Wer wird für die nächsten acht Jahre Wunstorfs Bürgermeister? Diese Frage konnte bei der Kommunalwahl am Sonntag noch nicht abschließend beantwortet werden. Der gemeinsame Kandidat von CDU, Grünen und FDP, Martin Pavel, erhielt mit 43,02 Prozent die meisten Stimmen und kam auf 9.449 Stimmen. Amtsinhaber Carsten Piellusch (SPD) erreichte 39,22 Prozent beziehungsweise 8.614 Stimmen. Beide Kandidaten treten nun am 27. September in einer Stichwahl gegeneinander an. Entscheidend könnte dabei sein, wie sich die Wähler der beiden unterlegenen Kandidatinnen entscheiden. Kerstin Obladen von den Freien Wählern erhielt 2.469 Stimmen, Mona M'Barkiou von der Linken kam auf 1.434 Stimmen. Der Stadtanzeiger fragte bei den Parteien nach, ob sie eine Wahlempfehlung aussprechen.
Kerstin Obladen erklärt: „Da ich persönlich politisch rechts der Mitte stehe und in vielen politischen Fragen Übereinstimmungen mit der CDU sehe, werde ich Martin Pavel bei der Stichwahl unterstützen. Ich empfehle auch meinen Wählern, ihm ihre Stimme zu geben. Die Wahlentscheidung trifft selbstverständlich jeder selbst.“ Volker Napp, Sprecher der Linken in Wunstorf, sagt dagegen, dass seine Partei keine Wahlempfehlung aussprechen werde. „Ich habe immer gesagt, dass weder Carsten Piellusch noch Martin Pavel für uns wählbar sind“, so Napp.
Der Sieger des ersten Wahlgangs sprach mit Blick auf das Ergebnis von einer spürbaren Wechselstimmung. Das Abschneiden zeige, dass die Kooperation mit Grünen und FDP eine gute strategische Entscheidung gewesen sei. „Für mich gilt: Weitermachen. Bis zum 27. September geben wir Vollgas. Ich werbe für meine Person und meine Position“, so Pavel. Als Bürgermeister wolle er vor allem einen neuen Stil im Rathaus verankern. Die Verwaltung solle sich künftig stärker am Alltag der Menschen orientieren. Dazu nennt Pavel unter anderem einen Bürgermeister-Ortsteil-Treff, ein mobiles Bürgerbüro sowie ein rund um die Uhr verfügbares Rathaus mit Dokumentenstation. Der Leitspruch lautet: näher an die Menschen, Verantwortung übernehmen, Ergebnisse sichtbar machen. Ein Ziel dabei ist, Brücken zu bauen und Gräben zu überwinden.
Amtsinhaber Carsten Piellusch bezeichnet sein Ergebnis im ersten Durchgang als solide. Statt Wechselstimmung spüre er eher Rückenwind. „Die SPD ist erneut stärkste Kraft im Wunstorfer Stadtrat geworden und konnte sich auch in vielen Ortsräten als stärkste Kraft behaupten. Das ist ein klares Vertrauenssignal für unsere Arbeit und unsere Themen und zeigt, dass wir mit unseren Vorstellungen für Wunstorf viele Menschen erreichen“, so Piellusch am Montag. Mit einer Stichwahl habe man gerechnet. In den kommenden zwei Wochen wolle auch er weiter das direkte Gespräch mit den Bürgern suchen und für seine Ideen werben. Als wichtige Vorhaben nennt er bezahlbares Wohnen, den Ausbau der Ganztagsschulen sowie die geplante Modernisierung des Hallenbads zu einem Sport- und Freizeitbad.
Die neue Wahlperiode beginnt am 1. November 2026. Die konstituierende Sitzung des Stadtrates ist für den 11. November vorgesehen, danach folgen die Ortsräte nach und nach.