Die Musikschule hat einen neuen Leiter: Jens Enders hat zum 1. April die Führung übernommen. Er folgt auf Ludger Wiese, der übergangsweise für Matthias Wolf eingesprungen war, den es beruflich nach Paderborn zog. Wiese ist eigentlich seit 2021 im Ruhestand, kehrte aber für eine kurze Übergangszeit an seinen früheren Arbeitsplatz zurück. Bei der Vorstellung von Enders blickte er mit Humor auf seine Rückkehr: „Ich habe die Excel-Tabellen wiedererkannt“, sagte er scherzhaft.
Jens Enders ist 43 Jahre alt und leitete vor seinem Wechsel in die Auestadt die Musikschulen in Laatzen und Springe. Das Engagement in Wunstorf bezeichnete er als große Ehre. Die Musikschule genieße einen guten Ruf, sei gut geführt und verfüge über ein eigenes Gebäude, „mit dem man etwas machen kann.“ Enders möchte Bewährtes fortführen und zugleich neue Akzente setzen. Zunächst gehe es jedoch darum, Kollegium und Strukturen kennenzulernen. Unter den Bedingungen des Ganztags an den Schulen müssten neue Konzepte gemeinsam entwickelt werden. „Die Musikschule gehört in die Mitte der Gesellschaft“, betonte Enders. In den vergangenen Jahren hat die Bildungseinrichtung ihre Kooperationen mit Schulen und Kindergärten stetig ausgebaut. Künftig sollen aber auch mehr Erwachsene angesprochen werden, etwa durch Open-Stage-Formate.
Die Musikschule wurde vor 40 Jahren gegründet und ging aus einer Kooperation der Städte Wunstorf, Neustadt und Garbsen hervor. Bei der Gründung zählte sie 363 Schüler, inzwischen sind es rund 1200. Diese Entwicklung steht für einen kontinuierlichen Erfolgsweg. In vier Jahrzehnten gab es lediglich vier Vorsitzende des Vereins und drei Musikschulleiter. Das steht für Stabilität und Verlässlichkeit. Das Jubiläumsjahr ist von mehreren Veranstaltungen geprägt. Geplant sind unter anderem ein Kindermusical im Juni, ein Konzert des Wunstorfer Musikschulorchesters im August sowie eine Jubiläumsfeier im September, zu der Freunde und Förderer eingeladen werden. Die Ensembles gelten als Markenzeichen der Musikschule. Neben dem Wunstorfer Musikschulorchester gehören dazu etwa das Streichensemble Camerata Capriccio und das Junge Wunstorfer Streichorchester. Der Schwerpunkt liegt bislang auf den Streichinstrumenten, bei den Bläsern gebe es noch Nachholbedarf. „Da sollten wir was machen“, sagt Enders, der selbst Trompete spielt.
Mit Blick auf die kommenden Jahre gewinnen Themen wie Fachkräftegewinnung und -sicherung zunehmend an Bedeutung. Der anstehende Generationswechsel stelle eine große Herausforderung dar. Da geht es dann auch ums Geld. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage dürften Verhandlungen schwierig werden. Bereits angekündigt ist, dass nach den Kommunalwahlen die städtischen Finanzen erneut auf die Tagesordnung kommen. Mit Blick auf das Haushaltsjahr 2028 werden schmerzhafte Entscheidungen erwartet. Der Rotstift liegt bereit, auch wenn dies politisch anders formuliert wird. Aus Sicht der Musikschule gehe es jedoch weniger um den städtischen Beitrag (Vertrag läuft noch bis 2028) als um die Kulturförderung des Landes. Niedersachsen belege hier mit großem Abstand den letzten Platz, sagt Enders. „Wenn an einer Stellschraube gedreht werden muss, dann hier.”
Das Haushaltsvolumen der Musikschule für das Jahr 2025 beträgt 1.133.000 Euro. Die Zahlen setzen sich wie folgt zusammen: