Der Rodenberger Ortsbrandmeister Thomas Böhm hat die Schaffung einer Stelle eines hauptamtlichen Gerätewartes für die Samtgemeinde angemahnt. Ebenso forderte er einen Umbau oder Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Deisterstadt, durch die steigenden Bedarfe im Brandschutz reiche das Bestandsgebäude nicht mehr aus.
Es war im Rahmen seines Schlusswortes bei der Hauptversammlung, als Ortsbrandmeister Thomas Böhm seinen Appell mit Nachdruck formulierte. „Ich fordere den hauptamtlichen Gerätewart. Und ich fordere den Um- oder Neubau des Feuerwehrgerätehauses“, hielt er fest. Die Vielzahl an Terminen, welche die ehrenamtlichen Gerätewarte abzuarbeiten hätten, sei nicht mehr zu verantworten. Unter anderem sich ausweitende Bedarfe hätten auch einen höheren Platzanspruch zur Folge. Dies sei einer der Gründe, die eine Erweiterung oder einen Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Rodenberg nötig machen würden, so Böhm. Hinzu komme, dass für Feuerwehrfrauen und -männer nach wie vor nur ein Umkleideraum und ein Duschraum vorhanden seien, den sie wechselweise nutzen müssen. Auch ist keine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung gegeben, die verhindert, dass verschmutzte Einsatzkleidung und Privatkleidung direkt in Kontakt kommen.
Zuvor hatten er und weitere Redner aus dem Führungsteam der Wehr anerkannt, dass die Samtgemeinde sich grundsätzlich bereit gezeigt habe, intensiv in den Brandschutz zu investieren. Die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt in der Verwaltung sei als äußerst unkompliziert zu loben, so Böhm.
Mit 76 Mitgliedern in der Einsatzabteilung, 41 Jugendfeuerwehrleuten und 43 Mädchen und Jungen in der Kinderfeuerwehr seien die Brandschützer in Rodenberg gut aufgestellt (Hinzu kommen 13 Mitglieder in der Altersabteilung, 8 in der „besonderen Abteilung“ sowie rund 700 fördernde Mitglieder).
Für die Ausbildungs- und Übungsdienste leiste das leerstehende Stockholm-Gebäude derzeit sehr gute Dienste. Nach einem Neubau werde die Wehr dieses vermissen. Mit Seminaren für Tiefbau-Unfälle, Kettenrettung und einer eigenen Sonderausbildung für das Anheben schwerer Lasten habe die Wehr zusätzliche Schwerpunkte in der Ausbildung gesetzt.
Der stellvertretende Ortsbrandmeister Dirk Sassmann gab einen Überblick über das Einsatzgeschehen. 88 Technische Hilfeleistungen und 38 Brandeinsätze arbeitete die Wehr ab. Die Zahl der Einsätze sei gegenüber den Vorjahren zurückgegangen, wie Sassmann festhielt. Dies sei insbesondere auf eine deutlich geringere Anzahl von Starkregen- und Unwetterlagen zurückzuführen.
Insgesamt 37-mal seien die Rodenberger Feuerwehrleute zu Menschenrettungen ausgerückt. Zu den aufwändigsten Einsätzen habe die Personensuche nach einer an Demenz erkrankten Frau gezählt. Dieser habe sich über 24 Stunden erstreckt und sei „zum Glück erfolgreich abgeschlossen“ worden.
Zu den Einsatzschwerpunkten habe zudem einmal mehr die Autobahn gehört mit insgesamt 17 Einsätzen. Bei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen, auch in Fällen mit einer größeren Anzahl von Verletzten, sei die Wehr zu Hilfe geeilt. Wichtig um solche Lagen zu meistern, seien die anspruchsvollen Ausbildungsdienste, wie Sassmann festhielt.
Zugführer Marc-Hennig Kommerein gab einen Überblick über die Ausstattung der Wehr. So laufe die Ausschreibung für ein Nachfolgefahrzeug für den 25 Jahre alten Rüstwagen, ein Rüstwagen II. Ein neuer Gerätewagen Logistik II sei offiziell bestellt. Bereits beschafft sei neue Ausrüstung für den Hochwasserschutz. Die sei ein Beispiel für die steigenden Bedarfe, die der Klimawandel mit zunehmenden Starkregen- und Hochwasserereignissen sowie der gesellschaftliche Wandel nach sich zögen. Insgesamt befinde sich die Ausstattung der Feuerwehren in der Samtgemeinde jedoch auf einem guten Niveau.
Zu Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern wurden Kirsten Baumgarten, Elias Grothe, Luca Mennenga und Lennart Schulz befördert. Oberfeuerwehrmänner: Jannis Hudalla, Stefan Schulz und Pascal Wora. Oberfeuerwehrfrauen: Katja Filthaut und Sarah Scherer. Hauptfeuerwehrmänner: Fabian Hoffmann, Sebastian Obbelode und Philipp Löffler: Hauptfeuerwehrfrauen: Angelika Schulz. Erster Hauptfeuerwehrmann: Andreas Kühn und Stephan Tatge. Löschmeister: Leon Bartels. Hauptlöschmeister: Nils Birkhof. Pedram Azimi, Ohmid und Luca Rugel wurden zu Feuerwehranwärtern.
Für 25 Jahre aktiven Dienst erhielten Kai Grotjahn und Sebastian Meier eine Auszeichnung. 40 Jahre Oliver Kolsch. Bereits seit 50 Jahren gehören Carsten Grimpe, Stephan Isenberg und Ralf Sassmann der Feuerwehr an.
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