Die Wunstorfer haben über die künftige Besetzung von Rathaus, Stadtrat, Ortsräten und Region abgestimmt. Wer die kommenden acht Jahre Bürgermeister sein wird, steht jedoch noch nicht fest. Es kommt nach den vorläufigen Ergebnissen zu einer Stichwahl in zwei Wochen am 27. September. Als Sieger des ersten Wahlgangs geht Martin Pavel (CDU) hervor, der auch von den Grünen und der FDP unterstützt wird. Nach Auszählung aller 78 Wahlbezirke kommt er auf 9.449 Stimmen und 43,02 Prozent. Amtsinhaber Carsten Piellusch (SPD) erreicht 8.614 Stimmen und 39,22 Prozent. Der Vorsprung des CDU-Kandidaten beträgt damit 835 Stimmen. Kerstin Obladen von den Freien Wählern folgt mit 2.469 Stimmen (11,24 Prozent), Mona M'Barkiou von der Linken mit 1.434 Stimmen (6,53 Prozent). Keiner der vier Bewerber erreicht damit die erforderliche absolute Mehrheit.
Das Ergebnis deute auf eine Wechselstimmung hin. Das sagt der Sieger des Abends, Martin Pavel, im Gespräch mit dem Stadtanzeiger. „Dass ich den Amtsinhaber überflügeln würde und das gegen den Trend auf Landes- und Bundesebene, ist ein großer Erfolg und eine tolle Teamleistung”, so Pavel. Vor rund 150 Gästen in der Wahlkampfzentrale zeichnete sich bereits gegen 19.30 Uhr ab, dass der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes am Ende vorne liegen würde. Das Ergebnis zeige auch, dass die Kooperation mit Grünen und der FDP eine gute strategische Entscheidung war. Nun wolle man genau analysieren und schauen wo noch Potenziale liegen, um beispielsweise den Haustürwahlkampf in den kommenden Tagen entsprechend auszurichten. „Wir haben einen Plan gemacht und den arbeiten wir ab”, so Pavel.
Geknickt war die Stimmung bei der Wahlparty der SPD im Küsters nicht, euphorisch aber auch nicht. „Bei vier Bewerbern habe ich eine Stichwahl erwartet“, sagte Bürgermeister Carsten Piellusch dem Stadtanzeiger. Mit frischem Mut will er in die Stichwahl für das Amt des Bürgermeisters gehen, es sei mit dem erzielten Ergebnis eine gute Basis gelegt worden. Piellusch merkte den hohen Anteil ungültiger Stimmen an. Zuversichtlich geht der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Wunstorf, Sören Thoms, in die Stichwahl. „Wir schaffen das“, so sein Kommentar.
Im neuen Stadtrat müssen SPD (13 Sitze, -3), CDU (12 Sitze, -1) und Grüne (5 Sitze, -2) laut vorläufiger Sitzverteilung Federn lassen. Dafür legt die AfD deutlich zu (5 Sitze, +3). Ganz neu dabei ist die Partei Die Linke. Sie erreicht mit zwei Sitzen auf Anhieb Fraktionsstatus. Das BSW zieht ebenfalls mit einem Sitz neu in den Stadtrat ein. FDP und Freie Wähler bleiben jeweils bei einem Sitz. In den Ortsräten gibt es kleinere Verschiebungen, viele Ortsbürgermeister dürften auch in der neuen Wahlperiode ihr Amt fortführen können. In Steinhude ist allerdings die SPD wieder stärkste Kraft, nachdem dort die CDU deutlich an Zustimmung verloren hat.
Rund 33.000 Wahlberechtigte waren aufgerufen, einen neuen Bürgermeister, den Stadtrat, die Ortsräte sowie die Vertreter für die Regionsversammlung und das Amt des Regionspräsidenten zu wählen. Nach den bislang ausgezählten Bezirken liegt die Wahlbeteiligung bei rund 68 Prozent und damit rund 8 Prozentpunkte höher als bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren. Die Stadt hat 54 Urnenwahllokale und 21 Briefwahllokale eingerichtet. Etwa 600 Wahlhelfer waren eingeplant. Kurz vor dem Wochenende bat die Verwaltung via Aufruf allerdings um zusätzliche Unterstützung, da einige ehrenamtliche Helfer krankheitsbedingt absagen mussten. Die Auszählung begann nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr. Zunächst wurden die Stimmen für die Wahl des Regionspräsidenten und des Bürgermeisters ausgezählt. Es folgen die Stimmzettel für Regionsversammlung, Stadtrat und Ortsräte. Wegen des aufwendigen Wahlsystems mit bis zu drei Stimmen pro Wähler bei mehreren Wahlen dauerte die Auszählung bis in den frühen Montagmorgen.
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Die neue Wahlperiode beginnt am 1. November 2026. Die konstituierende Sitzung des Stadtrates ist für den 11. November vorgesehen, danach folgen die Ortsräte nach und nach.