Von Nofretete bis Merkel | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Von Nofretete bis Merkel

Neu interpretiert: Porträt der Pharaonin Nofretete. (Foto: wb)
Neu interpretiert: Porträt der Pharaonin Nofretete. (Foto: wb)
Neu interpretiert: Porträt der Pharaonin Nofretete. (Foto: wb)
Neu interpretiert: Porträt der Pharaonin Nofretete. (Foto: wb)
Neu interpretiert: Porträt der Pharaonin Nofretete. (Foto: wb)

Mit der Ausstellung „Starke Frauen“ haben der Kunstverein, das Hölty-Gymnasium und das Forum Stadtkirche in diesem Jahr ihr gemeinsames Ausstellungsprogramm in der Stadtkirche gestartet.

Starke Frauen statt starke Männer

Es war gar nicht so einfach für die Schülerinnen und Schüler mehrerer Klassen und Kurse des Hölty-Gymnasiums das Thema „Starke Frauen“ künstlerisch umzusetzen. Dabei ging es gar nicht mal so sehr um die Technik, sondern um den Inhalt. Immer wieder fiel der Fokus auf starke Männer, aber starke Frauen? Da war die Bilanz zunächst eher dünn. Somit war erst einmal Recherche in Büchern aus der Schulbibliothek wie „Power women – geniale Ideen mutiger Frauen“ und im Internet gefragt, wie Kunstlehrerin Katja Ippisch auf Nachfrage erläutert. Ein gesellschaftliches Phänomen, das sich auch in den Reden zur Eröffnung der Ausstellung am vergangenen Sonntag widerspiegelte.

So erinnerte Schulleiter Robert Conrad an das 1950 erschienene Standardwerk „Die Geschichte der Kunst“ von Ernst H. Gombrich, in dem nicht eine Frau genannt wurde. Die erste Künstlerin, die in diesem Standardwerk schließlich erwähnt wurde, war Käthe Kollwitz. Sicher hätte ihr Bekanntheitsgrad schon für die erste Auflage gereicht, aber sie wurde erst in der 16. Auflage im Jahr 1994 erwähnt. Ein gesellschaftliches Phänomen, an das auch Jobst Heizmann als zweiter Vorsitzender des Kunstvereins erinnerte. Zwar findet man in jeder Epoche starke Frauen, aber der Ruhm gehörte oftmals ihren Männern. Und so erinnerte Heizmann dann auch an Trude Beckmann (Ehefrau von Max Beckmann), die Klassenbeste war und auf Bitten ihres Mannes mit der Malerei aufhörte. Da wundert es nicht, dass die ursprünglich für die „Nacht der Kultur“ geplante Ausstellung auch „Beraubte Frauen“ heißen sollte. Aus organisatorischen Gründen fand diese Ausstellung dann im vergangenen Sommer nicht statt.

Unbekannte Facetten

Nun also “Starke Frauen“. Eine Ausstellung, die thematisch wie künstlerisch überrascht. Da werden bekannte Frauen aus den verschiedensten Bereichen wie Sport, Literatur oder Politik porträtiert. Dabei begegnen einem historische Persönlichkeiten wie die Pharaonin Nofretete oder die Nobelpreisträgerin für Chemie, Marie Curie, ebenso wie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel oder die Tennisspielerin Serena Williams. Das Erstaunliche ist, dass man viele dieser Frauen zu kennen glaubt. Nur in der Ausstellung stellt man dann fest, dass ihre Persönlichkeiten auch unbekannte Facetten aufweisen, wie bei der britischen Schauspielerin Emma Watson. Sie ist nicht nur die Hermine Granger aus den Harry-Potter-Filmen, sondern auch UN-Sonderbotschafterin für UN Women.

Und dann gibt es noch Frauen wie Anna Rohrhofer. Eine Bäuerin aus Niederösterreich, die im Frühjahr 1945 zusammen mit ihrer Schwester 23 ungarische Zwangsarbeiter auf ihrem Hof vor den Nazis versteckte. Für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus stehen die Porträts von Sophie Scholl („Weiße Rose“) und Mildred Harnack („Rote Kapelle“). Beide wurden 1943 hingerichtet.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Februar in der Stadtkirche zu sehen, die immer dienstags, mittwochs, donnerstags von 15 bis 17 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet ist. Außerdem kann die Ausstellung im Rahmen von Veranstaltungen des Forums oder der Stifts-Kirchengemeinde besucht werden.


    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Verena Walter-Bockhorn (wb)
    Freie Journalistin
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