Als Impulsgeber wirken | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Als Impulsgeber wirken

Sprechen über künftige Strukturen des Netzwerkes (v.li.): Heike Leitner, Hajo Arnds, Elisabeth Momma (Stadtverwaltung) und Svenja Barembruch. (Foto: tau)
Sprechen über künftige Strukturen des Netzwerkes (v.li.): Heike Leitner, Hajo Arnds, Elisabeth Momma (Stadtverwaltung) und Svenja Barembruch. (Foto: tau)
Sprechen über künftige Strukturen des Netzwerkes (v.li.): Heike Leitner, Hajo Arnds, Elisabeth Momma (Stadtverwaltung) und Svenja Barembruch. (Foto: tau)
Sprechen über künftige Strukturen des Netzwerkes (v.li.): Heike Leitner, Hajo Arnds, Elisabeth Momma (Stadtverwaltung) und Svenja Barembruch. (Foto: tau)
Sprechen über künftige Strukturen des Netzwerkes (v.li.): Heike Leitner, Hajo Arnds, Elisabeth Momma (Stadtverwaltung) und Svenja Barembruch. (Foto: tau)

Das KulturNetzWerk strebt im Frühjahr die Bildung eines Dachvereins an. Bislang ist das Netzwerk ein loser Zusammenschluss von über 20 Vereinen und Kulturschaffenden. Allerdings erfordern bestimmte Projekte wie etwa zuletzt die Organisation der Nacht der Kultur eine professionellere Struktur, sagt Sprecher Hajo Arnds. Das mache vor allem deshalb Sinn, wenn es darum geht, Sponsorengelder einzuwerben und zu verwalten. Für die letzte Nacht der Kultur sind beispielsweise Ausgaben in Höhe von 10.000 Euro getätigt worden. Eine weiterer Aspekt ist die bessere Sichtbarkeit und Handlungsfähigkeit. So könne sich Arnds künftig auch einen Kulturausschuss als städtisches Gremium vorstellen. Bislang ist das Thema Kultur dem Sozialausschuss zugeordnet.

Die professionelle Organisation der Kulturschaffenden ist eine Grundvoraussetzung für diese Überlegungen. Ein Dachverein könne als neuer Impulsgeber aktiv Lobby- und Vernetzungsarbeit betreiben. Um weitere Projekte zu planen und vorzubereiten, ist die Vereinsstruktur ebenfalls hilfreich. So ist im Anschluss an die letzte Nacht der Kultur die Idee entstanden, bei einem nächsten Event die Ortsteile mehr einzubinden, um auch dort das kulturelle Leben zu fördern oder neu zu wecken. Dabei hilft nun auch ein Programm der Stiftung Niedersachsen, für das sich das KulturNetzWerk im vergangenen Jahr erfolgreich beworben hat und über das Heike Leitner, Hajo Arnds und Svenja Barembruch vom KulturNetzWerk sowie Elisabeth Momma vom Fachdienst Kultur die Presse informierten.

Vital Village: Netzwerk erhält Kulturförderung

Die Stiftung Niedersachsen unterstützt mit dem Programm „Vital Village“ die kulturelle Entwicklung im ländlichen Raum. In der zweiten Förderrunde erhalten sieben Gemeinden jeweils 30.000 Euro für neue Projekte und den Ausbau bestehender Angebote. Unter den ausgewählten Initiativen ist auch das KulturNetzWerk Wunstorf. Die Förderung läuft über zwei Jahre und soll kreative Ideen vor Ort ermöglichen. Neben der finanziellen Unterstützung bietet die Stiftung Niedersachsen Austauschtreffen sowie kostenlose Beratungsangebote in Kooperation mit dem Landesverband Soziokultur und dem Museumsverband für Niedersachsen und Bremen.

„Das Kulturangebot im ländlichen Raum beruht vielfach auf ehrenamtlichem Engagement. Mit Vital Village wollen wir dazu beitragen, dass sich die Akteure vernetzen und mehr Kultur stattfinden kann“, erklärt Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen. Für die zweite Förderrunde hatten sich 44 Gemeinden und Vereine beworben. Nach einer Vorauswahl besuchte die Jury 15 Bewerber vor Ort, darunter Wunstorf. Sieben Projekte erhielten schließlich den Zuschlag. Für das KulturNetzWerk ist damit der Fahrplan für dieses und das kommende Jahr vorgezeichnet, sagt Svenja Barembruch vom Verein Kultur im Bürgerpark. So können die Gelder für verschiedene Zwecke verwendet werden.

Unter anderem ist vorgesehen, lokale Projekte und Veranstaltungen finanziell zu unterstützen. „Über die Verteilung der Gelder könnte eine Jury entscheiden”, so Barembruch. Der Großteil des Geldes ist aber für ein Veranstaltungsformat in den Ortsteilen vorgesehen. Ob es ein großes oder mehrere kleinere Events geben wird, ist noch offen. Immerhin gilt es, eine Idee für insgesamt zehn Ortsteile zu entwickeln. Einen groben Zeitplan gibt es aber bereits. So finden im Februar weitere Treffen des KulturNetzWerkes statt, im März sollen Workshops folgen und im Mai Mikroprojekte feststehen. Im nächsten Jahr, so hofft man, könne dann die Detail- und Feinplanung für ein größeres Event beginnen.

Ländlicher Raum im Wandel

Der ländliche Raum befindet sich im Wandel: Traditionelle Strukturen wie Schützen- oder Gesangsvereine reichen nicht mehr aus, um die kulturellen Bedürfnisse einer zunehmend heterogenen Bevölkerung zu erfüllen. Zuzug, Pendlerströme und gesellschaftliche Veränderungen führen zu einer Entfremdung innerhalb der Dorfgemeinschaft. Kulturelle Bildung wird als Schlüssel zur Teilhabe und zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts gesehen. Sie umfasst die aktive Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur und ist Voraussetzung für ein gelingendes Leben. Politik und Kulturakteure sind daher gefordert, die kulturelle Infrastruktur anzupassen und Chancengleichheit sowie Teilhabegerechtigkeit zu sichern. Soziokulturelle Initiativen sollen Räume schaffen, in denen Menschen ihr kreatives Potenzial entfalten können. Finanzielle Grundsicherung für Kulturträger ist dabei essenziell, da viele Projekte sonst in existenzielle Notlagen geraten. Besonders wichtig ist die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen, um langfristig ein vielfältiges Kulturpublikum zu sichern. Angebote wie Ferienprogramme, Musik- und Kunstprojekte sowie die Beteiligung junger Menschen an Planungen sind zentrale Bausteine.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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