Mit dem Tourismus begannen die Verkehrsprobleme in Steinhude. Schon in den 1970er Jahren war den damals Verantwortlichen klar, dass es so nicht weitergehen könnte. Man forderte ein Verkehrskonzept. Funktioniert hat keins, denn kaum ist das Wetter am Wochenende schön wird Steinhude in der Saison zum Synonym des Begriffs „Stau“. Nun ist wieder eins in Planung samt Verkehrsversuche.
Einer der touristischen Anziehungspunkte in Steinhude ist die 1975 eröffnete Badeinsel. Bei schönem Wetter in den Sommermonaten sind die umliegenden Parkplätze schnell belegt. Die Folge ist ein Parkplatzsuchverkehr. 2021/22 wurde das Stadtexperiment Badeinsel mit dem Ziel, die Anwohner zu entlasten, durchgeführt. Experimentiert wurde unter anderem mit Straßensperrungen, Einbahnstraßenregelungen und Aufkleben von Symbolen zur Lenkung der Besucher. Maßnahmen, die letztendlich nicht zu einer Reduzierung der Verkehrsströme in den betroffenen Bereichen geführt haben, sondern zu einer Verlagerung. Anfang 2024 wurde die Erstellung eines Verkehrskonzeptes beschlossen, das im Frühjahr 2026 vorgestellt werden soll.
Der beauftragte Gutachter soll laut Vorlage vom 19. Januar 2024 ein ganzheitliches Verkehrskonzept erstellen, das sowohl städtebauliche als auch freizeittouristische Entwicklungen berücksichtigt. In diesen Bereich fällt dann auch das neue Konzept zur Badeinsel, das im September 2025 vorgestellt wurde und niemandem gefällt. Hinzu kommt der angedachte Ausbau des ehemaligen Schulzentrums zu einem Sportzentrum, Kulturzentrum und Freizeitzentrum und ein möglicher Hotelbau. Bis zur Fertigstellung des Gutachtens wurde in den folgenden Ortsratssitzungen immer wieder auf das zu erstellende Verkehrsgutachten verwiesen, dem man in keinster Weise mit irgendwelchen Beschlüssen vorgreifen wollte. Denn das Gutachten soll laut Vorlage die Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner quantifizieren und ein Konzept für die angespannte Verkehrssituation enthalten.
Am 26. Februar stellt der Gutachter das Konzept im Arbeitskreis Steinhude vor. Bereits jetzt sind laut Vorlage die Einrichtung von zwei neuen Tempo 30-Zonen in Planung. Einmal in der Straße Bruchdamm zwischen Abzweigung Meerstraße und der Straße Im Sandbrinke und in der Bleichenstraße zwischen Tiefental und Hermann-Löns-Weg. Zwei Straßen, die der Inbegriff der touristischen Verkehre und des Parkplatzsuchverkehrs sind. Gerade im Bruchdamm kann man mehr als 30 Stundenkilometer nur fahren, wenn entweder kein schönes Wetter oder keine Saison ist. Ansonsten herrscht dort Schneckentempo vor. Das Problem der Anwohnerbelastung durch touristische Verkehre lösen diese Maßnahmen nicht. Hier bedarf es eines Konzeptes mit Verkehrslenkung und Alternativen zum Individualverkehr. Aber die Tempo 30-Zonen sollen ja auch als separate Maßnahme gesehen werden. Tempo 30-Zonen als effektive Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Ortsteilen und Verkehrskonzept für touristisch geprägte Orte. Da Steinhude beides ist, bekommt es auch beides geliefert.