. Hauptfeuerwehrfrau und zum 1. Hauptfeuerwehrmann Natasha Diana Dunst, Sven Engel, Harald Müller und Florian Pickert, zum Oberlöschmeister Rolf Eike Beer, zur Oberlöschmeisterin Beatrice Waßmann, zur Hauptlöschmeisterin Daniela Krückeberg und zum Hauptlöschmeister Andreas Meuter, zum 1. Hauptlöschmeister Harald Bühmann, Claus Heidemann, Lars Hodann, Andy Peine und Thomas Pickert, zum Brandmeister Norman Brockhoff und zum Oberbrandmeister Marcel Nellesen.


      Hans-Heiner Giebel (gi)
      Hans-Heiner Giebel (gi)
      Freier Journalist
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