Polizei übt Selbstkritik | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Polizei übt Selbstkritik

Die Polizei empfiehlt, bei verdächtigen Beobachtungen oder Einbruchsverdacht grundsätzlich die Notrufnummer 110 zu wählen. (Symbolbild: KI generiertes Bild)
Die Polizei empfiehlt, bei verdächtigen Beobachtungen oder Einbruchsverdacht grundsätzlich die Notrufnummer 110 zu wählen. (Symbolbild: KI generiertes Bild)
Die Polizei empfiehlt, bei verdächtigen Beobachtungen oder Einbruchsverdacht grundsätzlich die Notrufnummer 110 zu wählen. (Symbolbild: KI generiertes Bild)
Die Polizei empfiehlt, bei verdächtigen Beobachtungen oder Einbruchsverdacht grundsätzlich die Notrufnummer 110 zu wählen. (Symbolbild: KI generiertes Bild)
Die Polizei empfiehlt, bei verdächtigen Beobachtungen oder Einbruchsverdacht grundsätzlich die Notrufnummer 110 zu wählen. (Symbolbild: KI generiertes Bild)

Die Polizei untersucht einen Einbruch in der Wunstorfer Nordstadt und prüft zugleich die Umstände eines vorherigen Hinweises auf verdächtige Personen, der offenbar unberücksichtigt blieb. Der Fall zeigt aber auch, warum Bürger bei einem bloßen Verdacht auf einen Einbruch immer die Notrufnummer 110 wählen sollten. In der Nacht vom 3. auf den 4. September wurde in eine leerstehende Wohnung eines Zweifamilienhauses eingebrochen. Nach Angaben der Eigentümer hatte ein Nachbar bereits gegen 23.30 Uhr drei dunkel gekleidete Personen mit Taschenlampen beobachtet. Die Personen sollen in die Wohnung geleuchtet haben. Daraufhin informierte der Zeuge die Polizei. Es folgte darauf zunächst aber kein Polizeieinsatz.

Der eigentliche Einbruch ereignete sich dann später in der Nacht. Die Täter verschafften sich Zugang, indem sie über die Garage ein Fenster einschlugen und anschließend öffneten. Als die Wohnung gegen 3.30 Uhr vollständig beleuchtet war, alarmierten die Bewohner erneut die Polizei. Der Einbruch wurde daraufhin festgestellt. Die Ermittlungen führt derzeit die Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl der Polizeiinspektion Garbsen. Die Leiterin des Polizeikommissariats Wunstorf, Britta Schwarz, bestätigte auf Anfrage des Stadtanzeigers, dass der Vorfall bekannt ist. Nach ihren Angaben wurde der frühere Hinweis auf die verdächtigen Personen intensiv geprüft. Demnach ging der betreffende Anruf nicht über die Notrufnummer 110 ein.

Schwarz erklärte, sie könne nicht ausschließen, dass ein Anruf in der Dienststelle unbeabsichtigt untergegangen oder seine Brisanz verkannt worden sei. In der fraglichen Nacht waren die Beamten mit einer umfangreichen Fahndung nach einer akut gefährdeten Person beschäftigt. Das könne den Ablauf möglicherweise erklären, sei jedoch ausdrücklich keine Entschuldigung. Unabhängig vom Ausgang der noch laufenden Prüfung räumte die Kommissariatsleiterin Versäumnisse ein. „Unserem Anspruch sind wir hier nicht gerecht geworden. Wir haben unsere internen Prozesse aus diesem Anlass kritisch betrachtet”, so Schwarz. Mit den Betroffenen stehe die Polizei im Austausch. Aktuell ermittelt die Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch in dem betreffenden Fall gegen unbekannt.

Die Polizei im Einsatz. (Foto: privat)

Festnahme im Garten

Ein aufmerksamer Nachbar hat in Steinhude einen Einbruch beobachtet und die Polizei alarmiert. Die Beamten umstellten das Haus und nahmen den mutmaßlichen Täter beim Verlassen des Gebäudes fest. Gegen den Mann wird nun ermittelt.

Geprüft wird auch, ob der Einbruch mit einem aktuellen Fall in Verbindung steht. So konnte in den Abendstunden des 20. Oktober ein Tatverdächtiger nach einem Einbruch in ein Haus in Wunstorf auf frischer Tat festgenommen werden. Ob der Festgenommene für den Einbruch Anfang September in der Nordstadt in Frage kommt und es einen Tatzusammenhang gibt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Warum die 110 wichtig ist

Es ist naheliegend zu glauben, dass ein Anruf bei der örtlichen Dienststelle schneller zu einem Einsatz der Polizei führt. Doch empfohlen wird, in vergleichbaren Fällen immer die Notrufnummer 110 zu wählen. „Ich höre immer wieder, dass Menschen Bedenken äußern, dass ihr Anruf nicht notrufgeeignet sei und sie den Notruf nicht für schwerwiegendere Fälle blockieren wollen. Diese Sorge ist unbegründet”, sagt Schwarz. Notrufe über die 110 werden in der Lage- und Führungszentrale entgegengenommen, dokumentiert, priorisiert und an verfügbare Streifenwagen weitergegeben. Anrufe direkt bei einer Polizeidienststelle laufen dagegen über die jeweils diensthabenden Beamten. Dort erfolgen nicht automatisch dieselben Dokumentations- und Dispositionsprozesse wie bei einem Notruf. Die Empfehlung der Polizei lautet deshalb, bei verdächtigen Personen an Wohnhäusern, auffälligen Beobachtungen oder einem vermuteten Einbruch stets die Notrufnummer 110 zu wählen. Das gilt auch dann, wenn noch nicht feststeht, ob tatsächlich eine Straftat begangen wird. Gerade bei Wohnungseinbrüchen seien Zeugenhinweise oft ein entscheidender Ansatz für die Ermittler.

Infostände

Kontaktbereichsbeamtin Catharina Bode ist in der dunklen Jahreszeit in allen Ortsteilen unterwegs und steht für Fragen rund zum Thema Einbruchschutz zur Verfügung.

  • 26. Oktober, Kolenfeld, Parkplatz Mühlenweg 8, 10 bis 12 Uhr
  • 27. Oktober, Luthe, Parkplatz Hauptstraße 38 A, 10 bis 12 Uhr
  • 27. Oktober, Liethe, Parkplatz Leinechaussee / Deulastraße, 13 bis 15 Uhr
  • 29. Oktober, Blumenau/Oststadt, Parkplatz Blumenauer Straße/Hasselhorster Straße, 9 bis 11 Uhr
  • 30. Oktober, Klein Heidorn, bei der freiwilligen Feuerwehr, 10 bis 12 Uhr
  • 2. November, Bokeloh, Parkplatz Schaumburger Straße 1, 10 bis 12 Uhr
  • 4. November, Mesmerode, Parkplatz am Sportplatz, 10 bis 12 Uhr
  • 5. November, Großenheidorn, bei der freiwilligen Feuerwehr, 10 bis 12 Uhr
  • 5. November, Steinhude, An der Friedenseiche, 13 bis 15 Uhr
  • 6. November, Idensen, Dorfplatz Idensen, 10 bis 12 Uhr
  • 7. November, Kernstadt, Fußgängerzone, 12 bis 14 Uhr

Weitere Informationen gibt es auch online (Externer Link).


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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