Das hiesige Polizeikommissariat hat die Verkehrsstatistik des vergangenen Jahres vorgestellt. Leicht angestiegen ist die Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle (VU) um 7,56 Prozent von 938 auf 1009. „Der Tourismus könnte ein Erklärungsansatz für den entgegengesetzten Trend in Wunstorf sein, da dort, wo sich mehr Menschen im öffentlichen Verkehrsraum begegnen, die Wahrscheinlichkeit von schädigenden Ereignissen steigt. Inwieweit hierbei die Ablenkung durch Handynutzung eine Rolle spielt, kann nicht verifiziert werden“, sagt Polizeichefin Britta Schwarz. Es gab einen Verkehrstoten, das sei ein weiterer tiefer Wert. „Jeder tödlich verletzte Mensch bleibt einer zu viel, wir betrachteten deshalb jeden tödlichen Verkehrsunfall im Rahmen der Unfallkommission“, sagt der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Christian Wolf Schäfer.
Die Zahl der Verunglückten (schwerverletzt/leichtverletzt) ist gesunken um 3,82 Prozent, die Unfallzahlen der im Straßenverkehr verkehrsunfallbeteiligten Fußgänger stieg von 13 auf 26. Die Zahl der verunglückten Fußgänger stieg von 9 auf 14. „Menschen, die sich zu Fuß im öffentlichen Verkehrsraum bewegen, gehören zu einer besonderen Risikogruppe. Deshalb waren die sinkenden Fallzahlen im Jahr 2024 besonders erfreulich. Mit der Steigerung der Fallzahlen im Jahr 2025 erreichten die Zahlen das Niveau im 5-Jahresvergleich. Wir bleiben bei der Präventionsarbeit weiterhin rührig, um Menschen in ihren selbstsorgenden Verhalten zu stärken und die Achtsamkeit aller im öffentlichen Verkehrsraum zu fördern“, berichtet Schäfer.
Die Zahl der verkehrsunfallbeteiligten Fahrrad- und Pedelec-Fahrer ist von 93 auf 90 leicht gesunken. Auch zurückgegangen ist die Zahl der verunglückten Fahrrad- und Pedelec-Fahrer von 83 auf 72. „Hier kommt unserem Kursangebot für Kinder und Seniorinnen/Senioren eine besondere Bedeutung zu. Ich freue mich, dass die Präventionsangebote von unseren Kolleginnen aus dem Kontaktbereichsdienst weiterhin von den Wunstorferinnen und Wunstorfern so gut angenommen werden“, merkt Schwarz an. Die Zahl der verkehrsunfallbeteiligten Kraftradfahrern ist von 23 auf 24 gestiegen, die Zahl der verunglückten Kraftradfahrern verbleibt mit 18 auf dem Stand des Vorjahres.
In der Gruppe der 6- bis 14-jährigen Kinder ist die Gesamtanzahl von 15 Verunglückten auf 17 gestiegen. Alle verunfallten Kinder blieben leichtverletzt. „Kinder bedürfen als Verkehrsteilnehmende unseren besonderen Schutz. Daher investieren wir weiterhin in die Verkehrserziehung gemeinsam mit den Kindertagesstätten und Schulen“, betont Schäfer. In der Gruppe der jungen Erwachsenen von 18 bis 24 Jahre ist die Zahl von 35 Verunglückten auf 27 gesunken. „Ein besonderes Augenmerk richten wir daher weiterhin auf junge Kraftfahrzeugführende und werden gezielte Kontrollen zu den Hauptunfallursachen durchführen“, sagt Schäfer. In der Gruppe der Seniorinnen/Senioren ab 65 Jahre ist die Zahl von 45 Verunglückten auf 57 gestiegen. Die Zahl der Schwerverletzten reduzierte sich von 9 auf 5 und stellt den tiefsten Wert der letzten fünf Jahre dar.
Auf dem Schulweg sind im Jahr 2025 sieben Kinder leicht verletzt worden. Die Zahl der verkehrsunfallbeteiligten E-Scooterfahrer sind von 10 auf 19 angestiegen. „Im Zuge der fortschreitenden Verkehrswende hat die Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scooter) deutlich zugenommen. Damit einhergehend ist eine Steigerung beim Unfallgeschehen zu verzeichnen. Der E-Scooter entwickelte sich zu einem wichtigen Baustein der Mobilität, doch die Sicherheit steht nicht im Einklang mit der Beliebtheit“, so der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. Die wachsende Vielfalt auf dem engen Verkehrsraum erfordere mehr gegenseitige Rücksichtnahme, die Polizei führe daher verstärkte Kontrollmaßnahmen durch.
Mit 311 Straftaten stieg die Gesamtanzahl beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort um 7,98 Prozent. Erfreulich ist die Steigerung der Aufklärungsquote auf 44,69 Prozent. „Ich freue mich über die Entwicklung der Aufklärungsquote, die sich auch dadurch erklärt, dass Menschen sich als Zeugen für die polizeilichen Ermittlungen zur Verfügung gestellt haben. Davon lebt unsere polizeiliche Arbeit“, sagt die Kommissariatsleiterin.
Als Unfallhäufungsstellen wies das Kommissariat folgende Bereiche aus: B 441, Alte Bahnhofstraße/Düendorfer Weg, B 441 Hagenburger Straße Ein- und Ausfahrt Marktkauf, K 344 Adolf-Oesterheld-Straße/Auf- und Abfahrt B 441, K 331/K 332, B 441/K 322, L 392/L 403 und K 333 Leinechaussee/K 334 Frachtweg.