Das Antreten des Schützenfestbataillons am Montag vor dem Rathaus sorgte wieder für Überraschungen. So hatten die Zapfenstreicher ihre „Gewehre“ gegen 72 gekaufte Pinsel vertauscht und ihrer Chefin, Schützenleutnant Meike Müller eine Malerrolle und einen Schutzanzug verpasst. Und auch die Schützinnen des Damenzuges zeigten sich aktuell und kreativ. Sie nahmen die Verkehrssituation wegen der Kanalbauarbeiten im Ort trefflich aufs Korn. Auf ihren Köpfen trugen sie die passenden Sprüche und Verkehrszeichen. Währenddessen warteten im ausverkauften Festzelt bereits die Gäste zum 45. Konzert auf 80 Musikerinnen und Musiker des Hagenburger Zentralorchesters. Es war wohl eines der besten Konzerte, die Musiker waren einfach „spitze“ drauf, die Temperaturen über 30 Grad machten nichts aus.
Die Musikwahl war sehr ausgewogen, von Anfang an war die Stimmung auf dem Höhepunkt. „Wir sind froh wieder da zu sein“, sagte Moderator Edi Klein. Er sprach von zwei Überraschungen, mehr verriet er vorerst aber nicht. Traditionell begann das Festkonzert mit dem Florentinermarsch, nach der Pause wurde Überraschung Nummer eins präsentiert mit der Teuto District Pipe Band. Das war der Wunsch aus den Kreisen der Schützengesellschaft, vor sieben oder acht Jahren gastierte die Band bereits zum Schützenfestmontag in Hagenburg. Natürlich wurde gemeinsam mit dem Zentralorchester „Highland Cathedral“ gespielt. Nummer zwei der Überraschungen war die „Kaisermania“. Klarinettist „Diddi“ stieg auf eine Bank und legte los, er nahm eigens Gesangsunterricht bei „Schrotti“ und brachte einige Roland Kaiser-Titel unter die Leute. Die tobten und sangen kräftig mit. Ein Muss bei jedem Konzert ist „Music“ von Udo Seifert und Nick Pfeifle auf seinem Alphorn.
Bei aller Fröhlichkeit wurde auch an die beiden verstorbenen Kameraden Rainer Reckling (der Vater von Zentralorchesterleiter Roman Reckling) und Reiner Klesch, der erst 45 Jahre alt war, gedacht. So viel zur Musik. In seiner Begrüßung hob Schützenoberst Oliver Grüttner die geleisteten unzähligen ehrenamtlichen Stunden der Mitglieder der Schützengesellschaft bezüglich des erst vor wenigen Wochen eingeweihten Anbaus an das Schützenhaus hervor. „Wir bewahren alte Traditionen und schaffen aber auch neue“, sagte Grüttner. Bürgermeister Heiko Bothe dankte allen Beteiligten für das Herausputzen von Altenhagen und Hagenburg zum Schützenfest. Auch ging er auf die Verkehrssituation wegen der Bauarbeiten im Flecken ein. Leider hielten sich einige Verkehrsteilnehmer nicht an die vorgegebenen Umfahrungen, die Verkehrszeichen würden einfach ignoriert. Für Samtgemeindebürgermeister Jörn Wedemeier war es sein letzter Pflichttermin in seiner zu Ende gehenden Amtszeit. „Es ist jedes Jahr das gleiche Fest, aber immer wieder anders“, so Wedemeier. Das Festkonzert wurde mit der Nationalhymne beendet.