Steht dein Leben unter einem guten Stern? | Wunstorfer-Stadtanzeiger

08.01.2026 14:09

Steht dein Leben unter einem guten Stern?

Pfarrer Markus Grabowski. (Foto: privat)
Pfarrer Markus Grabowski. (Foto: privat)
Pfarrer Markus Grabowski. (Foto: privat)
Pfarrer Markus Grabowski. (Foto: privat)
Pfarrer Markus Grabowski. (Foto: privat)

In diesen Tagen sind sie wieder unterwegs: die Sternsinger. Sie tragen bunte Gewänder, leuchtende Kronen und lassen sich gut an einem vorangehenden Sternträger erkennen. Die Kinder erinnern an die Weisen aus dem Morgenland, die vor 2.000 Jahren aufgebrochen sind. Woher sind sie gekommen? Wir wissen es letztlich nicht. Wer diese Leute waren? Die Bibel spricht von Sterndeutern. Vielleicht waren es einfach Leute wie du und ich, die mit Herz und Verstand nach dem großen Glück gesucht haben. Sie haben die Wissenschaft bemüht und kamen doch nicht weiter. Und vielleicht haben sie in den Sternen nicht wirklich einen letzten Sinn, Orientierung und Antwort für ihre Fragen gefunden. Sie wollten ihr Schicksal nicht blinden Mächten in die Hände geben. Also brachen sie auf:
Im Matthäusevangelium lesen wir dazu: „Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ (Mt 2,1-2)
Ist es nicht eigenartig? König Herodes und die Gelehrten, die die Schriften und das Wort Gottes kannten, wohnten um die Ecke, nur 7 km von Bethlehem entfernt. Sie hätten doch längst da sein können, wie die Hirten. Sie hätten auch mit den Weisen mitgehen können, um sich gemeinsam von der Freude über das neugeborene Kind anstecken zu lassen. Doch König Herodes überfällt pure Angst. Er wird misstrauisch und bewegt sich machtbesessen nicht von der Stelle. Fühlen wir uns nicht irgendwie an die „Könige“ unserer Zeit erinnert?
Matthäus hält fest: Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie antworteten ihm: in Betlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige!“ (Mt 2,3.8)

Der Kirchenvater Augustinus wunderte sich über Herodes und die Schriftgelehrten: Sie haben den Weisen aus dem Morgenland gewissermaßen den Weg zur Wasserquelle gewiesen, sie selbst sind jedoch in der Wüste verdurstet. Auch heute erleben wir Menschen, die der Botschaft des Glaubens von einem Gott, der Mensch geworden ist und Rettung bringt, irgendwie kühl, distanziert und unberührt bleiben. Und muss die Kirche nicht schnell lernen, von Jerusalem nach Bethlehem aufzubrechen und weiter zu den Menschen – in Einfachheit, Armut und mit menschlicher Güte? Die Weisen aus dem Morgenland nehmen den langen Weg auf sich und gehen bis nach Bethlehem. Die Begegnung mit dem Jesuskind berührt ihre Herzen. Sie geben dem Kind die Ehre, wissen sich beschenkt, schenken sich ihrerseits und kehren auf einem anderen Weg zurück. Sie haben gespürt, dass ihr Leben in Gemeinschaft mit dem menschgewordenen Gott unter einem guten Stern steht. Sie sind gesegnet und diesen Segen werden sie nun weitergeben.

Die Sternsinger machen in diesen Tagen auf ein schmerzhaftes Unrecht aufmerksam, während sie Geldspenden sammeln: Kinder, die in Bangladesch unter unwürdigen Bedingungen in Fabriken arbeiten, sollen zur Schule zu gehen und mit Bildung für ihr Leben vorbereitet zu werden. Die Begegnung mit dem Jesuskind bringt uns in Bewegung, hilft uns Angst und Gleichgültigkeit zu überwinden, erwärmt das Herz und spornt zur guten Tat an. Willst Du dein Leben nicht auch unter diesen guten Stern stellen?

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