Zehn Tage in den Bergen | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Zehn Tage in den Bergen

Grüßen aus Wagrain: Die rund 180 Konfis und 80 Teamerinnen und Teamer. (Foto: privat)
Grüßen aus Wagrain: Die rund 180 Konfis und 80 Teamerinnen und Teamer. (Foto: privat)
Grüßen aus Wagrain: Die rund 180 Konfis und 80 Teamerinnen und Teamer. (Foto: privat)
Grüßen aus Wagrain: Die rund 180 Konfis und 80 Teamerinnen und Teamer. (Foto: privat)
Grüßen aus Wagrain: Die rund 180 Konfis und 80 Teamerinnen und Teamer. (Foto: privat)

180 Konfirmanden, rund 80 ehrenamtliche Teamer sowie mehrere Pastoren und Pastorinnen haben am Konfirmanden-Ferien-Seminar (KFS) in Wagrain teilgenommen. Das gemeinsame Projekt der evangelischen Kirchengemeinden aus Neustadt und Wunstorf zählt seit vielen Jahren zu den größten seiner Art in der Region. Seine eigentliche Bedeutung lässt sich jedoch kaum in Zahlen messen.

Wer während dieser Tage durch das Jugendhotel Oberwimm geht, erlebt eine ungewöhnlich lebendige Kirche. Aus der Turnhalle klingt Musik, auf dem Sportplatz wird gelacht, auf einer Bank sitzen Jugendliche vertieft im Gespräch. Wenig später macht sich eine Gruppe mit Rucksäcken auf den Weg in die Berge. Es ist diese Mischung aus Alltag, Abenteuer und Gemeinschaft, die das Konfirmanden-Ferien-Seminar seit Jahren prägt. 180 Konfirmanden aus allen evangelischen Kirchengemeinden Neustadts sowie der Stiftskirchengemeinde und der Corvinusgemeinde Wunstorf verbringen hier gemeinsam zehn Tage. Begleitet werden sie von rund 80 Teamern sowie mehreren Pastoren und Pastorinnen. Für viele Jugendliche ist das KFS einer der Höhepunkte ihrer Konfirmandenzeit und oft weit mehr als eine Freizeit. Denn zwischen Wanderungen, Workshops, Gottesdiensten, Musik und Spielen geschieht etwas, das sich nicht planen lässt: Aus vielen kleinen Gruppen wird eine große Gemeinschaft.

„Ich war am ersten Tag ziemlich aufgeregt“, erzählt ein Konfirmand. „Jetzt fühlt es sich an, als würden wir uns schon ewig kennen. Man kommt mit Leuten ins Gespräch, denen man zu Hause wahrscheinlich nie begegnet wäre.“ Ein anderer Teilnehmer bringt seine Begeisterung kürzer auf den Punkt: „Ich find's voll geil hier. Ich will gar nicht wieder weg.“ Dass diese Gemeinschaft entsteht, ist kein Zufall. Sie wächst auch deshalb, weil junge Menschen Verantwortung übernehmen. Rund 80 Teamer investieren einen großen Teil ihrer Sommerferien in das KFS. Sie begleiten Kleingruppen, organisieren Spiele und Workshops, musizieren in Gottesdiensten, kümmern sich um die Technik, hören bei Heimweh zu und sind oft noch lange nach dem offiziellen Tagesprogramm ansprechbar. Die meisten ehrenamtlichen Jugendlichen kennen das KFS aus eigener Erfahrung. Sie waren selbst einmal als Konfirmanden in Wagrain und kehren Jahre später zurück, um weiterzugeben, was sie selbst erlebt haben.

„Viele denken, wir würden hier nur Programm machen“, sagt Teamerin Lina. „In Wirklichkeit geht es um Beziehungen. Wenn ein Konfi am Ende sagt: ,Ich habe mich hier angenommen gefühlt', dann war es eine gute Woche.“ Auch die inhaltliche Arbeit gehört zum KFS. In Kleingruppen und Workshops sprechen die Jugendlichen über Freundschaft, Vertrauen, Zweifel, Hoffnung und Gott. Gottesdienste werden gemeinsam gefeiert und gestaltet. Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Gerade deshalb erleben viele Konfirmanden Kirche hier anders, als sie sie bisher kennengelernt haben. Hinter den zehn Tagen in Wagrain steckt ein erheblicher organisatorischer Aufwand. Monate vor der Abfahrt beginnen die Vorbereitungen. Workshops werden entwickelt, Gottesdienste geplant, Musik geprobt, Material gepackt und zahlreiche organisatorische Fragen geklärt. Was für die Teilnehmer selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis vieler Stunden ehrenamtlicher Arbeit.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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