Seit 2010 lädt der Fliegerhorst zum „Biwak“, dem jährlichen Treff des militärischen Lufttransportes ein. Zu diesem „Familientreffen“ sind auch Soldaten aus befreundeten Ländern, wie den USA und Frankreich sowie Gäste aus der Politik, Wirtschaft und Verwaltung eingeladen. „Militärischer Lufttransport ist heute wichtiger denn je. In einer Welt, in der sich Krisen in kürzester Zeit entwickeln, Entfernungen innerhalb weniger Stunden überwunden werden müssen und Streitkräfte jederzeit handlungsfähig sein müssen, kommt es auf Geschwindigkeit, Reichweite, Flexibilität und Durchhaltefähigkeit an“, sagte Kommodore Oberst Markus Knoll.
Militärische Luftbeweglichkeit umfasse das Zusammenspiel einer Vielzahl von Flugzeugen und Hubschraubern – vom strategischen Transport über die taktische Verlegung von Kräften bis hin zur Versorgung und Unterstützung unmittelbar im Einsatzgebiet. Menschen und Material müsse schnell dorthin gebracht werden, wo sie gebraucht werden. Unabhängig davon, ob das Ziel ein Flugplatz auf der anderen Seite der Welt oder ein abgelegener Einsatzort ist, der nur aus der Luft mittels Hubschrauber erreicht werden kann. Der Oberst nannte als ein Beispiel die Erdbebenhilfe für Venezuela. Von hier wurden mit A400M innerhalb kürzester Zeit Menschen, Material und dringend benötigte Hilfsgüter nach dort gebracht. In weniger als 24 Stunden nach dem Beben starteten die ersten A400M. 63 Flüge, 300 Flugstunden, 131 Tonnen Fracht, 300 Hilfskräfte und 19 Hunde wurden über eine Strecke von 8000 Kilometer transportiert. „Eine absolute Erfolgsstory“, berichtete der Oberst.
Ein Tag wie der heutige sei eine gute Gelegenheit, einmal ganz bewusst diejenigen in den Mittelpunkt zu stellen, die diese beeindruckende Fähigkeit jeden einzelnen Tag möglich machen, die Menschen hinter dem Lufttransport. Unsere Zeitung fragte im Rahmen des Biwaks Markus Knoll zu der Sicherheit des Fliegerhorstes. Gerade nach dem Anschlag auf ein Transportflugzeug Antonow auf dem Flughafen Leipzig/Halle sei das Thema in den Mittelpunkt von Diskussionen und Entscheidungen gerückt. Ins Detail könne Knoll nicht gehen, doch gäbe es einige Dinge, um den Fliegerhorst zu schützen. „Die umliegende Bevölkerung kann sich sicher fühlen“, so der Kommodore. Er erwähnte, dass die Nato in einer Zertifizierung für eine Natoübung 2025 feststellte, dass in Sachen Sicherheit auf dem Standort Wunstorf ein guter Job gemacht werde.
Viel Wert legt Knoll auf die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit der „Blaulichtfamilie“ wie Polizei und anderen Organisationen. „Wir sind nicht nur gut im Lufttransport, sondern auch in der Absicherung des Fliegerhorstes“, sagte Knoll.