Rund 300 Einsätze erledigt | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Rund 300 Einsätze erledigt

Tragen die Verantwortung (v.li.): Ortsbrandmeister Sven Möllmann und sein Vertreter Dennis Heidorn (Archivbild 2025). (Archivbild: gi)
Tragen die Verantwortung (v.li.): Ortsbrandmeister Sven Möllmann und sein Vertreter Dennis Heidorn (Archivbild 2025). (Archivbild: gi)
Tragen die Verantwortung (v.li.): Ortsbrandmeister Sven Möllmann und sein Vertreter Dennis Heidorn (Archivbild 2025). (Archivbild: gi)
Tragen die Verantwortung (v.li.): Ortsbrandmeister Sven Möllmann und sein Vertreter Dennis Heidorn (Archivbild 2025). (Archivbild: gi)
Tragen die Verantwortung (v.li.): Ortsbrandmeister Sven Möllmann und sein Vertreter Dennis Heidorn (Archivbild 2025). (Archivbild: gi)

Ortsbrandmeister Sven Möllmann zog auf der Jahresdienstversammlung in der Aula der Otto-Hahn-Schule Bilanz für 2025. In seiner Begrüßung gab es einen netten Versprecher. Möllmann freute sich über den Besuch des redaktionellen Mitarbeiters des „Stadttheaters“, Hans-Heiner Giebel. Das passiert und ist halt „live“, die Anwesenden amüsierten sich. Überhaupt war es auch dieses Mal wieder eine lockere nicht langweilige Moderation des Ortsbrandmeisters, allerdings dauerte die Sitzung auch dreieinhalb Stunden.

Belastung bleibt hoch

„Die Belastung bleibt hoch. 292 Einsätze wurden insgesamt abgearbeitet, davon 277 durch die Ortsfeuerwehr sowie 15 Einsätze durch die Stadteinheiten ELO (Einsatzleitorganisation) und den Gefahrgutzug. Damit lag die Einsatzzahl erneut deutlich über dem Vorjahr“, sagte Möllmann. Ein Schwerpunkt lag weiterhin auf Hilfeleistungen mit 123 Einsätzen. Hinzu kamen 82 Fehlalarme und 52 Brandeinsätze. Auch 20 Dienstleistungen und Amtshilfen wurden geleistet. Besonders einsatzreiche Monate waren Juni und Dezember mit jeweils 30 Alarmierungen, zum Jahresbeginn 2026 waren es 103 Aktive.

Die durchschnittliche Ausrückzeit lag bei vier Minuten – Ziel bleibt, in weniger als drei Minuten auszurücken. Die durchschnittliche Einsatzdauer lag bei rund einer Stunde. Neben dem Einsatzgeschehen prägten Ausbildung und Fortbildung das Jahr. Die Feuerwehrleute nahmen an zahlreichen Lehrgängen teil – von Atemschutz, Sprechfunk und Vegetationsbrandbekämpfung bis hin zu Führungs- und Stabsarbeit. Insgesamt kamen im Feuerwehrbereich 28.223 Stunden zusammen, verteilt auf Einsatzabteilung, Jugend- und Kinderfeuerwehr, Altersabteilung sowie sonstige Tätigkeiten.

Neue Technik und lange Lieferzeiten

Die Jugendfeuerwehr zählte zum Jahresende 24 Mitglieder, die Kinderfeuerwehr lag Ende 2025 bei 48 Kindern, Anfang 2026 bei 38. Wettbewerbe, Zeltlager und viele Aktionen sollen auch 2026 den Teamgeist stärken und Nachwuchs sichern.

Auch im Bereich Technik gab es Fortschritte. Ein neuer Kommandowagen (KDOW) wurde im September offiziell übergeben und war bereits seit Ende August im Einsatzdienst. Zusätzlich konnte über den Förderverein ein Einsatzleitertablet beschafft werden. Ebenfalls neu in Dienst gestellt wurde ein Diesel-Gabelstapler, der nach langer Beschaffungsphase den defekten Vorgänger ersetzt. Für die Zukunft steht ein großes Beschaffungsprojekt an: Das neue Tanklöschfahrzeug ist beauftragt, die Lieferung wird jedoch erst für Dezember 2027 erwartet.

Feuerwache bleibt „Dauerprovisorium“

In den Berichten wurde außerdem deutlich: Trotz bereits umgesetzter Verbesserungen an der Feuerwache besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf. Genannt werden unter anderem fehlende vernetzte Rauchmelder, zu wenig Umkleide- und Parkflächen, problematische Verkehrswege sowie bauliche Mängel. Im Bericht wurde die Gesamtsituation weiterhin als Provisorium beschrieben. Es gab bereits Ertüchtigungen (Carport/Lagercontainer, Schulungs- und Aufenthaltsraum, Tore). Gleichzeitig werden von Möllmann viele verbleibende Mängel genannt (Notstromkonzept fraglich, fehlende vernetzte Rauchmelder/BMA, zu wenig Umkleide- und Parkflächen, kritische Verkehrswege, Werkstatt nicht arbeitsstättenkonform, zu wenig Lager/Logistikflächen, Betonabplatzungen etc.). Fazit: es sei viel passiert, aber die Feuerwache weiterhin ein „Dauerprovisorium“.

