Mehr Frauen in Führungspositionen, bessere Möglichkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren, und gleiche Chancen für Frauen und Männer: Das sind zentrale Ziele des Gleichstellungsplans der Stadt Wunstorf, der noch bis Ende 2027 läuft. Auf den ersten Blick zeigt sich bei der Stadt ein weitgehend ausgeglichenes Bild. 57 Prozent der tariflich Beschäftigten sind Frauen. Zudem wurden in den vergangenen Jahren nach Angaben der Gleichstellungsbeauftragten Finia Osterholz mehr Frauen eingestellt. In den höheren Entgeltgruppen zeigt sich allerdings weiterhin ein deutlicher Unterschied: In den Gruppen EG 12 bis EG 15 stehen neun Männern nur zwei Frauen gegenüber. „Frauen in Führungspositionen“ bleibt deshalb ein wichtiges Thema für Osterholz. Zwar habe sich die Situation verbessert, „aber da ist Luft nach oben“, sagt sie. In der IT arbeitet zum Erhebungszeitpunkt keine Frau bei der Stadt. Bei den gewerblichen Berufen liegt der Frauenanteil am Beschäftigungsvolumen bei 27 Prozent. Gleichzeitig gibt es auch Bereiche, in denen Männer unterrepräsentiert sind, wie bei den städtischen Kindertagesstätten.
Ein weiterer Schwerpunkt des Plans ist die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. 55 Prozent der weiblichen Beschäftigten arbeiten in Teilzeit – bei den Männern sind es nur elf Prozent. Osterholz vermutet einen Zusammenhang mit der sogenannten Care-Arbeit. Frauen blieben nach ihrer Einschätzung häufig auch langfristig in Teilzeit. Genau hier will die Stadt ansetzen: Ziel sei es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser aufzufangen und möglichst flexible Arbeitszeiten oder mobiles Arbeiten anzubieten. Eine konkrete Neuerung gibt es bereits: Das Eltern-Kind-Büro im Rathaus ist seit Ende 2025 eingerichtet und wird nach Angaben von Osterholz vor allem in den Ferien rege genutzt. Neben einem Arbeitsplatz gibt es eine Stillecke, eine Wickelmöglichkeit und Spielsachen. Der Raum soll helfen, wenn beispielsweise kurzfristig die Kita-Betreuung ausfällt. Zudem gab es gesundheitsfördernde Schulungen für Führungskräfte, in denen auch Aspekte der Gleichstellung eine wichtige Rolle spielten.
Besonders wichtig ist Osterholz zudem ein Thema, das über klassische Gleichstellungsfragen hinausgeht: das Gesundheitsmanagement. „Da müssen wir uns noch mehr reinfuchsen“, sagt sie. Künftig soll genauer betrachtet werden, warum Frauen beispielsweise häufiger in Teilzeit arbeiten und welche Gründe dahinter stehen – etwa Wechseljahre oder die Pflege von Angehörigen. Entscheidend sei die Frage, welche Möglichkeiten die Stadt schaffen kann, um Beschäftigte in solchen Lebensphasen besser zu unterstützen.