Lange hatte die Besitzerin der weit über die Grenzen hinaus bekannten Gaststätte „Hähnchen Bruns“, Kerstin Bruns, mit dem Gedanken gespielt, das Restaurant, die Gaststätte und das Gebäude mit den Gästezimmern zu verkaufen. Im Gespräch mit dem Schaumburger Wochenblatt machte sie deutlich, dass sie irgendwann feststellte, dass ihr Herz so sehr an der Tradition hängt, dass der Verkauf nicht mehr infrage kam. Insbesondere die Konzepte für eine Nachnutzung, die Kaufinteressenten ihr vorschlugen, konnten sie nicht überzeugen. Die gelernte Köchin war nach ihrer Ausbildung in den Familienbetrieb eingestiegen und hatte diesen über 30 Jahre lang sehr erfolgreich geführt.

161 Jahre Familientradition

Ein buntes Glasbild über dem Eingang zum Restaurant weist darauf hin, dass sich die Gaststätte seit 1865 und damit seit über 160 Jahren im Familienbesitz befindet. Kerstin Bruns kann sich erinnern, dass eine der Spezialitäten, für die die Küche sehr bekannt ist, die besonderen Hähnchen, vor etwa 60 Jahren seinen Anfang nahm. Das alles wollte und konnte die Geschäftsfrau nicht einfach aufgeben, so Bruns. Nach einer Reihe von schlaflosen Nächten sprach Kerstin Bruns ihre langjährige Mitarbeiterin Selda Ates an und fragte, ob sie sich eine Fortführung als Pächterin vorstellen könne. „Ich war schon sehr traurig wegen des möglichen Verkaufes,“ blickt Ates auf die Pläne von Kerstin Bruns zurück. Spontan sagte sie zu. Nach über 10 Jahren im Betrieb lagen Selda Ates die vielen Kunden und auch ihre Chefin am Herzen und sie wusste, dass bei einem Verkauf alle 12 Mitarbeiter gegangen wären. Schnell waren sich die beiden Frauen einig, dass Hähnchen Bruns genauso weitergeführt werden sollte, wie es die Menschen gewohnt waren.

Hähnchen Bruns bleibt erhalten, wie die Menschen es kennen!

„Das Geheimnis liegt darin, dass wir nichts ändern,“ stellt Kerstin Bruns fest. Über einen Artikel im Schaumburger Wochenblatt über die Nachfolgeregelung in der ehemaligen Tanzschule „Bésuch“, erinnerte sich Bruns an den Wirtschaftsförderer Lars Masurek, der den Kontakt zu den Business-Angeln Axel Sendke und Axel Bergmann herstellte. Die beiden hatten im vergangenen Jahr Saskia Hinz bei der Gründung ihrer Tanzlounge unterstützt – mittlerweile ein sehr erfolgreich geführtes Unternehmen. In vielen Terminen, Besprechungen und Gesprächen konnten Sendke und Bergmann den beiden mutigen Frauen die Unterstützung bieten, die zur Lösung der, so Bergmann, sehr komplexen Umstände, erforderlich waren. Neben der großen Unterstützung durch die Eigentümerin Kerstin Bruns, kann die frisch gebackene Pächterin auf „großartige Hilfe” durch die Familie setzen.

Große Unterstützung der Start-Up-Gründerin

Die 47-jährige hat vier Kinder im Alter zwischen 15 und 30 Jahren und alle haben ihre Unterstützung zugesagt. „Wenn alle hinter mir stehen, wenn nicht jetzt, wann dann,“ begründet Ates ihren Schritt in die Selbstständigkeit. Auch die beiden Business-Angel werden weiter an der Seite der Start-Up-Gründerin stehen. Insbesondere bei den komplexen betriebswirtschaftlichen Herausforderungen wollen die beiden Geschäftsmänner ihre Erfahrungen einbringen. Kerstin Bruns freut sich, dass sie nach mehr als 30 Jahren erfolgreicher Unternehmensführung mit Disziplin und Durchhaltevermögen die Traditionsgaststätte in gute Hände geben kann und sich in einem benachbarten Landkreis einen persönlichen Traum erfüllen kann. Axel Sendke resümierte im Gespräch mit dem Schaumburger Wochenblatt: “Es ist hier eine einmalige Situation. Es ist großartig, wie Kerstin Bruns Frau Ates unterstützt und damit die Familientradition von Hähnchen Bruns erhalten bleibt!“