Ein beeindruckendes und emotionales Orgelkonzert erlebten die Zuhörer in Hagenburg. Die Organistin Bianca Jäkel gastierte gemeinsam mit ihrem erst 13-jährigen außergewöhnlich talentierten Schüler Tas Juhasz in ihrer alten Heimat. Wenn vier Hände im perfekten Gleichklang die Orgel zum Klingen bringen, entsteht ein ganz besonderer Zauber. In der evangelischen St. Nicolai-Kirche zeigte das Duo Bianca Jäkel und Tas Juhasz, wie faszinierend und anspruchsvoll das vierhändige Orgelspiel ist. Für die erfahrene Musikpädagogin Bianca Jäkel, die heute in Süddeutschland lebt, war der Auftritt eine emotionale Heimkehr: In St. Nicolai heirateten einst ihre Eltern, sie selbst wurde dort getauft und verbrachte ihre Kindheit in Hagenburg.
An ihrer Seite zeigte der 13-jährige Tas Juhasz sein außergewöhnliches Talent. Er nimmt seit zweieinhalb Jahren Klavierunterricht bei Frau Jäkel und widmet sich seit 18 Monaten gemeinsam mit ihr der Orgel. Das vierhändige Spiel gilt als Königsdisziplin der Kirchenmusik, da es neben einer makellosen Technik auch blindes Verständnis und absolutes Timing erfordert. Das Duo begeisterte das Publikum mit selten gehörten Raritäten der Klassik, unter anderem von Saupe, Wesley, Baumert, von Preyer und Sterkel. Ein besonderer Höhepunkt des Konzerts war das Zusammenspiel von Instrument und Repertoire: Der Klang der fantastischen Orgel in der Kirche passte perfekt zu den ausgewählten Musikstücken. Den Musikern gelang es meisterhaft, die verschiedenen Orgelstimmen optimal zu nutzen und die maximale klangliche Schönheit aus dem Instrument herauszuholen. Ein optisches Highlight.
Per Live-Videoübertragung konnten die Konzertbesucher das komplexe Zusammenspiel der Hände direkt auf einer Leinwand im Kirchenraum mitverfolgen. Für viele Gäste war es der erste Blick hinter die Kulissen dieser anspruchsvollen Spieltechnik. Nach Pachelbels berühmtem „Canon“ als gefeierter Zugabe ernteten die Musiker begeisterten Applaus.