Die Stiftskirchengemeinde feiert den Martin-Luther-King-Day mit einem besonderen Gottesdienst in der Stadtkirche. Am Sonntag, den 25. Januar um 18 Uhr erinnert die Gemeinde an den Geburtstag des Bürgerrechtlers Martin Luther King. Das Thema in diesem Jahr lautet: „Martin Luther King und der zivile Ungehorsam“. Vor 70 Jahren wehrte sich Rosa Parks gegen die Rassentrennung in den Bussen von Montgomery. Ihr ziviler Ungehorsam führte zum Busboykott und markierte den Beginn der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Der junge Pastor Martin Luther King wurde ihr Anführer und machte Gewaltfreiheit zum zentralen Mittel des Protests.
Die Wunstorfer Pfadfinder vom Stamm „Martin Luther King“ erinnern gemeinsam mit Pastor Volker Milkowski an diese Ereignisse. Für die musikalische Gestaltung sorgt der Gospelchor „KUM BA YAH“ aus Neustadt unter der Leitung von Dietmar Brodkorb. Mit traditionellen Spirituals schafft der Chor eine besondere Atmosphäre und lädt die Besucher zum Mitsingen ein. Der Gottesdienst dauert etwa 75 Minuten und enthält neben Musik auch Videoclips mit Ausschnitten aus Kings Reden sowie eine Werkstattphase für Diskussionen in kleinen Gruppen. Die Pfadfinder sehen in King ein Vorbild, das auch heute aktuell ist: „Rassismus, Ungerechtigkeit, Armut und Krieg sind Themen, die uns beschäftigen“, sagt Florian Heil, Leiter der Wunstorfer Pfadfinder. „Übrigens war Martin Luther King selbst Pfadfinder und in seiner Heimatstadt Atlanta Mitglied des Troop 151 an der Ebenezer Baptist Church“, so Heil.
„Martin Luther King ist eine inspirierende Persönlichkeit, die gegen Unrecht aufstand und für die sprach, die selbst keine Sprache haben. Die Idee für den gewaltlosen Widerstand hat King von Gandhi gelernt“, sagt Pastor Volker Milkowski, der den Gottesdienst mit Pfadfindern vorbereitet hat. Weltweit berühmt wurde Martin Luther King durch den Marsch auf Washington im Jahr 1963. Mehr als 250.000 Menschen demonstrierten friedlich für ein Ende der Rassentrennung und für Gleichberechtigung und Frieden. Hier hielt der spätere Friedensnobelpreisträger seine bekannteste Rede „Ich habe einen Traum“. Martin Luther King verstand seinen Einsatz für Gerechtigkeit als Ausdruck christlicher Nächstenliebe. Seine Vision einer Welt ohne Gewalt und Diskriminierung ist bis heute nicht erfüllt. Die Erinnerung an seinen Geburtstag bietet Gelegenheit, seine Botschaft neu zu hören.