Die Türen der Stiftskirche öffnen sich zum Tag des Offenen Denkmals am 13. September. Mit verschiedenen Angeboten bietet die Kirchengemeinde für Besucher auch einen Blick hinter die Kulissen der Kirche in Bereiche, die üblicher Weise nicht zugänglich sind. Ein Team von Ehrenamtlichen unter der Koordination von Kirchenführerin Anja Emmanouilidis steht bis 17 Uhr bereit.
Gleich nach dem Gottesdienst lädt Tobias Timm um 11.15 Uhr an die Eduard-Meyer-Orgel auf die Empore über dem Kirchenschiff. Dieser bedeutende Orgelbaumeister hat dem Königreich Hannover über 100 Orgeln hinterlassen. Meyer baute seine frühromantischen Werke in traditioneller Weise und in Kontinuität zum spätbarocken Orgelbau. Nachdem seine Orgel in der Marktkirche bei den Bombenangriffen auf Hannover im Krieg zerstört worden ist, beherbergt die Stiftskirche nun die größte aller noch erhaltenen Meyer-Orgeln. Geschaffen 1859 wurde sie 1939/40 grundlegend umdisponiert und wartet bis heute auf eine originalgetreue Restaurierung.
In den Stiftskirchenturm führt Wunstorfs Nachtwächter Dieter Kohser. Der Turm, der normaler Weise nicht zugänglich ist, öffnet seine Pforten zwischen 11.15 und 13.15 Uhr. Schmale, ausgetretene teils 400 Jahre alte Eichenbohlen erfordern Trittsicherheit, um bis auf die Glockenplattform zu gelangen. Auch ein Blick unter das Dach mit seinen Kuppelgewölben gehört dazu. Dazu steht ein Team aus Kirchenführern bereit und hilft durchgehend zwischen 11.15 und 17 Uhr bei der Erkundung der bald 900-jährigen romanischen Himmelsburg, die in ihrer Geschichte manche Umgestaltung und Veränderung erfahren hat. An einigen Stellen findet der aufmerksame Besucher noch Reste mittelalterlicher Nebenaltäre oder bunter Ausmalungen. Manfred Rasche, Dieter Kohser, Hans Hanebuth und Anette Wöltje bieten auch persönliche Führungen an und machen gerne auf die reiche Symbolsprache und andere Kleinodien der Kirche aufmerksam.
Zum Auftakt spricht Pastor Milkowski im Gottesdienst um 10 Uhr in seiner Predigt über die Namenspatrone der Stiftskirche, die Brüder Cosmas und Damian. Eine reiche Legendenbildung umrankt die beiden Ärzte, die ihre Dienste kostenlos anboten und in den Diokletianischen Verfolgungen Anfang des 3. Jh.n.Chr. den Märtyrertod gefunden haben sollen.