Eisschollen schieben sich knirschend über das dunkle Wasser des Mittellandkanals. Was für Spaziergänger winterlich wirkt, entwickelt sich für die Schifffahrt zunehmend zum Problem – auch in der Region Hannover. Die anhaltende Kälte hat die Lage auf den Bundeswasserstraßen weiter verschärft, erste Schäden an Schiffen sind bereits gemeldet worden.
Seit dem 11. Januar sind zwischen Minden und Magdeburg auf dem Mittellandkanal sowie auf dem Elbe-Seitenkanal Eisbrecher im Dauereinsatz. Doch selbst der massive Aufwand kann die Eisbildung kaum noch eindämmen. In den vergangenen Tagen spitzte sich die Situation weiter zu. Am 30. Januar musste der Elbe-Seitenkanal ebenso wie der Abschnitt des Mittellandkanals zwischen der Schleuse Sülfeld bei Wolfsburg und Magdeburg vollständig für den Schiffsverkehr gesperrt werden. Auch im westlichen Abschnitt, der für die Region Hannover und den Landkreis Schaumburg von Bedeutung ist, wächst die Sorge. Zwischen Minden und Hannover ist die Schifffahrt zwar aktuell noch möglich, doch die Fahrbedingungen verschlechtern sich von Tag zu Tag. Immer wieder friert das Wasser kurz nach der Durchfahrt der Eisbrecher erneut zu. Zeitweise waren in den betroffenen Bereichen bis zu elf Eisbrecher gleichzeitig unterwegs, teilweise bis zu zwölf Stunden täglich.
Dass die Eislast längst kein rein theoretisches Risiko mehr ist, zeigt ein Vorfall bei Bückeburg. Dort hatten sich Eisschollen derart verdichtet, dass sie sich in den Rumpf eines Schiffes bohrten und Schäden verursachten. Solche Ereignisse unterstreichen, wie angespannt die Lage inzwischen ist. Weitere Einschränkungen sind bereits angekündigt. Die Stichkanäle nach Hildesheim und Salzgitter werden für die Schifffahrt gesperrt. Ab Mittwoch folgt zudem der Abschnitt zwischen der Schleuse Anderten bei Hannover und der Schleuse Sülfeld. Lediglich zwischen Hannover-Anderten und Braunschweig kann der Verkehr derzeit noch durch den kontinuierlichen Einsatz von Eisbrechern aufrechterhalten werden.