Der Krankenstand in der Region Langenhagen, zu der auch Wunstorf gehört, ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. DAK-versicherte Beschäftigte sind durchschnittlich an 20 Kalendertagen krankgeschrieben. Die meisten Fehltage entstehen durch psychische Erkrankungen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit, für die das Berliner IGES Institut sämtliche Krankschreibungen der Versicherten in der Region ausgewertet hat.
„Der Krankenstand hat sich mit 5,5 Prozent auf einem hohen Niveau eingependelt“, sagt Benjamin Kusch, Leiter der DAK-Gesundheit in Wunstorf. Ein Krankenstand von 5,5 Prozent bedeutet, dass an jedem Kalendertag im Durchschnitt 55 von 1.000 Beschäftigten fehlen. Psychische Erkrankungen führen 2025 die Statistik mit 493 Fehltagen je 100 erwerbstätig Versicherte an – deutlich mehr als im Vorjahr mit 394 Tagen. Auf Rang zwei folgen Atemwegserkrankungen mit 374 Fehltagen (Vorjahr: 383), knapp dahinter liegen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 318 Tagen (Vorjahr: 314). Die Ausfalltage in der Region Langenhagen entsprechen dem niedersächsischen Durchschnitt: Landesweit kommen DAK-versicherte Beschäftigte 2025 ebenfalls auf rund 20 krankheitsbedingte Fehltage pro Kopf.
Mit Blick auf den hohen Krankenstand sieht die DAK-Gesundheit im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) eine wichtige Stellschraube. „Ein starkes betriebliches Gesundheitsmanagement schafft die Basis dafür, dass Mitarbeitende gesund, motiviert und leistungsfähig arbeiten können – somit ist es zugleich eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens“, so Kusch. Die Kasse unterstützt Arbeitgeber dabei, arbeitsbedingte Belastungen gezielt zu reduzieren und nachhaltige Gesundheitsstrukturen aufzubauen.
Der hohe Krankenstand ist derzeit Gegenstand öffentlicher Diskussionen. So wird unter anderem behauptet, die telefonische Krankschreibung sei schuld am Anstieg, weil sie vermehrt missbräuchlich genutzt würde. Fachleute verweisen jedoch auf eine andere Erklärung: Neben dem deutlichen Plus bei Atemwegserkrankungen sorgt seit Anfang 2022 die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) dafür, dass Krankschreibungen lückenlos und systematisch erfasst werden, was sich wiederum auf die Zahlen in der Statistik auswirkt. Hinzu komme, dass auf die telefonische Krankschreibung jährlich nur 0,8 bis 1,2 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zurückgehen. Sie sorge dennoch für eine Entlastung in den Arztpraxen.