Eine 71 Jahre alte Frau aus Wunstorf hat einen Betrugsversuch falscher Polizeibeamter erkannt und damit zur Festnahme von zwei Tatverdächtigen beigetragen. Die Seniorin erhielt am Mittwochabend, 21. Oktober, gegen 19 Uhr einen Anruf von einem angeblichen Polizeibeamten. Dieser erklärte, ihre Wohnung sei durch Strahlung gefährdet. Zum Schutz ihrer Wertgegenstände solle sie Schmuck und andere Wertsachen in einen mit Alufolie ausgekleideten Kochtopf legen und diesen verschließen. Der Anrufer forderte die Frau zudem auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten, das Telefongespräch nicht zu beenden, niemandem von dem Vorfall zu erzählen und die örtliche Polizei nicht zu verständigen. Später beendete er das Gespräch mit dem Hinweis, die Gefahr sei vorüber.
Die 71-Jährige erkannte den Betrugsversuch jedoch rechtzeitig. Statt das Gespräch sofort zu beenden, gab sie dem Anrufer bewusst falsche Informationen und informierte gleichzeitig unauffällig ihren Sohn über die Situation. Der Sohn erkannte die Gefahr und verständigte die Polizei. Daraufhin wurden Ermittlungen eingeleitet. In der Nacht erhielt die Seniorin einen weiteren Anruf. Dabei wurde ihr mitgeteilt, sie solle den Topf mit den angeblichen Wertgegenständen vor die Haustür stellen. Die Polizei werde ihn abholen. Die Frau folgte den Anweisungen und platzierte einen großen, mit Alufolie gefüllten Kochtopf vor ihrem Haus. Kurz darauf hielt ein dunkler Wagen mit zwei Männern. Einer der Insassen stieg aus, nahm den Topf an sich und fuhr mit seinem Begleiter davon.
Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung entdeckten Polizeibeamte in der Nähe einen dunklen Wagen und kontrollierten ihn. Darin saßen zwei Männer. Auf dem Rücksitz fanden die Beamten den zuvor abgeholten Kochtopf. Die beiden Männer gelten als tatverdächtig und wurden noch vor Ort festgenommen. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Nach Angaben der Polizei sollen die Tatverdächtigen noch am Freitag, 23. Oktober, einer Haftrichterin vorgeführt werden. Ziel ist die Anordnung von Untersuchungshaft. Die Polizei verweist zudem auf ihre Beratungsangebote (Externer Link) zum Thema Betrug durch falsche Polizeibeamte hin. Dort erhalten Bürger Hinweise, wie sie solche Betrugsmaschen erkennen und sich davor schützen können.