Positive Bilanz mit Warnsignal | Wunstorfer-Stadtanzeiger

18.03.2026 07:01

Positive Bilanz mit Warnsignal

Zahlen vorgelegt: Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025. (Foto: Polizei)
Zahlen vorgelegt: Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025. (Foto: Polizei)
Zahlen vorgelegt: Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025. (Foto: Polizei)
Zahlen vorgelegt: Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025. (Foto: Polizei)
Zahlen vorgelegt: Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025. (Foto: Polizei)

Die Polizeidirektion Hannover hat die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 veröffentlicht und meldet für die Region erneut einen deutlichen Rückgang der Gesamtkriminalität. Mit 103.478 registrierten Fällen liegt die Zahl auf dem zweitniedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Aufklärungsquote hat sich leicht auf 61,14 Prozent verbessert. Getragen wird die Entwicklung insbesondere durch weniger Diebstahls- und Rauschgiftdelikte. So gehen die Fahrraddiebstähle um mehr als 18 Prozent zurück. Der starke Rückgang der Rauschgiftdelikte steht nach Behördenangaben auch mit der gesetzlichen Teillegalisierung von Cannabis in Verbindung, die seit April 2024 gilt.

Die Zahl der Tatverdächtigen sinkt insgesamt um gut fünf Prozent auf 41.388 Personen. Rund 75 Prozent der Beschuldigten sind männlich, etwa 81 Prozent bei der Tat 21 Jahre oder älter. Ein ähnliches Verhältnis zeigt sich bei den 27.935 registrierten Opfern, deren Zahl leicht steigt. Männer sind auch hier häufiger betroffen. Im Bereich der Gewaltkriminalität verzeichnet die Polizei einen Rückgang um rund sieben Prozent auf 4.681 Fälle. Auch Messerangriffe nehmen ab – wenn auch nur leicht – und liegen mit 794 Fällen weiterhin auf hohem Niveau. Die seit Ende 2025 ganztägig geltenden Waffenverbotszonen sollen nach Angaben der Behörde entscheidend zur Entschärfung beitragen. Ebenfalls zurückgegangen sind die Fälle häuslicher Gewalt. Mit 6.631 registrierten Taten meldet die Polizei ein Minus von rund 180 Fällen. Die meisten Delikte entfallen dabei auf Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Neue Kooperationsangebote mit Beratungsstellen sollen den Zugang zu Hilfsangeboten weiter verbessern.

Die Zahlen der Kinder- und Jugendkriminalität entwickeln sich ebenfalls positiv. 1.682 Kinder und 3.340 Jugendliche werden als tatverdächtig erfasst – jeweils ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Besonders markant ist die Entwicklung im Bereich der jugendlichen Gewaltkriminalität, deren Fallzahlen um mehr als 25 Prozent sinken. Gegen den positiven Trend steigen die Angriffe auf Einsatzkräfte an. 1.129 Fälle richten sich gegen Polizisten, 98 gegen Rettungskräfte. Beide Werte stellen neue Höchststände dar. Die Behörden sehen darin ein „deutliches Warnsignal“ und kündigen konsequentes Vorgehen gegen solche Übergriffe an. Um schwere Gewaltstraftaten frühzeitig zu verhindern, führt die Polizei Niedersachsen ein neues Konzept zum Früherkennungs- und Bedrohungsmanagement ein. Dabei sollen Hinweise auf gefährliche Entwicklungen strukturiert erfasst, bewertet und gemeinsam mit Netzwerkpartnern frühzeitig aufgegriffen werden.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
north