Stadt Bad Nenndorf widerlegt NABU-Vorwürfe | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Stadt Bad Nenndorf widerlegt NABU-Vorwürfe

Die Sanierung des Kurparks verlief in erforderlichen Abstimmungen und Genehmigungen mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Denkmalschutzbehörde. (Foto: gk)
Die Sanierung des Kurparks verlief in erforderlichen Abstimmungen und Genehmigungen mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Denkmalschutzbehörde. (Foto: gk)
Die Sanierung des Kurparks verlief in erforderlichen Abstimmungen und Genehmigungen mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Denkmalschutzbehörde. (Foto: gk)
Die Sanierung des Kurparks verlief in erforderlichen Abstimmungen und Genehmigungen mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Denkmalschutzbehörde. (Foto: gk)
Die Sanierung des Kurparks verlief in erforderlichen Abstimmungen und Genehmigungen mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Denkmalschutzbehörde. (Foto: gk)

Die vom NABU Niedersachsen veröffentlichte Pressemitteilung zur Baustelle der Landesgartenschau in Bad Nenndorf enthaltenen Darstellungen und Schlussfolgerungen weisen die Verantwortlichen klar und deutlich zurück. „Planung, Umsetzung und Überwachung der Baumaßnahmen erfolgen auf Grundlage der einschlägigen rechtlichen Vorgaben sowie der maßgeblichen technischen Regelwerke zum Baum- und Bodenschutz. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird im Rahmen der Bauüberwachung und durch die vorgesehene Umweltbaubegleitung fortlaufend begleitet und dokumentiert“, erklärt Annette Stang, Fachbereichsleitung Bauen und Umwelt der Samtgemeinde Nenndorf.

Die in der Pressemitteilung der NABU erhobenen Vorwürfe würden offensichtlich auf punktuellen Beobachtungen beruhen, die ohne Kenntnis der baulichen Abläufe, der temporären Baustellenorganisation sowie der tatsächlich getroffenen Schutzmaßnahmen bewertet wurden. Pauschale Aussagen über „gravierende Verstöße“, eine angeblich fehlende Berücksichtigung des Baumschutzes oder ein Ausbleiben von Reaktionen auf Hinweise aus der Bevölkerung „entbehren daher in dieser Form einer belastbaren Grundlage“.

Seit Monaten kommuniziere sie mit einem „besorgten Bürger“ aus Obernkirchen (so habe er sich in seiner ersten Mail vorgestellt). Seine Anfragen wurden umfangreich beantwortet. In den Anfragen ging es um die Integration von Baumschutzmaßnahmen im Rahmen der Kurparksanierung.

Dem Pressebericht sei zu entnehmen, „dass es beim NABU gewaltige Informationslücken gibt. Die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten im Kurpark laufen seit September 2024 und nicht erst seit dem Frühjahr 2026. Es handelt sich auch nicht um die Baustelle der Landesgartenschau, sondern um eine Baustelle der Stadt Bad Nenndorf, die den Kurpark für die dauerhafte Nutzung saniert und erweitern, eine riesige Stadtentwicklungsmaßnahme die den Bürgern nach der Landesgartenschau erhalten bleibt. Punktuell werden Ausstellungselemente in das gestaltete Gelände gebaut, die nach der LaGa wieder verschwinden“, so Stang.

Der Kurpark in Bad Nenndorf ist eine großflächige historische Parkanlage und als bedeutendes Kulturdenkmal ausgewiesen. Die historischen Strukturen sind im Laufe der Jahre verloren gegangen und sollen nun durch eine sensible Planung unter Berücksichtigung vielfältiger Belange wiederhergestellt werden.

Im Planungsprozess wurden neben naturschutzfachlichen Anforderungen auch denkmalpflegerische Belange, Aspekte des barrierefreien Bauens, technische Bauvorgaben sowie die gestalterische Freiheit des Planverfassers berücksichtigt.

Die Stadt Bad Nenndorf habe sich entschieden, die Sanierung des Kurparks rechtlich auf Grundlage einer Bauleitplanung durchzuführen, da in diesem Verfahren die unterschiedlichen Belange bestmöglich miteinander in Einklang gebracht werden könnten. Wesentliche Grundlagen hierfür bildeten insbesondere die natur- und artenschutzrechtlichen Fachgutachten sowie die erforderlichen Abstimmungen und Genehmigungen mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Denkmalschutzbehörde. Zudem gibt es zwei Beteiligungen für Bürger und Träger öffentlicher Belange und der Naturschutzverbände. Stellungnahmen vom NABU wurden von dort nicht eingereicht.

Bis auf den genannten Bürger würden schon lange keine Beschwerden oder Hinweise von Bürgern vorliegen, „weder bei der Stadt Bad Nenndorf noch bei der Landesgartenschau gGmbH“.
Der gesamte Baumbestand wurde vor Beginn der Planung vollständig erfasst und im städtischen Baumkataster dokumentiert (wir berichteten darüber). Das landschaftsplanerische Konzept zur Sanierung des Kurparks entstand unter Berücksichtigung des Baumbestands und der historischen Wegestruktur. Eine Auflage aus der Genehmigung der Kurparkplanung war die Begleitung der Bautätigkeiten durch eine extern beauftragte Umweltbaubegleitung (UBB). Die UBB ist regelmäßig auf dem Gelände und bei jeder Baubesprechung dabei. Sie wirkt beratend bei der Durchführung der Arbeiten mit und unterstützt die Bauleitung fachlich vor Ort.

Stang weiter: „Wenn ich es richtig beurteile, geht es um eine Anzeige bezüglich des südlichen Brückenfeldes im Erlengrund. Die vorab bei mir eingereichten Bilder des `besorgten Bürgers´ wurden von mir umgehend an die UBB weitergeleitet, von dort wurden die Baufirmen informiert und Müllablagerungen und Bauzäune im Wurzelbereich entfernt. Die von Herrn Büscher zitierten Bodenschutzplatten heißen Druckverteilungsplatten und dienen dem Wurzelschutz. Wie es der Name sagt, werden die Wurzeln dadurch viel weniger belastet. Für das Verlegen dieser Platten liegt eine Genehmigung der Naturschutzbehörde vor.“

Die Unterstellung, das Baumschutz auf der Baustelle nicht ausreichend gewährleistet wird und Verstöße geduldet werden, entspreche nicht dem Sachverhalt vor Ort, betont sie. „Die Pressemitteilung ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich tagtäglich bemühen, die riesige Baustelle zu kontrollieren und sich gerade für den Baumschutz einsetzten, denn die Bäume sind das Herzstück in unserem Kurpark. Mir scheint es so, als dass der Schreiber des Artikels enttäuscht ist, dass es bei allen Nachfragen des `besorgten Bürgers´ fachlich basierte Antworten gab und geforderte Unterlagen von der Verwaltung zur Verfügung gestellt worden sind. Da musste er jetzt wohl einfachmal seine Strategie ändern.“

Besonders bedauerlich findet Stang, dass mit dem Rundumschlag von Herrn Büscher der NABU-Ortsverein in Bad Nenndorf im Grunde „mitverhaftet“ werde, „dabei arbeiten wir in der Verwaltung und bei der Landesgartenschau gGmbH gut und gern mit dem NABU zusammen“.


Winfried Gburek
Winfried Gburek
Freier Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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