Die Wunstorfer haben über die künftige Besetzung von Rathaus, Stadtrat, Ortsräten und Region abgestimmt. Im neuen Stadtrat müssen SPD (13 Sitze, -3), CDU (12 Sitze, -1) und Grüne (5 Sitze, -2) laut vorläufiger Sitzverteilung Federn lassen. Dafür legt die AfD deutlich zu (5 Sitze, +3). Ganz neu dabei ist die Partei Die Linke. Sie erreicht mit zwei Sitzen auf Anhieb Fraktionsstatus. Das BSW zieht ebenfalls mit einem Sitz neu in den Stadtrat ein. FDP und Freie Wähler bleiben jeweils bei einem Sitz. In den Ortsräten kommt es zu Verschiebungen, viele Ortsbürgermeister dürften auch in der neuen Wahlperiode ihr Amt fortführen können. In Steinhude ist allerdings die SPD wieder stärkste Kraft, nachdem dort die CDU deutlich an Zustimmung verloren hat. Ortsbürgermeisterin Christiane Schweer will sich trotzdem zur Wiederwahl stellen. Auch in anderen Ortsräten wird gerechnet und nach Mehrheiten gesucht. Hier die Sitzverteilungen und Einschätzungen im Einzelnen.
Dem Stadtrat gehören 40 Mitglieder + Bürgermeister an. Gewählt sind:
Wer mit wem? Die Frage bleibt zunächst einmal offen. Die neue CDU-Fraktion hat sich bereits am Montag nach der Wahl konstituiert und Bernd Heidorn auf Vorschlag der bisherigen Fraktionsvorsitzenden Christiane Schweer einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. „Ich höre nicht auf, sondern gehe in die zweite Reihe”, erklärte Schweer in einem Pressegespräch. In der CDU wird unter anderem eine Zusammenarbeit mit Daniel Farnung (FDP) überlegt. Ob daraus auch eine Gruppe im neuen Stadtrat wird, bleibt abzuwarten. Die SPD-Fraktion will mit allen Fraktionen, mit Ausnahme der AfD, sowie Einzelvertretern das Gespräch suchen. Feste Bündnisse wie früher wird es aus Sicht der Sozialdemokraten vermutlich nicht geben. „Wir rechnen mit wechselnden Mehrheiten”, so der alte und neue Fraktionsvorsitzende Martin Ehlerding. Optimal sei das aus seiner Sicht nicht, da Entscheidungen, wie etwa die Verabschiedung des Haushalts nicht vom Zufall abhängen sollten. Man brauche Verlässlichkeit und damit eine Art der Verständigung über die gemeinsame Arbeitsweise.
* Nachdem Martin Pavel in der Stichwahl zum neuen Bürgermeister der Stadt gewählt worden ist, rückt Ulrike Hansing für die CDU in den Stadtrat auf.
Dem Ortstrat Wunstorf gehören 17 Mitglieder an. Gewählt sind:
Der bisherige Ortsbürgermeister Thomas Silbermann (SPD) muss um seine Wiederwahl bangen. Bernd Heidorn (CDU) hat im Pressegespräch angekündigt, seinen Hut in den Ring zu werfen. Er habe bereits mit den Vertretern von Grünen und FDP gesprochen. Diese hätten ihm Unterstützung signalisiert. Bestätigt ist das aber noch nicht. Klaus-Jürgen Maurer sagte auf Nachfrage, dass man durchaus miteinander rede, es aber in dieser Frage noch viel zu früh für eine konkrete Positionierung sei. Die Grünen können sich wiederum einen Wechsel durchaus vorstellen, Gespräche dazu müssten aber erst noch geführt werden. Mit Grünen und FDP hätte die CDU, die nur zweitstärkste Kraft ist, eine Mehrheit.
* Nachdem Martin Pavel in der Stichwahl zum neuen Bürgermeister der Stadt gewählt worden ist, rückt Jens Zotzmann für die CDU in den Ortsrat auf.
Dem Ortsrat Steinhude gehören 9 Mitglieder an. Gewählt sind:
In Steinhude ist die SPD wieder stärkste Kraft und könnte mit Nils Hoffmann einen neuen Ortsbürgermeister stellen, sofern er eine Mehrheit im Ortsrat findet. Dazu muss er aber auch an Amtsinhaberin Christiane Schweer (CDU) vorbei. Sie will sich nicht kampflos geschlagen geben und kündigte in einem Pressegespräch an, Ortsbürgermeisterin bleiben zu wollen. Dafür müsste sie allerdings ein Bündnis aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern schmieden.
