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Nadja-Elena von Storch ist die neue Pastorin der St. Nikolai Kirche. (Foto: ste)

Sommerweihnacht in St. Nikolai

Ein Hauch von Weihnachten mitten im Sommer: Die St.-Nikolai-Kirche in Rinteln war voller Leben, als die Gemeinde den Aufstellungsgottesdienst ihrer neuen Pastorin Nadja-Elena von Storch feierte. Die historischen Mauern schienen die Hitze der letzten Tage zu speichern und verwandelten den Gottesdienst in eine warme Einladung an alle Anwesenden. Mit feierlichem Orgelklang von Kantorin Daniela Brinkmann zog Nadja-Elena von Storch gemeinsam mit dem Kirchenvorstand in das Gotteshaus ein. Die dicken Kalkmauern riefen die sommerliche Wärme in Erinnerung, doch vor allem war es die menschliche Wärme, die den Moment prägte. Harald Scheibe, der Vorsitzende des Kirchenvorstands, zeigte sich sichtlich bewegt: „Ja, ist denn schon Weihnachten?“ Ein Lächeln huschte über seine Lippen; er wünschte sich, dass ein solcher Empfang öfter in St. Nikolai erlebt werde. Die tiefe Verbundenheit der Gemeinde begleitete den gesamten Festgottesdienst. Bereits in den vorherigen Beratungen hatte der Kirchenvorstand einstimmig Nadja-Elena von Storch als Nachfolgerin von Pastor Dr. Mosig vorgesehen. Die erfahrene Seelsorgerin kommt aus Barkhausen und richtet nun ihren Blick auf Rinteln. In ihrer nachdenklich-intensiven Einführungspredigt stellte Pastorin von Storch das Abendmahl in den Mittelpunkt. Sie zog Parallelen zu unseren alltäglichen Festen und Einladungen, bei denen oft auch ein unsichtbarer Gast dabei ist. In einer Welt voller Überfluss rief sie zur Besinnung auf: Christus suche nicht nach unseren Fehlern, sondern sehe uns mit liebevollen Augen an – als denjenigen, der uns erschaffen hat. Er stille den wahren Hunger der Seele in einer Gesellschaft, die oft satt ist. Nach dem Segen verließ die Gemeinde den Gottesdienst nicht sofort. In einer gemütlichen, zugewandten Runde bot sich Raum für Gespräche und persönliche Fragen an die neue Pastorin. Formell geht der Weg nun weiter: Bis nächsten Samstag steht der kirchenüblichen Fristlauf offen, um etwaige Einsprüche gegen die Ernennung beim Kirchenvorstand einzureichen. Anschließend wird die Landeskirche Hannover der Ernennung endgültig zustimmen und der offizielle Schritt in die nächste Glaubensphase besiegelt.
Nadja-Elena von Storch soll als neue Pastorin am Sonntag in die St. Nikolai-Gemeinde aufgenommen werden.  (Foto: privat)

Eine neue Stimme für St. Nikolai

Die Würfel sind gefallen, und die Kirchengemeinde St. Nikolai in Rinteln darf sich auf ein neues Gesicht im Pfarramt freuen. Der Kirchenvorstand hat die 41-jährige Nadja-Elena von Storch zur neuen Pastorin gewählt. Die verheiratete Mutter einer Tochter bringt einen spannenden Lebenslauf mit nach Rinteln, denn vor ihrem Theologiestudium absolvierte sie eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten – eine Erfahrung, die ihr im Gemeindealltag sicherlich zugutekommen wird. Ein ganz entscheidender Moment auf ihrem Weg steht nun kurz bevor: die sogenannte Aufstellungspredigt. Am Sonntag, 19. Juli, öffnet die St. Nikolai-Kirche um 17 Uhr ihre Türen für alle Gemeindemitglieder und Neugierigen. Dieser besondere Gottesdienst ist die perfekte Gelegenheit, die neue Pastorin zum ersten Mal live zu erleben, ihrer Predigt zu lauschen und einen ganz persönlichen Eindruck von ihr zu gewinnen. Mit diesem Gottesdienst läutet die Gemeinde gleichzeitig das kirchenrechtliche Finale des Besetzungsverfahrens ein. Direkt im Anschluss beginnt eine einwöchige Einspruchsfrist. Verläuft alles nach Plan, wird Nadja-Elena von Storch am 1. November offiziell ihren Dienst in Rinteln antreten. Die Vorfreude im Kirchenvorstand ist jedenfalls riesig. Harald Scheibe betont, wie glücklich man über die Wahl dieser engagierten und erfahrenen Seelsorgerin sei, und lädt die gesamte Gemeinde und alle Interessierten von Herzen dazu ein, diesen wichtigen ersten Schritt gemeinsam zu gehen.
Pastorin Franziska Oberheide.

