Vor 75 Jahren ist in Wunstorf die Christliche Pfadfinderschaft gegründet worden. Ihr Jubiläum feiern die Pfadfinder am 12. September mit einen Festakt um 16 Uhr. Eine Pfadfinderandacht und ein anschließendes Grill-Buffet gehören genauso dazu wie ein Wochenendlager rund um die Stiftskirche. Zahlreiche Aktionen wie Geländespiel, Singeabend oder eine Meutenjagd für die jüngsten Mitglieder runden das Jubiläum ab. Sogar zwei neue Gruppen für Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 13 Jahren werden gegründet. Wer Interesse an den neuen Gruppen hat, kann sich mit Pastor Volker Milkowski unter 01578/1011160 in Verbindung setzen.
Vor 75 Jahren fanden sich eine gute Hand voll Jungen auf dem Stiftshügel zusammen, um eine Pfadfindersippe zu gründen. Der Krieg war erst wenige Jahre vorbei, als sich die Jugendlichen trafen, weil sie mehr Gemeinschaft und mehr Orientierung suchten, als viele Erwachsene zu jener Zeit zu geben bereit waren. Die Stiftskirchengemeinde hat die Arbeit stets gefördert. Später konnten die Pfadfinder sogar Superintendent Thomas überzeugen, ihnen die alte Pfarrscheune als Pfadfinderheim zur Nutzung zu überlassen. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde 1956 Einweihung gefeiert. Heute haben die Pfadis ihre Scheune in der Stiftsstraße 18 gerade erst wieder mit viel Aufwand in Eigenleistung und mit Hilfe der Gemeinde neu belebt, so dass sie nun wieder als Stammesheim genutzt werden kann. Denn der Stamm Martin Luther King besteht heute aus 110 Mädchen und Jungen ab 6 Jahren, die sich Woche für Woche zu ihren Gruppenstunden versammeln.
Die Malukis, wie sich die Pfadfinder nach ihrem Namenspatron Martin Luther King nennen, bilden zwar einen eigenständigen Verein, gehören aber auch als sogenannter Verband eigener Prägung zur evangelischen Jugend der Stiftskirchengemeinde. Viele Hundert Jugendliche sind in den letzten 75 Jahren dem pädagogischen Motto learning by doing gefolgt, das der Gründer der Pfadfinderbewegung Lord Baden-Powell 1907 erfunden hat, um soziale Werte wie Teamwork, Hilfsbereitschaft, Selbstständigkeit, Verantwortung und Respekt vor der Natur in kleinen Gruppe zu leben. Die Andachten in den Gruppenstunden haben meist praktisch-theologische Bedeutung und drehen sich um die Themen, die junge Menschen heute interessieren: Umweltschutz, Gerechtigkeit, Eintreten für die Schwächeren, Respekt und Gemeinschaft.
Gerade erst sind die Pfadfinder von ihrem zwölftägigen Bundeslager in der Eifel zurückgekehrt, wo sie mit ihrer durchdachten Jurtenburg, einer speziellen Zeltkonstruktion, den ersten Platz in der Kategorie Wohnbauten belegt haben. Das nur alle vier Jahre stattfindende Großlager ist für viele Pfadfinder ein echtes Highlight, bei dem sie ihr Wissen und ihre besonderen Fertigkeiten anwenden können. Dieses Jahr gehörte auch ein Social-Day zum Programm, an dem über 1.200 Pfadfis mitmachten. Getreu dem Pfadfindermotto „Once a Scout, always a Scout“ laden die Pfadis alle Ehemaligen wie Aktiven sowie Interessierte zu einem festlichen Empfang am 12. September um 16 Uhr auf den Stiftshügel ein. Eine Pfadfinderandacht für Groß und Klein sowie ein festliches Grillbuffet im Anschluss runden die offizielle Jubiläumsfeier ab.
Die Pfadfinder selbst schlagen schon am Freitag ihre Zelte rund um die Stiftskirche auf und laden sich dazu auch Gäste aus der Region ein.
Das einfach Hemd in grau gilt als Farbe der Bescheidenheit, das Halstuch in Blau als Zeichen der Treue. Auch Frieden, Versöhnung und Verständigung gehört zum Selbstverständnis der Gruppen. So verbreiten sie jedes Jahr in der Adventszeit das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem über alle sechs Kontinente.