Eigener „Werkzeugkasten” | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Eigener „Werkzeugkasten”

Vor dem Rathaus: Bürgermeisterkandidatin Mona M’Barkiou. (Foto: tau)
Vor dem Rathaus: Bürgermeisterkandidatin Mona M’Barkiou. (Foto: tau)
Vor dem Rathaus: Bürgermeisterkandidatin Mona M’Barkiou. (Foto: tau)
Vor dem Rathaus: Bürgermeisterkandidatin Mona M’Barkiou. (Foto: tau)
Vor dem Rathaus: Bürgermeisterkandidatin Mona M’Barkiou. (Foto: tau)

Mona M’Barkiou fordert eine flexiblere Denkweise und eine neue Perspektive für die Wunstorfer Verwaltung. Die Bürgermeisterkandidatin der Linken sieht ihre Stärke vor allem in ihrem beruflichen Hintergrund, wie sie im Gespräch mit dem Stadtanzeiger erklärt. Als selbstständige IT-Unternehmensberaterin bringe sie einen anderen „Werkzeugkasten“ mit, der sich auf Verwaltungsstrukturen übertragen lasse. Ziel sei eine strukturiertere und effizientere Arbeitsweise.

Projektmanagement als Schlüssel

Nach ihrer Einschätzung fehlt in der Wunstorfer Verwaltung ein professionelles Projektmanagement, wie es in der Wirtschaft üblich ist. Dabei gehe es nicht nur um Digitalisierung, sondern auch um Inklusion – also die Schaffung von Zugängen und Beteiligungsmöglichkeiten für alle Bürger. Niemand dürfe dabei auf der Strecke bleiben. Ein systematisches Projektmanagement könne helfen, sogenannte Blocker in Abläufen zu identifizieren. M’Barkiou und ihre Partei kritisieren, dass ein solcher Ansatz in der bisherigen Verwaltungsarbeit fehle. Dadurch entstehe der Eindruck, dass sich die Verwaltung angesichts zahlreicher parallel laufender Großprojekte verzettele. Professionelles Projektmanagement arbeite hingegen mit Simulationen. Diese könnten zeigen, wie Personal, Mittel und Kapazitäten sinnvoll eingesetzt werden. So ließen sich Prozesse besser steuern und Engpässe frühzeitig erkennen.

Wohnungsmarkt im Fokus

Wie andere Kandidaten sieht auch M’Barkiou den Mangel an bezahlbarem Wohnraum als zentrale Herausforderung. Sie verweist auf bereits diskutierte Maßnahmen wie die Erstellung eines Leerstandskatasters oder den Erlass einer Zweckentfremdungssatzung. Dabei könne sich Wunstorf an den Erfahrungen anderer Kommunen orientieren. Wunstorf gilt als Kommune mit angespanntem Wohnungsmarkt. Nach Ansicht der Kandidatin erwarten die Bürger daher vor allem schnelle Lösungen statt langwieriger Diskussionen. Eine engere Kooperation mit lokalen Partnern wie dem Bauverein hält M’Barkiou für notwendig. Ziel sei es, mittel- bis langfristig eine verbindliche Quote für den sozialen Wohnungsbau bei der Entwicklung neuer Baugebiete festzuschreiben. Zugleich plädiert sie für eine proaktive Politik. Dafür sei eine verlässliche Datengrundlage entscheidend. Die systematische Erhebung und Pflege von Daten bilde die Basis für Prognosen und strategische Entscheidungen. Letztlich messe sich der Erfolg politischer Arbeit an der Zufriedenheit der Bürger. Soziale Aspekte dürften dabei nicht vernachlässigt werden.

Kandidatin noch wenig bekannt

Für viele Wunstorfer ist M’Barkiou bislang ein unbeschriebenes Blatt. Die Linke hatte seit Oktober nach einem geeigneten Kandidaten oder Kandidatin gesucht. Die 35-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin, die in Hannover lebt, überzeugte schließlich mit einer Rede. Ihre Sprache ist allerdings sehr technisch geprägt. Was in der Unternehmenswelt funktioniert, muss den Praxistest in einer Verwaltung erst noch bestehen. Um in Wunstorf bekannter zu werden, plant sie Gespräche und Veranstaltungen. Konkrete Termine stehen noch nicht fest, die Bereitschaft zum Austausch und zu Diskussionen mit anderen Kandidaten ist jedoch vorhanden.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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