Bürgermeister Carsten Piellusch dankte für die geleistete Arbeit und das hohe Niveau der Ortswehr bei den Einsätzen. Zum möglichen Standort für ein neues Feuerwehrhaus sagte Piellusch, dass es Verhandlungen mit dem Eigentümer gibt, die Stadt hofft auf den Erwerb der Flächen an der jetzigen Feuerwache.

Gute Zusammenarbeit

Ortsbürgermeister Thomas Silbermann hob die Arbeit der Ortswehr hervor, beeindruckend sei die hohe Zahl der Einsätze mit fast 300. Silbermann warb für die Ehrenamtskarte, neun Betriebe machten mit, es könnten deutlich mehr sein. Regionsbrandmeister Sebastian Osterwald berichtete vom Geschehen in der Region, für den stellvertretenden Stadtbrandmeister Benjamin Heidorn spiele die Ortswehr Wunstorf eine tragende Rolle in der Stadt. Sie sei an 60 Prozent der Einsätze beteiligt. Im Gegensatz zu 2023/2024 sei das vergangene Jahr nicht so turbulent gewesen. Brandoberinspektor Jannik Futh von der Bundeswehrfeuerwehr auf dem Fliegerhorst berichtete von den Aufgaben, den Flugbetrieb auf dem Fliegerhorst sicherzustellen. Gerne leiste die Bundeswehrfeuerwehr Amtshilfe im Rahmen der Möglichkeiten 24 Stunden am Tag. Udo Wunnenberg vom THW, Timo Brüning von den Johannitern sowie Andrea Wagner von der DLRG lobten die gute Zusammenarbeit mit der Ortswehr. Gemeinsam wollen die Hilfsorganisationen beim Schützenfest in der Blaulichtmeile dabei sein. Übrigens sprach Brüning von der Einsatzbereitschaft eines Gerätewagens „WC“.

Ehrungen und Beförderungen

Ehrungen und Beförderungen der Kameradinnen und Kameraden wurden dieses Jahr in großer Zahl ausgesprochen. Befördert zum Feuerwehrmann und zur Feuerwehrfrau wurden: Sabrina Lohse, Leonie Rieger, Dennis Benik, Christian Fischer, Marius Lohse, Robert Meyer, Mohammad Sahid Safi, Connor Kevin Sommer, Anke Brunner, Anna-Lena Triemer, Jan-Stefan Brock, Djillali Kamel, Lennart Keuck, Daniel Kühnel, Markus Puppe, Markus Saars, Torsten Staub, Alexander Stefan Wosgien.

Zum ersten Hauptfeuerwehrmann wurden befördert: André Kersting, Pascal Rupp, Karsten Schneider, Patrick Schortau, Dirk Triemer, Sebastian Wellner. Zum Löschmeister wurden befördert: Ingo Battermann, Fabian Fritz, Adriano Kreimeier, Klaus Nathaniel, Michele Sciacca, Kai Stricks, Jens Tauferner. Zum Oberlöschmeister wurden befördert: Maik Aumann, Martin Brock, Dennes Ernst, Florian Fritz, Fabian Goebels, Hanko Thies und Simon Warnecke. Zum Hauptlöschmeister wurde Rainer Barz und zum Ersten Hauptbrandmeister Benjamin Heidorn sowie zum Ersten Hauptlöschmeister Siegfried Heimann, Dennis Kroß, Marcus Ott und Martin Trang befördert.

Hochwasser-Ehrennadel

Bürgermeister Carsten Piellusch zeichnete rund 60 Kameradinnen und Kameraden mit der Hochwasser-Ehrennadel des Landes Niedersachsen aus. Sie wurde an die Einsatzkräfte während der Hochwasserkatastrophe 2023/2024 verliehen. Für 25-jährige Dienstzeit erhielt Stefan Krug das Niedersächsische Feuerwehr-Ehrenzeichen, für 40 Jahre Mitgliedschaft Hans-Michael Stein das Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, das Ehrenzeichen der Jugendfeuerwehr des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen wurde an Anke Brunner und Maik Aumann sowie das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen an Karsten Kleber und Frank Meyer verliehen.

Schreibt mit: Jugendfeuerwehrwart Pascal Lange.  (Foto: gi)

Weniger Kinder, viele Pläne

Die Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie die Altersgruppe der Ortswehr haben ihre Jahresbilanz gezogen. Weniger Mitglieder bei den „Blaulicht-Hüpfern“, aber viele Stunden Einsatz. Für 2026 sind Zeltlager, Wettbewerbe und weitere Aktivitäten geplant.

Hans-Heiner Giebel (gi)
Hans-Heiner Giebel (gi)
Freier Journalist
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