Das ging schnell. Bereits 24 Stunden nach der Ankündigung des Verteidigungsministers Boris Pistorius, den Menschen in Venezuela Hilfe in Aussicht zu stellen und sechs A400M in das Erdbeben-Katastrophengebiet zu entsenden, standen die ersten Maschinen abflugbereit auf dem Fliegerhorst. „Wir begannen mit drei Flugzeugen Material, Menschen und Hunde nach Caracas zu fliegen“, sagte Kommodore und Oberst Markus Knoll vom Lufttransportgeschwader (LTG) 62. Freitagvormittag ging es los, drei Maschinen wurden startklar gemacht. Außerdem wurde das „fliegende Krankenhaus“, ein A400M MedEvac für einen Flug in das südamerikanische Land vorbereitet. Der erste A400M war nach 14 Stunden in Caracas angekommen.
Das Technische Hilfswerk „buchte“ zwei Transportflugzeuge für Material und 48 ehrenamtliche Helfer sowie vier Hunde. Organisiert wurde das von Peter Benz, er war bereits bei den Katastrophen in Japan, der Türkei und im Libanon im Einsatz. „Unser Einsatz wird circa zehn Tage dauern, dann geben wir die Suche nach Überlebenden auf“, so Benz. Auch der THW-Ortsverband Wunstorf leistet einen Beitrag bei diesem Einsatz. Kurzfristig wurde direkt vor dem Abflug noch weiteres Material benötigt, es wurde von der THW-Leitung über den Landesverband beim Ortsverband Wunstorf angefordert und konnte innerhalb von einer guten Stunde durch die Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung zugeführt und inklusive der Luftfrachtabfertigung an Bord der Flugzeuge rechtzeitig zum Abflug gebracht werden. Neben dem THW war auch die Organisation @fire mit 25 Helfern und zwei Hunden dabei.
„Wir sind 2002 gegründet worden, haben rund 500 Mitglieder und sind bundesweit im Bereich Waldbrandbekämpfung und Erdbebenrettung tätig“, sagte Vorstandsmitglied Sebastian Rotapp. Auch er rechnet mit einer Einsatzdauer von zehn Tagen, danach würde die Suche nach Überlebenden eingestellt. Inzwischen sind weitere A400M nach Venezuela mit Hilfsgütern unterwegs gewesen.