Schlammzunahme bestätigt | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Schlammzunahme bestätigt

Haben über das Ergebnis der Tiefenmessungen berichtet (v.l.i.): Fischer Ulrich Balzer, Wilhelm Bredthauer und Ernst Greten (beide VESM). (Foto: wb)
Haben über das Ergebnis der Tiefenmessungen berichtet (v.l.i.): Fischer Ulrich Balzer, Wilhelm Bredthauer und Ernst Greten (beide VESM). (Foto: wb)
Haben über das Ergebnis der Tiefenmessungen berichtet (v.l.i.): Fischer Ulrich Balzer, Wilhelm Bredthauer und Ernst Greten (beide VESM). (Foto: wb)
Haben über das Ergebnis der Tiefenmessungen berichtet (v.l.i.): Fischer Ulrich Balzer, Wilhelm Bredthauer und Ernst Greten (beide VESM). (Foto: wb)
Haben über das Ergebnis der Tiefenmessungen berichtet (v.l.i.): Fischer Ulrich Balzer, Wilhelm Bredthauer und Ernst Greten (beide VESM). (Foto: wb)

Vom 25. März bis zum 2. Juli hat der Verein zum Erhalt des Steinhuder Meeres in rund 1000 Arbeitsstunden Messungen organisiert und ehrenamtlich durchgeführt. Nun wurden die Ergebnisse vorgestellt. Bereits bei den Messungen 2019 war das Büro SPE Dredging Solution GmbH (SPE) aus Hamburg in das Vorhaben involviert. Auch dieses Mal stellte SPE die Messapparatur zur Verfügung und übernahm die Auswertung. Gemessen wurde (wie 2019) mit einem Ultraschallgerät mit zwei Frequenzen: 38 kHz und 200 kHz. Dabei erfasste die erste Frequenz den Grund und die zweite im wesentlichen die Schlammobergrenze. Über sehr genaue GPS-Messungen wurden Positionen und Höhen bestimmt. Abgefahren wurde das Meer in Rechteckgittern. Dies geschah zunächst in einem gröberen Raster, das später verfeinert wurde. Auf diese Weise hat der Verein eine Strecke von rund 1000 Kilometern im Meer vermessen. Dabei wurden die FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat-Gebiete) außen vor gelassen. Hierfür hätte man eine Ausnahmegenehmigung benötigt.

Auswertung

Ein Vergleich der Ergebnisse zeigt, dass die Verschlammung deutlich gewachsen ist. Ein Ergebnis, das sich auch mit den Beobachtungen von Anrainern, Seglern, Berufsschiffern und Fischern deckt. So berichtet Wilhelm Bredthauer, zweiter Vorsitzender des VESM, dass es in Steinhude Schlamm gibt, wo es vorher nur Sand gab. Dramatisch ist die Situation an manchen Stegen, wie Fischer Ulrich Balzer schildert. Dort wo der Schlamm sichtbar ist, landen auch Vögel. Oftmals kommen sie dann nicht wieder weg, da der Schlamm eine zähe Masse bildet. Deutlich wurden auch Schlammverlagerungen. So gibt es heute im Westenmeer deutlich mehr Schlamm als früher. Insgesamt geht man nach den Messungen davon aus, dass die Verschlammung um 1 bis 1,5 Millionen Kubikmeter gewachsen ist. Außerdem wurde festgestellt, dass im Seeentwicklungsplan II zwei intensive Schlammbereiche nicht berücksichtigt wurden.

Forderung

Die Auswertung der Tiefenmessung lässt den Schluss zu, dass die Schlammentnahmen der letzten Jahrzehnte zu gering waren. Nutzungsprobleme kausal darauf zurückzuführen sind. Und so fordert der VESM eine deutlich größere jährliche Entschlammung. Entnimmt man Schlamm muss man ihn aber auch irgendwo lagern. Wie bereits bekannt, plädiert der VESM für die Nutzung einer Fläche im Toten Moor zur Schlammablagerung. Dies soll nur eine Zwischennutzung sein, bis eine Wiedervernässung aufgesetzt wird.


Verena Walter-Bockhorn (wb)
Verena Walter-Bockhorn (wb)
Freie Journalistin
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