Über Vergangenheit

Ich hoffe, dass Dein gestern gut war. Denn was vorbei ist, das kann man nicht mehr ändern. Man kann nichts dazutun. Und nichts wegnehmen. Gestern ist Vergangenheit. Gestern haben wir Erfahrungen gemacht. Dinge erlebt. Diese Geschehnisse sind geschehen. Die Worte sind gesagt. Die Erlebnisse erlebt. Sie kommen so nicht wieder. Sie waren. Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lk 9,62) So lautet der Vers für die kommende Woche. Hinter Dir liegt die vergangene Zeit – wie ein Acker, den Du bestellt hast. Also geht Dein Blick nach vorne. Was wird morgen sein? Morgen kommt noch. Ist noch nicht. Liegt in der ungewissen Zukunft. Wie genau Dein Morgen sein wird – das weißt Du jetzt noch nicht. Wir bewegen uns dazwischen. Zwischen gestern und morgen. Im Heute. Nur heute ist tatsächlich. Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Ich habe übers Pflügen gelesen: Der Erfolg des Pflügens hängt vom richtigen Zeitpunkt, von der richtigen Tiefe und auch von der Witterung ab. Jetzt ist der Zeitpunkt um sich auf den Grund und Boden unter Dir zu besinnen. Jetzt und hier, wo Du gerade stehst. Gestern – da liegt sicherlich einiges, was gewachsen ist. Was Du umgesetzt haben, und was Frucht getragen hat. Vielleicht macht das ein oder andere auch wehmütig – weil die Frucht, die es gebracht hat, schon wieder geerntet und vergangen ist. Anderes macht stolz und froh. An dem Acker hinter Dir kannst Du sehen, was Du alles geschafft hast. Aber: Nur Rückschau – das geht nicht. Das raubt dem Moment zu viel Aufmerksamkeit. Vor Dir liegt noch viel unbebautes Land. Wie wird der Boden dort sein? Und hält das Wetter, um weiterzupflügen? Auch dieser Gedanke bringt aktuell nichts. Denn es kommt doch darauf an, wie es gerade ist. Heute ist heute. Und so wünsche ich Dir, dass Du wach wahrnimmst wo Du gerade stehst. Auf dem Acker Deines Lebens. Und auf dem Weg ins Reich Gottes.
Pastorin Wiebke Dankowski aus Krankenhagen. (Foto: privat)

Die Sache mit dem Teufel

„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ Dieser Vers aus dem 1. Johannesbrief ist der Spruch für die kommende Woche. Und er inspiriert mich, darüber nachzudenken, welche Rolle der Teufel für unseren Glauben noch spielt, wenn überhaupt. „Teufel“ klingt ja so nach Mittelalter, nach scharzhaarigem, zotteligen Wesen mit Pferdefuß und Hörnern. Als moderner Mensch amüsiert man sich gerne über solche naiven Darstellungen. Obwohl, haben all die Monster in Horrorfilmen und Psychothrillern nicht irgendwie doch eine Ähnlichkeit mit den Teufelsdarstellungen aus alter Zeit? Das verbindende Thema ist geschichtsübergreifend die Macht des Bösen und seine Bedrohung. Was wir von Bildern kennen, hat aber nicht automatisch seinen Anhaltspunkt in der Bibel. Hier ist nämlich nichts über das Aussehen des Teufels gesagt, aus gutem Grund. Man kann den Teufel nicht an einer konkreten Gestalt festmachen. Wenn es um den Teufel geht (gar nicht so oft übrigens! Teufel/Satan kommt im Neuen Testament ca. 70-mal vor, Liebe/lieben hingegen ca. 200-mal), dann geht es um seine Funktion und seine Absichten. Entsprechend trägt er auch unterschiedliche Bezeichnungen. Als Diabolos verursacht er Chaos. Als Satan gibt er den Widersacher gegen die guten Pläne Gottes. Als Belial steht er für Destruktivität. An anderen Stellen taucht er auf als Verführer und Versucher. Besonderers ansprechend finde ich auch das Etikett „Hinderer“ für das, was wir auch als Murphys Gesetz kennen: Alles, was schiefgehen kann, geht schief.“ All diese Eigenschaften wie Chaos verursachen, Sabotage, Zerstörungswut, Manipulation, Frustration kennen wir nur zu gut. Sie haben einerseits immer etwas mit einzelnen Menschen zu tun, die irgendwie daran beteiligt sind. Aber die Macht des Bösen beschränkt sich nicht auf Einzelpersonen. Es gibt keine Einteilung in gute und böse Menschen und es gibt keine menschliche Möglichkeit, das Böse einfach abzuschaffen. Es hat uns alle am Wickel. Wir müssen uns lebenslang damit auseinandersetzen. Mit unseren eigenen Anteilen, mit dem bösen Verhalten anderer, mit dem Bösen in Systemen und Zwängen, die unsere Freiheit zum Guten beschränken. Um die Freiheit zum Guten zu leben und auszubauen, brauchen wir Unterstützung, guten Rat und Korrektur. Der Umgang mit konstruktiven Menschen hilft uns dabei und in besonderer Weise auch der Umgang mit Jesus im Gebet und in der Beschäftigung mit seinem Leben. Auch er und gerade er wurde ja immer wieder vom Teufel bedrängt, hat ihm ein ums andere Mal Paroli geboten und mit seinem Tod und seiner Auferstehung der Liebe endgültig zum Sieg verholfen. Bei ihm sind wir also bestens aufgehoben im Bemühen um das Gute und in der Überwindung des Bösen.
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