Dem Ortsrat Großenheidorn gehören 7 Mitglieder an. Gewählt sind:
Die SPD in Großenheidorn stellt die stärkste Fraktion, verfehlt aber wie vor fünf Jahren die absolute Mehrheit. Dennoch scheint die Wiederwahl von Ortsbürgermeister Martin Ehlerding sicher.
Dem Ortsrat Klein Heidorn gehören 7 Mitglieder an. Gewählt sind:
Die SPD in Klein Heidorn hat ihre absolute Mehrheit im Ortsrat verteidigt. Die Wiederwahl von Ortsbürgermeisterin Elke Rodloff ist damit gesichert.
Dem Ortsrat Luthe gehören 9 Mitglieder an. Gewählt sind:
Die SPD ist im Ortsrat Luthe zwar weiterhin stärkste Kraft, die Wiederwahl von Ortsbürgermeister Rolf Hoch (SPD) aber keineswegs ausgemacht. Herausforderer Heiner Heimberg (CDU) könnte mit den Stimmen von Grünen und FDP ebenfalls eine Mehrheit erzielen und auf diese Weise neuer Ortsbürgermeister werden.
Dem Ortsrat Kolenfeld gehören 7 Mitglieder an. Gewählt sind:
Die SPD bleibt stärkste Fraktion in Kolenfeld, hat ihre absolute Mehrheit aber verloren. Dennoch gilt als wahrscheinlich, dass Ortsbürgermeister Karsten Grobe im Amt bestätigt wird.
Dem Ortsrat Blumenau gehören 5 Mitglieder an. Gewählt sind:
Im Ortsrat Blumenau bleibt es auch in der neuen Wahlperiode eng. SPD und CDU haben beide jeweils zwei Sitze. Das Zünglein an der Waage ist demnach Rudolph Speckhan von den Grünen. Ob Ortsbürgermeister Frank Zülich im Amt bleiben kann, hängt von Speckhans Stimme ab. Entschieden ist noch nichts. Auch hier ist es noch viel zu früh für eine abschließende Positionierung, sagte Speckhan dem Stadtanzeiger.
Dem Ortsrat Bokeloh gehören 7 Mitglieder an. Gewählt sind:
Klare Zugewinne gibt es für die CDU in Bokeloh. Über 70 Prozent Zustimmung, dieses Ergebnis ragt stadtweit heraus. Die Wiederwahl von Ortsbürgermeister Matthias Waterstradt ist eine klare Sache.
Dem Ortsrat Mesmerode gehören 5 Mitglieder an. Gewählt sind:
Im Ortsrat Mesmerode gibt es an den bisherigen Mehrheitsverhältnissen keine Veränderungen. Die SPD hat die absolute Mehrheit verteidigt. Einen neuen Ortsbürgermeister wird es aber trotzdem geben. Der bleibt sprichwörtlich in der Familie. Leon Troschke soll von Papa Ulrich übernehmen. Ein Sitz für die SPD musste aufgrund von Stimmengleichheit noch ausgelost werden. Die Auslosung fand am 21. September statt. Demnach wird Sandra Ahl dem Ortsrat künftig ebenfalls angehören. Erster Nachrücker für die SPD ist Ulrich Troschke.
Dem Ortsrat Idensen gehören 5 Mitglieder an. Gewählt sind:
Leicht zugelegt hat die SPD in Idensen und behält auch hier die absolute Mehrheit. Tom-Luis Hattendorf, der in der laufenden Wahlperiode das Amt des Ortsbürgermeisters von Rolf Herrmann übernommen hat, kann also weitermachen.
Die Feststellung des Wahlergebnisses hat der Gemeindewahlausschuss am 21. September vorgenommen. In der Regionsversammlung wird Wunstorf durch Frauke Meyer (SPD), Rolf-Axel Eberhardt (CDU) und Nicolas Lehrke (AfD) vertreten. Bei der Wahl zum Regionspräsidenten kommt es am 27. September ebenfalls zu einer Stichwahl zwischen Eva Bender (SPD) und Oliver Junk (CDU).
Der Artikel wird aktualisiert.
Die neue Wahlperiode beginnt am 1. November 2026. Die konstituierende Sitzung des Stadtrates ist für den 11. November vorgesehen, danach folgen die Ortsräte nach und nach.