Ein Jahrhundert Einsatz | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Ein Jahrhundert Einsatz

Mit Präsent (v.li.): Ortsbrandmeister Robert Focke, Carsten Piellusch und stellvertretender Ortsbrandmeister Alexander Müller. (Foto: gi)
Mit Präsent (v.li.): Ortsbrandmeister Robert Focke, Carsten Piellusch und stellvertretender Ortsbrandmeister Alexander Müller. (Foto: gi)
Mit Präsent (v.li.): Ortsbrandmeister Robert Focke, Carsten Piellusch und stellvertretender Ortsbrandmeister Alexander Müller. (Foto: gi)
Mit Präsent (v.li.): Ortsbrandmeister Robert Focke, Carsten Piellusch und stellvertretender Ortsbrandmeister Alexander Müller. (Foto: gi)
Mit Präsent (v.li.): Ortsbrandmeister Robert Focke, Carsten Piellusch und stellvertretender Ortsbrandmeister Alexander Müller. (Foto: gi)

Im Zelt, das für das Schützenfest aufgestellt wurde, fand der Kommers anlässlich 100 Jahre Feuerwehr Kolenfeld statt. Ortsbrandmeister Robert Focke und sein Vertreter Alexander Müller begrüßten über 300 Gäste. „Bereits im Jahr 1756 stellte das Kurfürstentum Hannover dem Amt Blumenau drei Druckfeuerwehrspritzen zur Verfügung. Kolenfeld war schon damals eine dichtbesiedelte Bauerngemeinde und erhielt deshalb eine der drei Druckspritzen. Das Löschwasser wurde durch Eimerketten herbeigeschafft und in das Gerät geschüttet. Jeder Einwohner des Dorfes war zur Hilfeleistung verpflichtet“, sagte Focke. Eine Feuersbrunst im März 1811 zerstörte innerhalb von kaum zwei Stunden 141 Gebäude und machte 483 Menschen obdachlos. Trotz des Einsatzes der Druckspritze standen die Menschen dieser Katastrophe hilflos gegenüber und konnten nur ihr nacktes Leben retten. Im Jahr 1924 fanden sich verantwortungsvolle Männer zusammen und gründeten den freiwilligen Trupp, er wurde von Brandmeister August Wilkening Nummer 124 geführt.

Meilensteine

Durch einen festeren Zusammenschluss wurde dann im Jahr 1926 der Grundstein der Freiwilligen Feuerwehr Kolenfeld gelegt. Im Jahr 1954 entschied sich die Gemeinde nach eingehenden Beratungen zum Kauf eines Löschfahrzeugs mit Vorbaupumpe Typ LF 8 / V. Das V stand dabei für die Voraus-Version. Infolge einer schweren Krankheit musste der Gemeindebrandmeister Wilhelm Wilkening im Jahre 1966 sein Amt niederlegen. Zu seinem Nachfolger wurde der damals erst 26-jährige Richard Blanke gewählt. „Er wurde damals dienstjüngster Gemeindebrandmeister des alten Kreises Neustadt und ich freue mich, dich Richard hier heute bei uns zu haben“, so Focke. Ab 2019 hatte Focke das Amt des Ortsbrandmeisters von Thorsten Mues übernommen. Der Ortsbrandmeister berichtete von einigen Meilensteinen. Erst im Jahr 2023 konnten Jugendfeuerwehr, Einsatzabteilung, Altersabteilung und Musikzug wieder uneingeschränkten, durchgehenden Dienstbetrieb durchführen. Alle Kameradinnen und Kameraden wurden mit digitalen Alarmmeldeempfängern ausgestattet, was neu war für Kolenfeld. Damals großenteils auch mit gebrauchten Geräten, aber es habe jeder einen bekommen.


Wir gründen zum 1. Juli eine Kinderfeuerwehr, die Kolenfelder Löschbande.
Wir gründen zum 1. Juli eine Kinderfeuerwehr, die Kolenfelder Löschbande.

Wir gründen zum 1. Juli eine Kinderfeuerwehr, die Kolenfelder Löschbande.

Robert Focke

Ein weiterer Meilenstein war die Gründung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr im Januar 2025. Dieser ermöglicht es, alle Abteilungen der Feuerwehr rechtssicher und zukunftsorientiert zu führen. Weiterhin freut sich Focke über die zeitgleich erfolgte einhundertprozentige Verschmelzung des Musikzugs mit der Ortswehr. Die Zusammenarbeit funktioniere vorbildlich. Das nächste sich in Planung befindliche Projekt sei der langersehnte und dringend notwendige Neubau des Feuerwehrhauses. Das Planungsbüro sei mit der Umsetzung bereits sehr weit fortgeschritten, gehofft werde auf einen Baubeginn innerhalb des Jahres 2027. Focke sagte danke an Rat- und Verwaltung, an die angenehme Arbeit mit der Stadtfeuerwehrführung und größter Dank an jeden einzelnen der 65 Mitglieder der Einsatzabteilung, 19 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, 19 Mitglieder der Altersabteilung, 50 Mitglieder im Musikzug und ganz besonders den 390 fördernden Mitgliedern. „Wir gründen zum 1. Juli eine Kinderfeuerwehr, die Kolenfelder Löschbande. Die Familien Daubitz und Franke spenden exklusiv für die Gründung und die Startphase der Kinderfeuerwehr einen Betrag von 750 Euro“, freut sich Focke.

Zusammenhalt

„Ein Jahrhundert Ortsfeuerwehr Kolenfeld – das bedeutet 100 Jahre Einsatzbereitschaft, 100 Jahre Verantwortung für die Gemeinschaft und vor allem 100 Jahre gelebter Zusammenhalt. Gleichzeitig blicken wir auf 30 Jahre Jugendfeuerwehr zurück – auf drei Jahrzehnte Nachwuchsarbeit, Engagement und Zukunftssicherung“, sagte in seinen Grußworten Bürgermeister Carsten Piellusch. Denn was heute stark sei, habe gestern begonnen – und was morgen bestehen soll, brauche junge Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen. Die Stadt investiere in Fahrzeuge, Ausrüstung und Feuerwehrhäuser. Die Bedingungen im jetzigen Feuerwehrhaus mit seinen zwei seien nicht gut. „Deshalb bauen wir ein neues Feuerwehrgerätehaus an der Kanalstraße“, so der Bürgermeister. Nach Bokeloh/Mesmerode entstehe hier das zweite neue Feuerwehrgerätehaus in einem Ortsteil. Danach kommen Luthe und Klein Heidorn, wiederum Ortsteile. Es fließen also nicht alle städtischen Mittel in die Kernstadt, wie gelegentlich behauptet wird.

Nach der letzten Jahresdienstversammlung hätten sich Stadtfeuerwehrführung, Ortsbrandmeister und Stadtverwaltung wie versprochen noch einmal zusammengesetzt, um zu überlegen, wie auch zukünftigen Entwicklungen in Kolenfeld Rechnung getragen werden könne und was sich die Stadt aktuell leisten könne. „Wir haben einen Kompromiss erarbeitet und errichten zunächst ein Feuerwehrhaus mit drei Toren und einem zusätzlichen Carport. Dabei wird die Planung und Bauausführung so erfolgen, dass bei einem entsprechenden zukünftigen Bedarf eine Erweiterung um ein viertes Tor erfolgen kann“, so Piellusch.


Hans-Heiner Giebel (gi)
Hans-Heiner Giebel (gi)
Freier Journalist
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