Entschlammungsdebatte | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Entschlammungsdebatte

Macht sich Notizen: Karl-Heinz Nagel vom NABU Wunstorf. (Archivbild: Claudia Mannherz)
Macht sich Notizen: Karl-Heinz Nagel vom NABU Wunstorf. (Archivbild: Claudia Mannherz)
Macht sich Notizen: Karl-Heinz Nagel vom NABU Wunstorf. (Archivbild: Claudia Mannherz)
Macht sich Notizen: Karl-Heinz Nagel vom NABU Wunstorf. (Archivbild: Claudia Mannherz)
Macht sich Notizen: Karl-Heinz Nagel vom NABU Wunstorf. (Archivbild: Claudia Mannherz)

Der NABU Wunstorf warnt in der Diskussion um die Entschlammung des Steinhuder Meeres vor Aktionismus und Alarmismus. Der Verband sieht die zuletzt verstärkten politischen Aktivitäten zum Thema auch vor dem Hintergrund des Kommunalwahlkampfs und nimmt den Welttag der Seen zum Anlass für eine Einordnung der Debatte.

Viele Anlieger und Nutzer befürchten, dass das Steinhuder Meer durch Schlammbildung und Sedimentverlagerungen zunehmend verlandet. Der Vorsitzende des NABU Wunstorf, Karl-Heinz Nagel, hält Panik jedoch für unbegründet. Verlandung sei ein natürlicher Vorgang in einem Flachsee. Das Steinhuder Meer habe sich über rund 14.000 Jahre auf seine heutige Größe verkleinert und werde unter normalen Bedingungen noch mehrere Tausend Jahre bis zu einer vollständigen Verlandung benötigen. Als Unsicherheitsfaktor nennt der Verband die Folgen des Klimawandels.

Nach Ansicht des NABU sind viele Schlammprobleme menschengemacht. Kritisch bewertet der Verband die frühere Einleitung von Abwässern aus der Kläranlage Großenheidorn sowie die Anlage der Badeinsel bei Steinhude, durch die eine Schlammfalle entstanden sei. Auch bisherige Entschlammungsmaßnahmen werden skeptisch gesehen, da sie möglicherweise neue Ablagerungsbereiche geschaffen haben. Die vom Verein zur Erhaltung des Steinhuder Meeres (VESM) vorgenommenen Tiefenmessungen begrüßt der NABU. Sie könnten jedoch nur eine Momentaufnahme darstellen, da Wind und Wetter die Schlammverteilung innerhalb weniger Jahre deutlich verändern können.

Eine großflächige Entnahme von mehreren Hunderttausend Kubikmetern Schlamm hält der Verband für finanziell und logistisch nicht umsetzbar. Schlammpolder im Toten Moor lehnt der NABU ab, da diese aus seiner Sicht dem Klima- und Naturschutz widersprechen würden. Den Seeentwicklungsplan bewertet der Verband insgesamt positiv. Er müsse jedoch regelmäßig an neue Erkenntnisse angepasst werden. Neben der Fortsetzung punktueller Entschlammungsmaßnahmen fordert der NABU vor allem eine schnelle Verringerung des Nährstoffeintrags in den See. Dabei sieht er auch die Stadt Wunstorf in der Pflicht.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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