Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem versuchten Tötungsdelikt in Neustadt einen Tatverdächtigen festgenommen. Der Mann soll das Fahrzeug gesteuert haben, mit dem in der Nacht auf Dienstag, 27. Oktober, gezielt auf mehrere Personen zugefahren wurde. Einsatzkräfte ermittelten den Beschuldigten am Mittwoch gegen 12.30 Uhr in Neustadt und nahmen ihn widerstandslos fest. Anschließend brachten sie ihn zu einer Polizeidienststelle. Auf Antrag der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Hildesheim soll er noch am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden. Gegen ihn wird unter anderem wegen versuchten Totschlags in fünf Fällen ermittelt. Die weiteren Ermittlungen führt der Zentrale Kriminaldienst der Polizeidirektion Hannover.
Zugleich korrigierte die Polizei eine Mitteilung vom Vortag. Aufgrund eines internen Übermittlungsfehlers war zunächst von drei Festnahmen die Rede gewesen. Tatsächlich handelte es sich dabei laut Polizei lediglich um eine allgemeine Personenkontrolle im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen. Mit der späteren Festnahme des nun Beschuldigten stehe diese Kontrolle in keinem Zusammenhang. Außerdem könne nach derzeitigen Erkenntnissen nicht bestätigt werden, dass beteiligte Personen vor der Tat oder am Tattag selbst proaktiv Kontakt zur Polizei aufgenommen hätten. Entsprechende Medienberichte seien bislang nicht belegt.
Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten erklärte, die Tat habe viele Menschen erschüttert. Nach bisherigen Erkenntnissen habe sich der Angriff gezielt gegen bestimmte Personen gerichtet und nicht gegen Unbeteiligte. Gleichzeitig könne eine solche Gewalttat das Sicherheitsgefühl vieler Menschen beeinträchtigen. Deshalb sei die Polizei verstärkt vor Ort präsent und für Bürger ansprechbar. Von der Osten betonte, die Ermittler arbeiteten mit Hochdruck daran, alle Tatbeteiligten zu identifizieren. Das Gewaltmonopol liege ausschließlich beim Staat. Konflikte dürften nicht außerhalb des Rechtsstaats und in aller Öffentlichkeit ausgetragen werden, insbesondere wenn dadurch Unbeteiligte gefährdet würden. Zugleich lobte sie die Einsatzkräfte, die in der Tatnacht unmittelbar eingegriffen hätten. Solche Einsätze hinterließen auch bei erfahrenen Polizeibeamten körperliche und seelische Spuren.
Die Ermittlungen dauern an. Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können oder über Videoaufnahmen verfügen, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Polizei appelliert zudem daran, Aufnahmen nicht in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, sondern den Ermittlern zur Verfügung zu stellen.