„Aus unruhigen Träumen“ | Wunstorfer-Stadtanzeiger

„Aus unruhigen Träumen“

Das Hölty-Gymnasium präsentiert gemeinsam mit dem Forum Stadtkirche die Ausstellung „Aus unruhigen Träumen. Verwandlungen zwischen Text, Bild und Raum“. Die Ausstellung ist von Sonntag, 20. September, bis Sonntag, 18. Oktober, in der Stadtkirche zu sehen. Die Vernissage ist am Sonntag um 17 Uhr. Im Mittelpunkt des fächerübergreifenden Projekts steht Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“. Beteiligt sind ein Kunstkurs auf erhöhtem Niveau des 13. Jahrgangs unter der Leitung von Katja Ippisch, ein Deutschkurs auf erhöhtem Niveau des 13. Jahrgangs unter der Leitung von Stefan Helge Kern sowie der Kurs Darstellendes Spiel unter der Leitung von Inta Funkner.

Von der Literatur zum Kunstwerk

Ausgangspunkt der Arbeiten ist der berühmte erste Satz der Erzählung: „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ Die Schüler beschäftigten sich dabei nicht nur mit der körperlichen Verwandlung der Hauptfigur, sondern auch mit Themen wie Fremdheit, Ausgrenzung, Einsamkeit, Angst und Ekel. Zunächst näherten sie sich einzelnen Szenen der Erzählung zeichnerisch an. Aus diesen Entwürfen entwickelten sie Schritt für Schritt dreidimensionale Werke und reliefartige Assemblagen. Dabei experimentierten sie mit unterschiedlichen Materialien, Formen und räumlichen Effekten. Teilweise werden die Arbeiten durch gezielte Beleuchtung in Szene gesetzt. Die entstandenen Objekte eröffnen verschiedene Blickwinkel auf Gregor Samsas Geschichte. Einige Arbeiten thematisieren die Enge seines Zimmers, andere die Distanz zur Familie, die körperliche Verwandlung oder die zunehmende gesellschaftliche Ausgrenzung. Die Kunstwerke erzählen die Handlung nicht einfach nach. Vielmehr zeigen sie, wie Literatur durch künstlerische Gestaltung neu interpretiert und räumlich erfahrbar gemacht werden kann.

Lesung, Schauspiel und Musik

Zur Vernissage am Sonntag, 20. September, erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm. Geplant sind Lesungen, szenische Darstellungen und die Präsentation der Ausstellung. Musikalische Beiträge sowie ein Imbiss runden die Veranstaltung ab. Die Ausstellung lädt dazu ein, Kafkas Werk auf unterschiedliche Weise zu erleben und den Weg vom Text über Bild und Klang bis in den Raum nachzuvollziehen.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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