„Zieht euch warm an, es wird heiß!“ | Wunstorfer-Stadtanzeiger

„Zieht euch warm an, es wird heiß!“

Sven Plöger begeisternd und mitreißend beim Vortrag in Bad Nenndorf.  (Foto: gk)
Sven Plöger begeisternd und mitreißend beim Vortrag in Bad Nenndorf. (Foto: gk)
Sven Plöger begeisternd und mitreißend beim Vortrag in Bad Nenndorf. (Foto: gk)
Sven Plöger begeisternd und mitreißend beim Vortrag in Bad Nenndorf. (Foto: gk)
Sven Plöger begeisternd und mitreißend beim Vortrag in Bad Nenndorf. (Foto: gk)

Als der „Wettermacher“ ist Sven Plöger inzwischen eine Berühmtheit. Zumindest in den Sphären der meteorologischen Voraussagen und wissenschaftlichen Erklärungen, was die täglichen Prognosen und Wetterkapriolen betreffen. Jetzt kam er auf Einladung der Energieagentur Schaumburg GmbH und BürgerEnergieWende Schauburg als Vortragender in die Wandelhalle Bad Nenndorf. Dort sorgte er für ein volles Haus mit rund 500 Zuhörenden, die er gleich zu Beginn seines Vortrages mit einer Wetterprognose für die Landesgartenschau in Bad Nenndorf zu stürmischem Beifall herausforderte.

Kriege verdrängen derzeit das Engagement, um dem weltweiten Klimawandel engagiert zu begegnen zu können, so Plöger zu Beginn seines durchweg pointierten, visuell gekonnten und humorreichen Vortrags unter dem Motto „Zieht euch warm an, es wird heiß!“.

Mit spitzfindigen Anfragen an die Zuhörenden, erzielte er höchste Aufmerksamkeit: „Was würden Außerirdische über uns denken? – Sie würden zunächst sehen, dass wir Lebewesen besser als vor vielen Tausend Jahren leben. Aber dann würden sie sehr schnell feststellen, dass wir dabei sind, unsere eigene Welt zu zerstören. Und sie würden feststellen: Sie wissen es genau, aber tun viel zu wenig.“

Solche Aussagen packten die Zuhörenden, derartige wiederholte Feststellungen, mit zahlreichen Beispielen unterfüttert, trafen während des einstündigen Vortrags ins Schwarze. Vieles dürfte allen Zuhörenden längst bekannt gewesen sein, was Plöger, an das Gewissen aller gewandt, in Erinnerung rief: Die Emissionen steigen weiter, aus Erfahrungen wurde nicht gelernt, den Klimawandel gab es schon immer – „aber nicht so schnell wie jetzt“, weltweit steigen die Temperaturen – „es wird immer wärmer“. Und wird es wärmer, dann werden alle Tage wärmer, betont er mit klaren Diagrammen.

Bedingt durch langanhaltende Trockenphasen benötigen „wir inzwischen schon Pflanzen mit Migrationshintergrund, die bei den Wärme- und Klimaverhältnissen überleben. Besonders die Landwirtschaft“, mahnt er an.

Jede klimatische Veränderung bewirkt eine Wechselwirkung auf dem Erdball, wie in einem menschlichen Körper auch. „Wir haben kein Wissensproblem, warum sich das Klima wandelt, sondern wir haben ein Handlungsproblem“, so Plöger. Seit 50 Jahren erzählen wir uns dieselben Erkenntnisse, ohne auch das persönliche Verhalten zu verändern.

Und was hat das Eis in der Arktis mit der Klimaveränderung in Bad Nenndorf zu tun? Plöger: „Das Eis wirkt wie ein Spiegel. Fehlt er, wird die Sonnenstrahlung nicht von der Erde reflektiert, sondern absorbiert.“ Und diese Wärme strömt auch nach Bad Nenndorf. Auch der Permafrost ziehe sich in seinen Regionen zurück. Richtig gefährlich kann es werden, „wenn sich der schleichende Klimawandel auf einen Schlag zeigt“, so Plöger.

Neben dem Landrat Jörg Farr, sprach auch Mike Schmidt als Hausherr ein Grußwort. Hierbei nahm er den Wettermacher Sven Plöger in die „Pflicht“, um eine Prognose für das Wetter während der Landesgartenschau abzugeben.

Plöger, darum nicht verlegen, sagte: „Ich will alles möglich machen. Aber es wird natürlich sehr teuer.“ Schmidt: „Teuer spielt keine Rolle, dass weiß hier jeder.“ Plöger: „Es wird in den Tagen der Landesgartenschau wechselnd bewölkt mit leichten Aufhellungen, bei 12 bis 38 Grad, bei böigen bis starkem Wind, aus wechselnden Richtungen.“ Auch dafür gab es abschließend viel Applaus für den Wettermacher und den Stadtdirektor.


Winfried Gburek
Winfried Gburek
Freier Redakteur Schaumburger Wochenblatt
north