Weniger Frauen im Stadtrat | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Weniger Frauen im Stadtrat

Neun Frauen gegenüber 30 Männern: So sieht die Geschlechterverteilung des neuen Stadtrats aus. (Grafik: jb)
Neun Frauen gegenüber 30 Männern: So sieht die Geschlechterverteilung des neuen Stadtrats aus. (Grafik: jb)
Neun Frauen gegenüber 30 Männern: So sieht die Geschlechterverteilung des neuen Stadtrats aus. (Grafik: jb)
Neun Frauen gegenüber 30 Männern: So sieht die Geschlechterverteilung des neuen Stadtrats aus. (Grafik: jb)
Neun Frauen gegenüber 30 Männern: So sieht die Geschlechterverteilung des neuen Stadtrats aus. (Grafik: jb)

Mehr Frauen für die Kommunalpolitik begeistern: Das war das Ziel des Mentoring-Programms „Frau.Macht.Demokratie.“, an dem sich auch die Stadt Wunstorf beteiligt hat. Doch nach der Kommunalwahl am 13. September fällt die Bilanz auf den ersten Blick ernüchternd aus: Im neuen Wunstorfer Stadtrat sitzen neun Frauen und 30 Männer, plus der neu gewählte Bürgermeister Martin Pavel (CDU). In der vergangenen Wahlperiode waren es noch 15 Frauen. Der Frauenanteil ist damit von rund 37 auf knapp 23 Prozent gesunken. Dabei war das Mentoring genau mit dem Ziel gestartet, Frauen den Weg in die Kommunalpolitik zu erleichtern. Das Programm, organisiert vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, lief von August 2024 bis Juni 2026 und damit bis wenige Monate vor der Kommunalwahl. In einer einjährigen Tandemphase wurden interessierte Frauen mit erfahrenen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern zusammengebracht. Sie konnten Sitzungen begleiten, Einblicke in Fraktions- und Ausschussarbeit bekommen und sich mit einer möglichen Kandidatur auseinandersetzen.

Landesweit nahmen am aktuellen Programm 292 Mentees an 264 Tandems oder Trios teil. In Wunstorf gab es nach Angaben der Stadt vier Interessentinnen. Daraus entstanden zwei Tandems, bei denen die Stadt vor allem eine vermittelnde Rolle übernahm. Das Programm sollte allerdings nicht zwangsläufig in ein Mandat führen. Vielmehr sollten Frauen die Möglichkeit bekommen, Kommunalpolitik kennenzulernen und herauszufinden, ob politisches Engagement für sie infrage kommt. Das Wahlergebnis zeigt nun, dass der Frauenanteil trotzdem deutlich zurückgegangen ist. Die fünf SPD-Frauen stehen acht Männern gegenüber. Bei der CDU sind es zwei Frauen und zehn Männer. Die Grünen ziehen ausschließlich mit Männern in den Stadtrat ein. Die AfD stellt eine Frau und vier Männer, die Freien Wähler eine Frau. Linke und FDP sind ausschließlich mit Männern vertreten.

In Wunstorf „nicht erfolgreich”

Wunstorfs Gleichstellungsbeauftragte Finia Osterholz bewertet das Ergebnis deutlich: „Nicht erfolgreich“, sagt sie auf die Frage, ob das Ziel, mehr Frauen in die Kommunalpolitik zu bringen, erreicht worden sei. Die Gründe sieht sie allerdings nicht allein beim Mentoring. Die größte Hürde auf dem Weg von politischem Interesse zu einer tatsächlichen Kandidatur sieht Osterholz bei der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt. Viele Frauen und Familien seien bereits stark belastet. Hinzu kämen meist Verantwortung für Kinder oder Pflege. Für ein zusätzliches politisches Ehrenamt fehle dann häufig die Zeit. Auch nach der Wahl will die Gleichstellungsstelle das Thema nicht aus den Augen verlieren. „Wir müssen für Menschen mit Care-Verantwortung und Frauen Kommunalpolitik attraktiver machen“, sagt Osterholz. Frauen, die politisch aktiv werden möchten, könnten sich an die Gleichstellungsstelle wenden. „Wir als Gleichstellungsstelle sind gerne Anlaufpunkt und können gerne vermitteln“, sagt sie.


Von Josefine Battermann
Freie Redakteurin
north